Ein Router ist auch nur ein technisches Gerät – und das bringt mit sich, dass er das eine oder andere Mal eine Komplett-Rücksetzung braucht. Dabei werden aber alle Einstellungen zurückgesetzt, was euch eine Menge Arbeit verursachen kann. Die Zugangsdaten, die Konfiguration der Telefonnummern und Portfreigaben – diese Einstellungen sind oft über Jahre gewachsen und penibel angepasst. Eine Datensicherung ist auch hier Pflicht.

Bei Fritz!Box-Modellen (ab Fritz!OS 7.0) findet ihr die Backup-Einstellungen nach Anmeldung an der Weboberfläche unter System > Sicherung. Da die Daten in der Sicherung relativ leicht auslesbar sind, müsst ihr zwingend ein starkes Passwort vergeben – verwendet hier mindestens 12 Zeichen mit Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.
Die Fritz!Box verlangt aus Sicherheitsgründen eine physische Bestätigung: Wenn ihr ein Telefon direkt am Router angeschlossen habt, gebt den angezeigten Nummerncode ein. Alternativ drückt ihr eine beliebige Taste direkt an der Fritz!Box – das verhindert unbefugte Backup-Erstellung durch Dritte.
Die Sicherungsdatei wird nun in einem von euch festlegbaren Verzeichnis angelegt. Als zusätzlichen Sicherheitsaspekt solltet ihr sie unbedingt auf eine verschlüsselte externe Festplatte oder in einen sicheren Cloud-Speicher übertragen. Die Backup-Datei enthält alle sensiblen Konfigurationsdaten eures Heimnetzwerks.
Automatische Backups für mehr Komfort
Seit Fritz!OS 7.50 bietet AVM auch automatische Sicherungen an. Unter System > Sicherung > Automatische Sicherung könnt ihr einstellen, dass die Fritz!Box regelmäßig selbstständig Backups erstellt. Diese werden wahlweise auf einem angeschlossenen USB-Stick, einer USB-Festplatte oder in der MyFRITZ!-Cloud gespeichert.
Besonders praktisch: Die Fritz!Box behält dabei die letzten fünf Sicherungen und überschreibt automatisch die älteste. So habt ihr immer mehrere Wiederherstellungspunkte zur Verfügung, falls ein Backup beschädigt sein sollte.
Was wird alles gesichert?
Ein Fritz!Box-Backup enthält deutlich mehr, als viele denken. Gesichert werden:
• Alle Internet- und Provider-Zugangsdaten
• WLAN-Einstellungen inklusive Passwörter
• Portfreigaben und Firewall-Regeln
• Telefonie-Konfiguration mit allen Rufnummern
• Smart-Home-Einstellungen (FRITZ!DECT-Geräte)
• Gastzugang-Konfiguration
• VPN-Einstellungen
• Kindersicherung und Zeitbeschränkungen
• Mesh-Konfiguration für FRITZ!Repeater
Nicht enthalten sind allerdings die Anruferlisten, SMS-Nachrichten und der Inhalt angeschlossener USB-Speicher – diese müssen separat gesichert werden.
Wiederherstellung: Einfacher als gedacht
Nach einem Zurücksetzen der Fritz!Box könnt ihr mit wenig Aufwand die bisherigen Einstellungen wiederherstellen. Auf der Weboberfläche klickt ihr dazu unter System > Sicherung auf den Reiter Wiederherstellen und folgt den Anweisungen.
Wichtig: Die Wiederherstellung funktioniert nur bei identischen oder neueren Fritz!OS-Versionen. Ein Backup von Fritz!OS 7.80 lässt sich nicht auf eine Fritz!Box mit Fritz!OS 7.20 zurückspielen. Umgekehrt ist es meist kein Problem.
Backup vor wichtigen Änderungen
Ein Backup solltet ihr nicht nur vor Reset-Aktionen erstellen. Auch vor größeren Konfigurationsänderungen, Fritz!OS-Updates oder dem Austausch der Fritz!Box ist eine Sicherung sinnvoll. So könnt ihr im Zweifelsfall schnell zum funktionierenden Zustand zurückkehren.
Besonders bei komplexen Heimnetzwerken mit vielen Smart-Home-Geräten, speziellen Portfreigaben oder aufwändiger Telefonie-Konfiguration spart euch das Backup im Ernstfall Stunden oder sogar Tage mühsamer Neukonfiguration.
Migration auf neue Fritz!Box
Besonders praktisch: Mit einem Backup könnt ihr auch problemlos auf eine neue Fritz!Box umziehen. Einfach das letzte Backup der alten Box auf die neue einspielen – schon sind alle Einstellungen übernommen. Das funktioniert sogar zwischen verschiedenen Fritz!Box-Modellen, solange die neue Box mindestens die gleiche Fritz!OS-Version unterstützt.
Denkt aber daran: Bei einem Modellwechsel müssen möglicherweise angeschlossene FRITZ!DECT-Geräte neu angelernt werden, da sich die Hardware-Kennung ändert.
Zuletzt aktualisiert am 05.03.2026







