Besonders auf mobilen Geräten wie Tablets und Notebooks ist der Speicher knapp. Neben Windows selbst, all euren Daten, Offlinekopien von Dateien sind auch die Programme auf der Festplatte oder SSD gespeichert. Das frisst Speicher. Und der wird irgendwann knapp. In der Regel erweitert ihr ihn durch Speicherkarten oder externe SSDs. Programme darauf zu verlagern ist einfacher, als ihr vielleicht denkt!
Programme lassen sich nicht einfach von einem Ort zum anderen kopieren. Zumindest nicht so, dass sie dann auch noch laufen. Während der Installation werden diverse Dateien an verschiedenen Stellen des Systems abgelegt. Wenn diese woanders hingelegt werden, muss das Programm das mitgeteilt bekommen. Windows 11 hat dafür einen eigenen Mechanismus zur Verfügung – und der funktioniert auch in Windows 10.

Der klassische Weg über die Windows-Einstellungen
Klickt in den Einstellungen auf Apps > Apps & Features. Windows zeigt euch nun eine Liste aller installierten Apps und Programme an. Diese könnt ihr euch nach Namen, aber auch nach Größen sortieren lassen. Klickt nun die App an, die auf ein anderes Laufwerk verschoben werden soll.

Ein Klick auf Verschieben öffnet einen Dialog, in dem ihr das Ziellaufwerk, auf das das Programm verschoben werden soll, auswählen könnt. Wichtig dabei: SD-Karten und andere externe Datenträger sind noch nicht sofort beim Systemstart verfügbar. Wenn ein Programm automatisch gestartet werden soll, dann lasst es besser auf der internen Festplatte!
Moderne Alternativen: Storage Sense und App-Management
Windows 11 bringt erweiterte Speicherverwaltung mit. Über Einstellungen > System > Speicher > Erweiterte Speichereinstellungen könnt ihr festlegen, wo neue Apps standardmäßig installiert werden. Das ist praktischer, als nachträglich zu verschieben.
Besonders bei Gaming-Laptops mit begrenztem SSD-Speicher macht das Sinn: System und häufig genutzte Programme bleiben auf der schnellen SSD, selten verwendete Apps wandern auf die langsamere, aber größere HDD oder externe SSD.
Was lässt sich verschieben – und was nicht?
Nicht alle Programme unterstützen das Verschieben. Microsoft Store Apps funktionieren meist problemlos, klassische Desktop-Programme (Win32) sind schwieriger. Programme wie Adobe Creative Suite, große Spiele oder Entwicklungsumgebungen lassen sich oft nicht verschieben – oder verlieren dabei wichtige Funktionen.
Ein Trick: Schaut vor der Installation, ob das Programm einen benutzerdefinierten Installationspfad unterstützt. Dann installiert es gleich auf dem gewünschten Laufwerk.
Performance-Tipps für externe Speicher
USB-Sticks sind zu langsam für Programme – nehmt mindestens eine schnelle microSD-Karte (U3/V30) oder besser eine externe SSD mit USB 3.2 oder USB-C. Die Geschwindigkeit macht den Unterschied zwischen flüssigem Arbeiten und Frust.
Bei microSD-Karten in Surface-Geräten oder Laptops: Kauft eine, die bündig abschließt. So könnt ihr sie dauerhaft drin lassen, ohne dass sie heraussteht oder abbricht.
Gaming und große Apps intelligent verwalten
Spiele sind oft die größten Speicherfresser. Xbox Game Pass, Steam und Epic Games Store bieten eigene Tools zum Verschieben von Spielen zwischen Laufwerken. Das ist oft zuverlässiger als Windows‘ eigene Funktion.
Steam-Tipp: Unter Steam > Einstellungen > Downloads > Steam-Bibliotheksordner könnt ihr mehrere Installationsorte definieren. Neue Spiele installiert ihr dann gleich auf dem gewünschten Laufwerk.
Vorsicht bei System-kritischen Programmen
Antivirus-Software, Backup-Tools oder System-Utilities gehören nicht auf externe Laufwerke. Diese Programme müssen beim Systemstart sofort verfügbar sein. Auch Treiber-Software für wichtige Hardware sollte intern bleiben.
Troubleshooting: Wenn das Verschieben schief geht
Manchmal bricht der Verschiebevorgang ab oder das Programm startet danach nicht. Keine Panik: Windows erstellt meist automatisch Backups der Registry-Einträge. Über Apps & Features könnt ihr das Programm reparieren oder notfalls deinstallieren und neu installieren.
Bei wichtigen Programmen: Erstellt vorher einen Systemwiederherstellungspunkt. So könnt ihr im Notfall alles rückgängig machen.
Fazit: Speicher intelligent nutzen
Das Verschieben von Programmen ist eine sinnvolle Methode, um Speicherplatz zu optimieren. Plant aber strategisch: Häufig genutzte, kleine Programme bleiben intern, große, selten verwendete Apps wandern nach außen. So bekommt ihr das Beste aus eurem verfügbaren Speicher heraus.
Zuletzt aktualisiert am 04.03.2026