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#DeinKindAuchNicht: Warum InstaMoms verboten gehören

19.04.2019 | Von Jörg Schieb

Internet

Fotos von Kindern: Oft peinlich, herabwürdigend und ehrabschneidend. Manche Mütter machen sogra mit voller Absicht Fotos von ihren Kindern, wie sie eigentlich gar nicht aussehen: Um sich selbst aufzuwerten und/oder um Geld damit zu verdienen. InstaMoms genannt. Eine Aktion will alle Erwachsenen wachrütteln.

 

Ein Foto machen, ein Video drehen? Heute nun wirklich ein Klacks. Das Smartphone liegt immer griffbereit – und damit lässt sich praktisch jede Situation festhalten. Als Foto, als Video. Viele Aufnahmen landen danach sofort in den Sozialen Medien.

Viele Eltern denken nicht einmal nach, ob das OK ist. Schon sind die Aufnahmen für alle zu sehen: Das niedliche Baby, das schläft. OK. Der breiverschmierte Mund beim ersten Essen. Na ja. Der nackte Hintern. Wie bitte? Und damit fangen die Sünden gerade mal an.

Privatsphäre und Rechte der Kinder im großen Stil missachtet

Auch Kinder haben eine Privatsphäre – nur scheren sich die meisten Erwachsenen nicht darun. Sie halten immer ihre Kamera hin. Und das nicht nur für das private Familienalbum (wie früher und schon schlimm genug), sondern gleich für die ganze Welt.

Denn früher oder später landen die meisten Aufnahmen nun mal bei Instagram, Facebook, Twitter und Co. Die Netzwerke funktionieren wie Brandbeschleuniger, denn Fotos mit Kindern laufen gut. Viele Eltern und viele Erwachsene sollten sich schämen. Denn gedankenlos alles online zu stellen ist fahrlässig, oft genug sogar verantwortungslos bis kriminell.

Deshalb gibt es die Aktion #DeinKindAuchNicht. Hier haben sich Erwachsene in typischen Kindersituationen fotografieren lassen: Weinend, auf dem Klo sitzend, an der Brust trinkend, total verschmiert – nackt und ungeschützt.

Weil Erwachsene zu sehen sind – unter anderem der Schauspieler Wilson Gonzales Ochsenknecht – wirken die Aufnahmen schockierend und verstörend. Dieselben Fotoaufnahmen mit Kindern erscheinen uns normal. Wie verrückt ist das? Das macht die Aktion wunderbar deutlich. Motto: Einmal bitte die Perspektive ändern.

Toyah Giebel erklärt die Hintergründe der Aktion

InstaMoms sind besonders schlimm

Ich habe mit der Initiatorin Toyah Diebel darüber gesprochen. Sie hat selbst noch keine Kindern, findet es aber abstoßend, wie leichtfertig sich viele Erwachsene und leider sogar auch Eltern über die Interessen ihrer Kinder hinwegsetzen. Es ist auch abstoßend. Besonders widerlich sind sogenannte InstaMoms. Mütter, die über ihre Kinder Karriere auf Instagram machen wollen. Sie schminken ihre Kinder wie Models, ziehen ihnen Klamotten an, positionieren sie in Sets – und lassen sie posen.

Oft genug, um Werbeeinnahmen zu generieren. Die kleinen Mädchen sehen erwachsener aus als sie sind. Eine Fundgrube für Pädophile – eine völlige Pervertierung der Mutterrolle. „Das ist schlicht Kinderarbeit!“, sagt Toyah Diebel. Es ist krank und verantwortungslos, sage ich. Es sollte unter strenge Strafe gestellt werden. Denn wie verwerflich ist es, seine eigenen Kinder für einen derartigen Mumpitz zu missbrauchen?

Auch solche Verrücktheiten der angeblich sozialen Netzwerke macht die Aktion #DeinKindAuchNicht deutlich. Danke dafür!




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