Die Demonstrationen in Hongkong spitzen sich zu. Und was macht die chinesische Regierung? Sie heizt über Fake-Profile die Stimmung auf – mit manipulativen Nachrichten und Fotos. Eine perfide Methode, die Menschn aifzuhetzen – und im Ausland ein schiefes Bild zu zeichnen. Facebook und Twitter haben reagiert. Lobenswert.

Verkehrte Welt: Normalerweise lassen Staaten wie Russland oder China Konten bei YouTube, Facebook oder Twitter sperren. Das kommt immer wieder vor und ist eine moderne Form des Maulkorbs. Oder Regierungen beschweren sich über Aktivitäten in den Sozialen Netzwerken – wie gerade erst Russland, das über Youtube verteilte Infos über nicht genehmigte Demos beklagte. Ein heute übliches Vorgehen.

Was dürfen die Sozialen Medien im jeweiligen Land – und was nicht. Darüber kann man im Einzelfall immer streiten. Doch jetzt kommt raus: Die chinesische Regierung agitiert in den Sozialen Netzwerken und sät gezielt politischen Streit in Hongkong. China nutzt die Sozialen Netzwerke für Propaganda und Desinformation. Natürlich nicht unter offizieller Flagge, sondern verdeckt hinter Fake-Accounts.

Chinesische Regierung verspritzt gezielt Gift

Zum Glück ist das aufgefallen. Sowohl Facebook wie Twitter haben rund 200.000 Konten „vorsorglich gesperrt“. Facebook und Twitter haben die chinesische Propaganda gelöscht. Das Ausmaß der Einflussnahme ist gewaltig: Allein auf Twitter wurden auf nahezu 1.000 Konten gezielt Gift verspritzt: Die Regierung hat also – nach allem, was wir wissen – Öl ins Feuer gegossen. Auch wurden Bilder gezeigt, die gewalttätige Demonstranten zeigen.

Eine perfide und höchst unmoralische Vorgehensweise. Stimmungsmache – in Auftrag gegeben von der chinesischen Regierung. Bezahlt von der chinesischen Regierung. Immerhin schauen Facebook und Twitter jetzt genauer hin und wollen keine bezahlte Werbung mehr von staatlichen Medien annehmen. Was der chinesischen Regierung ganz sicher auch nicht gefallen dürfte.

Propaganda im 21. Jahrhundert funktioniert so

Das Ziel dieser Propaganda im 21. Jahrhundert: Die Demonstranten sollten sich gegenseitig an die Gurgel gehen. Damit die chinesische Regierung einen Grund mehr hat, das Militär in Hongkong einziehen zu lassen. Ein widerliches Vorgehen. Die eigenen Bürger zu manipulieren, zu diskreditieren und am Ende mit Polizeigewalt niederzustrecken – alles finanziert mit Steuermitteln: Das ist eine ganz neue Art der Propaganda.

Möglich gemacht durch die Sozialen Medien. Hier kann eben jeder alles sein. Vor allem anonym. Und im Schatten dieser Anonymität manipulieren und Schaden anrichten. Nun also gehen nicht nur Staaten gegeneinander vor, jetzt werden diese Mittel auch genutzt, um das eigene Volk zu täuschen.

Wir müssen heutzutage wirklich mit Allem rechnen.