In Australien wird eine neue Generation von “Blitzern” aufgestellt: Kameras beobachten Autofahrer – und machen im Zweifelsfall Aufnahmen von ihnen. Damit das Handy in der Handy mit eunem Bußgeld geahndet werden kann. In anderen Ländern gibt es das auch schon.

Es soll Leute geben, die haben ihr Handy ständig in der Hand – selbst im Auto. Ja, selbst wenn sie am Steuer sitzen. Einen Anruf annehmen. Eine WhatsApp-Nachricht lesen. Einen Musiktitel auswählen. Es gibt viele (vermeintlich gute) Gründe. Und so weit sind Siri und Co. eben noch nicht, dass sie einem jeden Wunsch erfüllen. Allerdings ist das a) doch recht gefährlich, zumindest wenn sich das Auto bewegt und b) verboten. Wer dabei erwischt wird, muss 100 EUR Strafe zahlen und bekommt einen Punkt.

Allerdings ist das Risiko erwischt zu werden bislang denkbar gering. Da müsste schon eine Polizeistreife am Sünder vorbeifahren – gute Augen vorausgesetzt.

Australien baut Blitzanlagen auf

Doch in Australien sieht das anders aus. Da installiert der Staat nun spezielle Blitzanlagen. Die fotografieren nicht dann, wenn das Tempo zu hoch ist oder der Abstand zu gering, sondern wenn die KI einen Fahrer mit Handy in der Hand erwischt. Blitz! Es soll die Blitzanlage fest montiert geben (etwa an Brücken) – aber auch mobil. Australische Fahrerinnen und Fahrer können sich also ab sofort nie unbeobachtet fühlen.

Die Funktionsweise ist vergleichsweise simpel: Kameras machen  HD-Aufnahmen der vorderen Sitzreihe in jedem Fahrzeug. Es werden also vorsorglich alle(!) fotografiert. Später untersucht Künstliche Intelligenz (KI), ob Fahrerin oder Fahrer möglicherweise ein Smartphone in der Hand halten oder auf dem Schoß liegend bedienen. Meldet die KI einen Treffer, schaut sich noch ein Beamter die Aufnahmen an – und erstattet in zweifelsfreien Fällen Anzeige.

Sollte ein solches System bei uns in Deutschland in Betracht gezogen werden, dürfte der Aufschrei groß sein. Denn: Die Fotoaufnahmen werden vorsorglich gemacht. Die KI kann unmöglich so schnell erkennen, ob Fahrer oder Fahrerin tatsächlich ein Handy benutzen. Deshalb werden alle vorbeifahrenden Fahrzeuge fotografiert. Eine neue Art von Vorratsdatenspeicherung also – Vorratsfotografie, sozusagen.

In Ordnung, sofern die Aufnahmen sofort analysiert und umgehend gelöscht werden, wenn sie kein Fehlverhalten dokumentieren.

Denn: Das Risiko, beim Handygebrauch während der Fahrt erwischt zu werden, würde ganz sicher dazu führen, dass mehr Menschen von dieser Unsitte Abstand nehmen. Das würde die Verkehrssicherheit enorm erhöhen. Allein in Australien zählt die Polizei über 300 Verkehrstote aufgrund von Handygebrauch am Steuer. Dagegen etwas zu unternehmen, scheint deshalb eine gute Idee zu sein. Zumal all jene, die während der Fahrt zum Handy greifen, nicht nur sich, sondern vor allem auch andere Menschen gefährden. Radfahrer. Fußgänger. Autofahrer. Unverantwortlich.

Klar, auch wer während der Fahrt den Bordcomputer abfragt oder die immer komplizierter werdenden Entertainment-Anlagen bedient, ist abgelenkt – aber bußgeldfrei. Aber irgendwo muss man ja anfangen.