4 Dinge auf die man achten sollte, wenn man Torrent Filesharing nutzt

von | 09.01.2020 | Internet

Wer sich nicht nur im Web mit Inhalten versorgt, stolpert früher oder später sehr wahrscheinlich auch über Torrent-Filesharing. Darüber lassen sich auch große Datenmengen extrem schnell und effektiv verteilen – und auf dem eigenen Rechner laden.

Torrent-Filesharing ist eigentlich eine tolle Sache. Es ist einfach zu nutzen. Das Praktische: Wer Dateien verteilen möchte, kann auf einen zentralen Download-Server verzichten. Denn Torrent-Filesharing beruht auf dem Peer-to-Peer (P2P) Prinzip. Die Download-Last wird somit auf alle teilnehmenden Computer verteilt. So ist zumindest das Grundprinzip.

Mit dem heutigen Gigabit-Internet und Glasfaseranschlüssen sind Torrents bzw. P2P-Filesharing nach wie vor relevant, da sich so auch bei großen Dateien wie 8K-Videos oder umfangreichen Software-Paketen die Bandbreite optimal nutzen lässt. Parallel zur Weiterentwicklung der Technologie kam Torrent-Filesharing allerdings auch zunehmend in Verruf, weil auf diese Art und Weise auch in großem Maße urheberrechtlich geschützte Musik, Filme und Software verteilt wurden und werden.

Urheberrechtlich geschützte Inhalte unerlaubt zu verteilen ist eindeutig illegal. Viele Rechteinhaber setzen mittlerweile auf automatisierte Überwachungssysteme und KI-gestützte Tracking-Tools, um Missbrauch noch effizienter zu verfolgen. Schlüssel für die erfolgreiche Strafverfolgung ist meist die IP-Adresse der Nutzer, die ein Torrent-Netzwerk verwenden, um Dateien auszutauschen. Wer bei Urheberrechtsverletzungen erwischt wird, dem drohen – zu Recht! – kostspielige Abmahnungen oder gar Strafverfahren. Die Abmahnkosten sind in den letzten Jahren sogar gestiegen.

Ruf der Torrents dauerhaft geschädigt

Illegales Filesharing und die möglichen juristischen Folgen haben den Ruf von Torrent-Filesharing nachhaltig beschädigt, manche sagen sogar zerstört. Das hält viele davon ab, Torrents zu nutzen. Einfach aus der Sorge heraus, im BitTorrent-Netzwerk versehentlich etwas Illegales zu tun. Dabei ist es nicht verboten oder illegal, ein Torrent-Netzwerk zu nutzen. Es ist lediglich illegal, urheberrechtlich geschützte Werke zu verteilen.

Tatsächlich nutzen heute viele legitime Anbieter Torrent-Technologie: Linux-Distributionen wie Ubuntu verteilen ihre ISO-Dateien über Torrents, Gaming-Plattformen wie Battle.net verwenden P2P-Technologie für Updates, und sogar Streaming-Dienste experimentieren mit hybriden Verteilungsmodellen.

Deshalb hier vier Aspekte, auf die ihr bei der Nutzung von Torrent-Filesharing unbedingt achten solltet:

Tipp 1: Keine illegalen Dateien herunterladen

Der erste Tipp ist eine ganz einfache Sache: Lasst die Finger von illegalen Inhalten.

Aber woran erkennt man die? Der gesunde Menschenverstand kann dabei durchaus hilfreich sein. So ist ein zum Download angebotener Film, der gerade erst auf Netflix oder Disney+ erschienen ist oder noch im Kino läuft, ganz sicher ein urheberrechtsverletzender illegaler Download. Eigentlich alle aktuellen Filme und Serien sind urheberrechtlich geschützt.

Auch Software wie Adobe Creative Suite, Microsoft Office oder teure CAD-Programme, die normalerweise Hunderte Euro kosten und als Torrent zum „kostenlosen“ Download verfügbar sein sollen, sind mit Sicherheit nicht legal. Auch davon unbedingt die Finger lassen. Dasselbe gilt für Musik von bekannten Künstlern, eBooks aktueller Bestseller und andere kommerzielle Inhalte.

Legale Alternativen gibt es genug: Open-Source-Software, Creative-Commons-lizenzierte Inhalte, offizielle Demos und Beta-Versionen von Spielen oder kostenlose Linux-Distributionen.

Tipp 2: Torrents nur von vertrauenswürdigen Webseiten herunterladen

Selbstverständlich solltet ihr für den Download von Torrents nur vertrauenswürdige Webseiten nutzen und nicht etwa irgendwelche schnell mal gegoogelten, zwielichtigen Webseiten.

Zwar müsst ihr auch hier darauf achten, dass ihr die Finger von urheberrechtlich geschützten Dateien lasst. Aber der Hintergrund ist dann doch ein anderer. Denn auf zwielichtigen Seiten ist das Risiko deutlich höher, dass ihr euch mit dem Download Malware und Viren einfangt.

Seriöse Torrent-Sites haben Community-Bewertungen, Kommentarsysteme und Moderatoren, die gefährliche Dateien schnell entfernen. Achtet auf vertrauenswürdige Uploader mit guter Reputation und lest die Kommentare anderer User, bevor ihr etwas herunterladet.

Tipp 3: Ein VPN nutzen

Auch wenn ihr lediglich legale Dateien via Torrent herunterladet oder verteilt und somit rechtlich gesehen nichts falsch macht, kann der ein oder andere doch das Bedürfnis haben, anonym zu bleiben.

Mittel der Wahl um dies zu erreichen ist in der Regel die Nutzung eines virtuellen privaten Netzwerkes (VPN). Moderne VPN-Dienste wie NordVPN, Surfshark oder ProtonVPN bieten heute deutlich bessere Geschwindigkeiten und Sicherheitsfeatures als früher. Dank End-to-End-Verschlüsselung und die Nutzung eines VPN-Proxys könnt ihr so maximale Anonymität erreichen. In einem VPN verschleiert ihr eure IP-Adresse – und das völlig legal.

Achtet bei der VPN-Wahl auf No-Log-Policies, Kill-Switch-Funktionen und P2P-optimierte Server. Viele VPN-Anbieter haben spezielle Server für Torrent-Traffic, die bessere Geschwindigkeiten bieten.

Tipp 4: Einen guten Torrent-Client nutzen

Natürlich solltet ihr auch einen guten und praktischen Torrent-Client nutzen. Der muss auch vernünftig konfiguriert werden. Beliebte und sichere Optionen sind heute qBittorrent (Open Source und werbefrei), Transmission oder für Power-User auch Deluge.

Vermeidet uTorrent, da dieser Client in der Vergangenheit mit Adware und Cryptocurrency-Mining aufgefallen ist. Die erwähnten Alternativen sind sauberer und oft sogar funktionsreicher.

Oftmals lässt sich auch schon im Client selbst ein gewisses Maß an Anonymität erreichen. So lässt sich auch schon im Client der Datenverkehr verschlüsseln. Zudem lässt sich auch hier schon ein Proxy angeben, der helfen kann, eure IP-Adresse zu verschleiern. Moderne Clients bieten auch Bandbreitenbegrenzung und automatische Seeding-Limits.

Weitere Sicherheitstipps: Aktiviert die Verschlüsselung im Client, nutzt einen Proxy zusätzlich zum VPN und stellt sicher, dass euer Torrent-Client über den VPN-Tunnel läuft und nicht über eure normale Internetverbindung.

Beachtet ihr diese vier Tipps, erspart ihr euch in der Regel schon eine Menge Ärger mit Anwälten oder gar Malware. Torrent-Filesharing kann eine legitime und effiziente Art sein, große Dateien zu übertragen – wenn man es richtig macht.

Zuletzt aktualisiert am 02.03.2026