Daddeln am Computer, an der Konsole oder auf dem Handy? Wird immer beliebter. Heute spielen praktisch alle Altersschichten Computer- und Videospiele, von ganz jung bis ganz alt. Männer und Frauen, Jungs und Mädchen. Zwar nicht immer dieselben Spiele – aber diese Form der Unterhaltung boomt. Gerade ist in Los Angeles die E3 zu Ende gegangen. Die wohl wichtigste Messe der Branche. Ein wichtiger Trend: Games in der Cloud.

Von der Spielebranche hört man immer: Eine äußerst wichtige Branche, in der ungeheure Summen umgesetzt werden. Weil immer mehr Menschen spielen und gamen.

Die E3 hat zwei Trends gezeigt. Früher war es ja so: Wenn ein neues Spiel auf den Markt gekommen ist, konnten sich Gamer fragen: Direkt kaufen und 50-60 EUR auf den Tisch legen… Oder lieber ein bisschen warten und dann nur 30 EUR zahlen? Oder noch länger warten, bis das Game auf dem Grabbeltisch landet und dann für 10 EUR zuschlagen?

Dann spielen die Freunde aber natürlich längst etwas anderes… Das ändert sich zunehmend, da große Spiele-Anbieter wie Microsoft Xbox oder Ubisoft Flatrates anbieten. Außerdem landen viele der Games in der Cloud und man spielt sie direkt dort.

Flatrates für Spiele

Der Kunde zahlt einen monatlichen Preis – und kann dafür dann so viele Spiele und so häufig spielen, wie er möchte. Microsoft bietet für 10 EUR im Monat den Xbox Games Pass – und hier den Zugriff auf rund 100 aktuelle Games.

Jetzt auch auf dem PC. Für drei EUR mehr lässt sich auch alles auf der Konsole spielen, auch live, das bedeutet, man kann sich mit anderen Gamern austauschen und unterhalten. Spiele-Hersteller Ubisoft bietet mit Uplay+ etwas Ähnliches an: Dutzende populäre Games stehen zur Auswahl – für 15 EUR im Monat. EA für 10 EUR im Monat. Im Zweifel muss man mehrere Monats-Abos abschließen.

Game Streaming

Streaming steht in der Gaming-Szene tatsächlich vor dem endgültigen Durchbruch. Bislang musste man Spiele-Software installieren – ob auf dem PC, der Konsole oder dem Smartphone. Beim Game-Streaming ist das nicht mehr nötig. Die Games laufen nicht auf dem lokalen Gerät, sondern – in der stets neuesten Version – auf Servern.

Es werden also nur Bild- und Toninformationen gestreamt, wie bei Netflix. Daher ist es auch egal, ob man auf PC, Komsole oder Handy spielt. Der Spieler sieht also nur das, was ein Server produziert – und seine Spielbewegungen werden an den Server geschickt und verarbeitet.

Was bringt das?

Es gibt viele Vorteile. Man muss zum Beispiel nichts installieren. Keine Hunderte Mbyte großen Dateien laden und einrichten. Es ist auch keine besonders anspruchsvolle Hardware erforderlich, um zu spielen. Das erledigt alles der Server. Nachteil: Man ist auf ein schnelles Internet mit kurzen Latenzen angewiesen.

Mindestens 20 Mbit/Sekunde, bei 4k-Spielen sogar 35 Mbit/Sekunde. Viele haben das nicht. Ist das nicht gegeben, ruckelt das Spiel – und man hat erhebliche Nachteile während des Spielens.

Microsoft hat sein xCloud genannten Streamingdienst für Oktober angekündigt. Dann wird es möglich sein, aufwändige Games sogar auf dem Tablet oder Smartphone zu spielen. Google seinen Stadia getauften Spieledienst für November. Über Stadia sollen sich ab 2020 auch die Games aus der Uplay+-Flatrate nutzen lassen. Das bedeutet: Die beiden Trends laufen zusammen. Flatrate und Cloud.