Ständig hören wir von Hackangriffen und Hackern. Aber wie so ein Hack genau abläuft, wie Hacker arbeiten und welche Risiken tatächlich drohen – das ist den meisten nicht wirklich klar. Eins scheint aber sicher: Die zunehmende Vernetzung macht die Welt unsicherer. Angreifbarer.

Wir leben in einer zunehmend vernetzten Welt. Die Smartwatch spricht mit dem Smartphone. Die Personenwaage mit beiden. In der Wohnung stehen Assistenten, die wiederum ständig mit der Cloud in Verbindung stehen. Das Auto ist mit CarPlay ausgerüstet. Im Büro ist sowieso alles vernetzt. Und von der Smart City wollen wir gar nicht reden…

Uns werden gewöhnlich vor allem die Vorteile der Vernetzung präsentiert. Welche Nachteile damit verbunden sind, fällt bei den anpreisenden Herstellern unter dem Tisch.

Wir werden immer angreifbarer

Ein klarer Nachteil: Wir werden immer leichter angreifbar, Hacker leben im Schlaraffenland. Überall Computersysteme, in die sie einbrechen können. Jedes noch so kleine Gerät, das mit dem Internet verbunden ist, stellt für Hacker eine Chance dar. Denn Sicherheitslücken und Fehler gibt es überall – und je mehr Geräte, desto mehr Chancen. Dieses Risiko sieht auch Klaus Rodewig. Ein ausgewiesener Sicherheitsexperte, der uns im neuen Cosmotech-Podcast erklärt, wie Hacker eigentlich arbeiten – und wie sie denken.

„Hacker sind Menschen, die gerne hinter Kulissen schauen!“, sagt er gleich am Anfang. Das allein macht die Welt natürlich nicht unsicher. Unsicher wird sie dadurch, dass Sicherheitslücken zum Nachteil anderer ausgenutzt werden – oft auch von Staaten, wie kürzlich erst von China.

Da werden Millionenbeträge für noch unbekannte Lecks bezahlt (Zero Day Exploit). Klar, dass sich viele Hacker auf solche Chancen stürzen. Was sich im Hintergrund alles tut, davon bekommen wir als artige Menü-Anklicker und Icon-Antipper nichts mit.

Wir haben einen Hacker-Mangel

Aber können wir uns ausreichend wehren? „Nein!“, urteilt Klaus Rodewig. Und er muss es wissen, denn er ist Mitglied im Expertenkreis Cyber-Sicherheit des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI). „Wir haben einen enormen Hacker-Mangel in Deutschland“, resümiert er.

Zu wenige Leute, die sich auskennen – und im Zweifel dabei helfen können, Hackangriffe zu erkennen und abzuwehren. Denn nur, wer Insider ist, kann sich Insidern angemessen entgegenstellen. Doch mit einem üblichen Beamtensalär lassen sich solche Experten nicht locken.

Ein zunehmendes Problem. Das einzige, was hilft – da sind sich alle Experten einig -, ist: Wir müssen höhere Anforderungen an die Sicherheit von Software stellen. Im Zweifel muss auch die Politik Standards festlegen, an die sich alle zu halten haben.

Vollkommen fehlerfreie Software wird es nie geben. Aber es ist schon abenteuerlich, unter welchen Umständen Software entwickelt wird – selbst in sensiblen Bereichen.