Caffée latte? Macht 3,20 EUR. Die einen greifen in die Hosentasche und kramen Bargeld raus, um den Kaffee zu bezahlen. Die anderen zahlen wie selbstverständlich mit Smartphone oder Smartwatch. Also bargeldlos, vollkommen digital.

Diese Methode wird immer populärer. Teilweise kann man sogar nur noch bargeldlos bezahlen, zum Beispiel in Skandinavien. Die digitalen Bezahlmethoden sind also voll im Kommen – haben aber nicht nur Fans.

Mit meiner Apple Watch und Apple Pay kann ich kleine Beträge zahlen, etwa den Kaffee beim Bäcker, aber auch größere Beträge. Überall dort, wo es ein Terminal für Kartenzahlungen gibt, ist – zumindest theoretisch – auch eine Akzeptanzstelle für digitales Bezahlen.

Es gibt natürlich auch noch andere Smartwatches, mit denen das geht. Und die meisten nehmen ihr Smartphone. Das geht wirklich ganz schnell: Zweimal auf den Knopf drücken, das Zahlungsmittel auswählen, Watch oder Smartphone vor das Lesegerät halten – fertig. Bei Beträgen unter 25 EUR muss man nicht mal einen PIN eingeben. Darüber schon. Das geht definitiv schneller als Bargeld.

Jeder von uns hat aber auch schon Leute mit ihrem Smartphone hantieren gesehen, die es nicht auf die Reihe gekriegt haben – und alle mussten warten.

Verschiedene Anbieter

Es gibt verschiedene digitale Zahlungsmethoden: Apple Pay, Google Pay und ein System von der Sparkasse. In allen Fällen muss man sich natürlich sich und seine Geräte für die Zahlung anmelden.

Man braucht Kreditkarte oder Kundenkarte der Bank. Bei der Sparkasse muss man natürlich Sparkassen-Kunde sein, es machen aber nicht alle Sparkassen mit. Bei Apple Pay und Google Pay funktioniert das Ganze nur mit bestimmten Kreditkarten, etwa mit American Express – oder den Kreditkarten und Kundenkarten der Banken, die jeweils mitmachen, etwa Deutsche Bank – die sind sehr aktiv –, Comdirekt oder N26.

Ist alles einmal eingerichtet, was aber eigentlich relativ schnell geht, kann es los gehen. Der Bezahlvorgang selbst geht schnell und einfach, überall dort, wo man diese Kreditkarten oder Kundenkarten akzeptiert. Man kann beim Bezahlen die Karte auswählen, die man verwenden möchte.

Es fallen übrigens keine zusätzlichen Gebühren an. Es ist so, als ob man mit den jeweiligen Karten zahlt. Sollten da Gebühren anfallen, ist es wie immer.

Vor- und Nachteile bei der Datensicherheit

Es ist sicherer als man denkt. Google Pay und Apple Pay verwenden ein sogenanntes Token-Verfahren in der Fachsprache HCE („Host Card Emulation“ genannt): Der Händler übermittelt den zu zahlenden Betrag an das Smartphone.

Die App prüft, ob der Zahlbetrag bezahlt werden kann – und übergibt ein „Token“ an das Terminal, wenn die Zahlung OK geht. Das Token ist eine verschlüsselte Zahlenkombination, das die Zahlung bestätigt – aber nicht mehr. Der Händler bekommt keine Informationen über den Zahlenden/Käufer, auch die Kartennummer nicht.

Die Händler bekommen also weniger Daten als wenn man mit Kreditkarte oder EC-Karte zahlt: Da bekommt der Händler die Kartendaten. Beim Mobile Payment nicht. Das ist ein klarer Vorteil. Dafür bekommen allerdings Google und Apple mehr Daten: Was kauft der Kunde wann und wo?

Bargeld abschaffen? Besser nicht!

Jetzt gibt es ja nicht wenige, die diese Zahlmittel ablehnen, weil sie sich überwacht fühlen – und weil sie fürchten, dass das Bargeld abgeschafft wird.

Natürlich: Wer digital zahlt, hinterlässt immer mehr Spuren als bei Bargeld. Das ist schon bei EC- und Kreditkarte so. Grundsätzlich hinterlässt man beim Digitalen Bezahlen weniger Spuren, zumindest beim Händler. Dafür sind mal wieder zwei amerikanische Player, Apple und Google, die ein wichtiges Element in unserem Leben belegen – das Bezahlen.

Da ist Misstrauen grundsätzlich angebracht. Kein Zahlungsmittel ist so anonym wie Bargeld. Deshalb muss uns Bargeld erhalten bleiben. Wer das abschaffen möchte, will die „Tyrannei“ einführen, sagt der Aktivist Padeluun aus Bielefeld. Und da ist was dran: Ohne Bargeld haben wir jede Kontrolle verloren. Deshalb ist es wichtig, dass wir immer die Wahl haben, wie wir bezahlen wollen.