Die Frage ist nicht, ob euer Kind ein Smartphone bekommt, sondern nur wann. Und dann steht ihr bei iOS vor der Situation, dass ihr nicht eure Apple ID teilen wollt. Viel zu viele Dinge hängen an der Apple ID, die ihr nicht preisgeben möchtet: Fotos, Einkäufe, der Schlüsselbund, persönliche Nachrichten und vieles mehr. Apple erlaubt erst ab einem Alter von 13 Jahren das Anlegen einer eigenen Apple ID. Die Lösung: Die Anlage des Kinderkontos über das Konto eines Elternteils.
Die Idee dahinter ist, dass das Kind gleichzeitig in die Familienfreigabe aufgenommen wird. Dort findet ihr auch die Möglichkeit, das Kinderkonto anzulegen. Öffnet die Einstellungen eures iOS-Geräts, tippt oben auf euer Kontobild und dann auf Familienfreigabe.

Unter Familienmitglied hinzufügen > Account für Kind erstellen könnt ihr dann die benötigten Informationen eingeben. Der wichtigste Unterschied zur regulären Apple-ID-Erstellung: Ihr müsst automatisch eine E-Mail-Adresse @icloud.com anlegen – eine eigene E-Mail-Adresse als Apple-ID funktioniert bei Kinderkonten nicht.

Die Anlage des Kinderkontos müsst ihr einmal über euer Erwachsenenkonto bestätigen. Sobald das erfolgt ist, kann das Kinderkonto auf dem iPhone oder iPad verwendet werden. Alle Apps und Inhalte, die bereits von der Haupt-ID gekauft wurden, stehen über die Familienfreigabe zur Verfügung.

Erweiterte Kontrollfunktionen nutzen
Seit iOS 16 hat Apple die Familienfreigabe deutlich ausgebaut. Als Familienorganisator habt ihr jetzt noch präzisere Kontrollmöglichkeiten. Bei neuen Kaufanfragen bekommt ihr nicht nur eine E-Mail, sondern auch eine Push-Benachrichtigung direkt aufs iPhone. Ihr könnt Anfragen sofort freigeben oder ablehnen, ohne umständlich E-Mails zu öffnen.
Besonders praktisch: Die Bildschirmzeit-Kontrollen sind direkt in die Familienfreigabe integriert. Ihr könnt App-Limits setzen, Auszeiten definieren und sogar einzelne Apps temporär freischalten, wenn das Kind darum bittet. Diese Anfragen erscheinen als Benachrichtigung und lassen sich mit einem Fingertipp bearbeiten.
Datenschutz und Sicherheit im Blick
Ein Kinderkonto bietet automatisch erhöhten Datenschutz. Standortfreigabe, Siri-Aufzeichnungen und personalisierte Werbung sind standardmäßig deaktiviert. Apple beschränkt auch die Datensammlung für Kinder unter 13 Jahren erheblich – ein wichtiger Vorteil gegenüber der Nutzung eurer eigenen Apple-ID.
Ihr könnt jederzeit einsehen, welche Apps das Kind verwendet und wie lange. Über die Familienfreigabe seht ihr auch, welche Websites besucht wurden, falls ihr die Beschränkungen entsprechend konfiguriert habt.
Gemeinsame Nutzung optimieren
Die Familienfreigabe ermöglicht es, nicht nur Apps, sondern auch iCloud-Speicher, Apple Music und sogar Apple TV+ zu teilen. Das spart Geld und vereinfacht die Verwaltung erheblich. Eure Kinder können auf freigegebene Fotos zugreifen, aber ihre eigenen Aufnahmen bleiben in ihrem separaten Bereich.
Wichtig: Auch wenn ihr den iCloud-Speicher teilt, bleiben die Daten getrennt. Jedes Familienmitglied hat seinen eigenen, privaten Bereich. Nur explizit freigegebene Alben oder Dateien sind für andere sichtbar.
Troubleshooting häufiger Probleme
Falls die Erstellung des Kinderkontos nicht funktioniert, prüft zunächst eure Zahlungsmethode. Apple verlangt eine gültige Kreditkarte oder andere Zahlungsweise, auch wenn keine Käufe geplant sind. Manchmal hilft es, sich einmal komplett aus der iCloud abzumelden und wieder anzumelden.
Ein weiterer Stolperstein: Die Zwei-Faktor-Authentifizierung muss für euer Hauptkonto aktiviert sein. Ohne diese Sicherheitsmaßnahme lässt Apple keine Kinderkonten zu.
Wenn das Kinderkonto erstellt ist, das Kind aber bestimmte Apps nicht nutzen kann, überprüft die Inhalts- und Datenschutzbeschränkungen. Diese sind bei Kinderkonten sehr restriktiv voreingestellt und müssen oft manuell angepasst werden.
Migration bei Volljährigkeit
Sobald euer Kind 18 wird, kann es die Familienfreigabe verlassen und das Konto in eine vollwertige Apple-ID umwandeln. Alle Daten, Käufe und Einstellungen bleiben dabei erhalten. Apple benachrichtigt sowohl euch als auch das Kind rechtzeitig vor diesem Übergang.
Die Einrichtung eines Kinderkontos ist also nicht nur eine kurzfristige Lösung, sondern eine langfristige digitale Identität, die mit dem Kind mitwächst.
Zuletzt aktualisiert am 03.03.2026