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Amazon ist längst mehr als „nur“ der größte Onlineshop der Welt: Kaum ein Unternehmen weiß derart viel über uns wie Amazon. Der Konzern sammelt jede Menge Daten und Informationen – ist aber selbst nicht sonderlich auskunftsfreudig.

Dennis Horn und Jörg Schieb blicken hinter die Kulissen von Amazon und erklären, welche Daten Jeff Bezos Unternehmen sammelt – und zu welchem Zweck. Die ausgewiesene Datenschutzexpertin Katharina Nocun erläutert, wie schwierig es ist, von Amazon zu erfahren, welche Daten das Unternehmen speichert. Eine Folge für alle, die Amazon kennen und Amazon-Dienste nutzen.

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Cosmotech: Dennis und Horn und ich/Foto: WDR/Fußbrink

Amazon und die Daten

Wenn es um Fragen des Datenschutzes geht, reden die meisten über Google oder Facebook. Offensichtlich ist Amazon geschickter. Die Kunden sind zufrieden, weil es bei Amazon so ziemlich alles gibt – und die Pakete meist auch schnell und pünktlich ankommen. In Sachen Kundenservice ist Amazon vorbildlich. Keine Frage. Doch wer mal nicht nur seinen eigenen Komfort und Vorteil im Auge hat, sondern genauer hinschaut, erkennt auch in Amazon ein riesiges Problem.

Amazon hält Patente darauf, dass die Logistik Bestellungen vorbereitet, bevor sie gemacht werden. Weil auch Amazon extrem viele Daten sammelt und uns bestens kennt. Doch niemand spricht darüber. Dabei verkauft auch Amazon diese Daten – indirekt: Mittlerweile verdient der Konzern zehn Milliarden Dollar damit im Jahr, Anzeigen von Herstellern und Händlern im Portal zu präsentieren, damit ihre Produkte mehr gekauft werden.

Amazon gibt ungern Auskunft

Wir haben Amazon gebeten, mit uns im Podcast zu sprechen. Amazon sagt: Nein. Und liefert auf diverse konkrete Fragen nur drei, vier Sätze mit lapidaren Aussagen wie „Amazon nimmt den Datenschutz ernst!“. Auch den Kollegen vom Fernsehen hat das Unternehmen Interviews verweigert. Ebenso berichten Veranstalter wie die re;publica, dass Amazon nicht an öffentlichen Diskussionen teilnimmt. Für ein Unternehmen dieser Größe, das derart viele Daten hat und derart viel über uns weiß, kein besonders verantwortungsvolles Verhalten. Transparenz? Nicht gewollt.

Amazon weiß mehr über die User als sie selbst

Wer ständig bei Amazon einkauft oder dort nach Produkten sucht, wer mit Alexa spricht, Musik im Streamingdienst hört und Serien oder Filme bei Amazon Prime Video anschaut, der hinterlässt eine Menge Datenspuren – die Amazon erfasst und auswertet. Nicht nur, um passende Werbung zu präsentieren. Mit den Daten passiert offensichtlich noch deutlich mehr.

Im Interview: Datenschutzexpertin Katharina Nocun

Katharina Nocun ist Netzaktivistin, Datenschutzexpertin und Bloggerin. Sie beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Datenschutz und Privatsphäre – und versucht herauszubekommen, welche Daten Unternehmen wie Amazon tatsächlich über uns speichern. Katharina analysiert in Büchern wie „Die Daten, die ich rief!“ messerscharf, welche Folgen das haben kann.

Alexa: Hört genau zu – und merkt sich alles

Der „smarte Lautsprecher“ Echo bringt uns die Assistenten Alexa ins Haus. Auf den ersten Blick praktisch: Wir können sagen, was wir wollen. An Termine erinnern. Rezepte abrufen.  Musik abspielen. Wetterdaten abrufen… Doch was passiert im Hintergrund? Alles, was nach dem Schlüsselwort gesagt wird, geht in die Cloud und wird dort ausgewertet. Sprachfetzen bleiben dauerhaft bei Amazon gespeichert – und können abgerufen werden. Und bei jedem Gespräch mit Alexa bekommt der Konzern zusätzliche Daten.