In Italien ist der Internet-Traffic in den letzten Wochen durch Corona-Quarantäne mal eben um 70% gestiegen. Bei uns in Deutschland sind ähnliche Effekte zu erwarten. Die Frage ist: Hält das Internet dem zunehmenden Bedarf stand? Die gute Nachricht: Wir scheinen in Deutschland gut aufgestellt zu sein…

Das Netz muss gerade eine Menge aushalten: Nicht nur, weil sich mehr Menschen als sonst im Netz über die aktuelle Lage informieren – und auch häufiger als sonst. Sondern weil überhaupt mehr Menschen ständig im Netz unterwegs sind. Alle, die Home Office machen zum Beispiel brauchen ein stabiles Netz. Sie übertragen Daten, die sonst im internen Firmennetzwerk übertragen worden wären. Doch das ist mengenmäßig noch eher zu vernachlässigen.

Nicht Home Office und Schüler, sondern Gaming und Streaming belasten das Netz

Ebenso, dass nun viele Schülerinnen und Schüler in Zeiten von Corona mit ihren Lehrern in Kontakt treten, Hausaufgaben und Schulaufgaben über das Netz abwickeln. In punkto anfallendes Datenvolumen ist auch das kaum der Rede wert. Das gilt auch für die zunehmenden Video-Chats per Skype oder Facetime, das erhöhte Mail-Aufkommen und die Tatsache, dass mehr aktuelle Infos im Web und in Online-Plattformen abgerufen werden.

Was aber eine enorme Belastung für die Netz-Infrastruktur darstellt, sind Streaming und Online-Spiele. Wer eine Serie in 4K-Qualität bingewatcht saugt enorme Datenmengen aus dem Netz. Wenn das ganz Viele machen – und es sind derzeit mehr Menschen als sonst! -, macht sich das im Netz bemerkbar.

Auch greifen viele in Quarantäne-Zeiten zur Spielekonsole oder zum PC. Games wie Fortnite verbrauchen durch ihre opulente Grafik schier unglaubliche Datenmengen. Live. Andauernd. Dieser Effekt ist messbar: In Italien hat der Datenverkehr (Traffic) in den letzten Wochen um 70% zugenommen. Einen enormen Anteil an diesem Anstieg haben dort laut Auswertung von Experten vor allem Spiele wie Fortnite.

Telekom sieht sich gut gewappnet

Die Aktivitäten im Netz nehmen allgemein zu. Der Netzknoten DE-DIX in Frankfurt – der größte Netzknoten der Welt! -, über den praktisch der gesamte Datenverkehr ins und aus dem Ausland abgewickelt wird, hat gerade einen neuen Rekord gebrochen: 9,1 Terrabit pro Sekunde. Das sind 1,1 Millionen MByte, die sich pro Sekunde durch den Knotenpunkt (der in Wahrheit ein komplettes Rechenzentrum darstellt) “quetschen”. So viel wie noch niemals zuvor.

Aber: Die Telekom versichert, die deutsche Infrastruktur sei sicher. Wir würden ohne Weiteres einen Zuwachs um 70% im Datenverkehr verkraften. Auch der Netzknoten DE-DIX wurde gerade erst aufgestockt, damit er größere Datenmengen verkraftet.

Es scheint so zu sein, dass unsere Netz-Infrastruktur stand hält. Es bleibt zu hoffen. Denn wenn das Netz kollabiert, hätte das nicht absehbare Folgen. Arbeitsketten würden zusammenbrechen. Die Informationsketten wären unterbrochen. Die Moral untergraben – da Menschen nicht mehr in Kontakt mit ihren Lieben bleiben könnten. Deswegen: Wenn’s eng wird – lieber auf Streamen in 4K und auf Games à la Fortnite verzichten.