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Wann benötige ich ein SSL-Zertifikat?

von | 27.04.2020 | Internet

Wer eine eigene Website betreibt – etwa einen Blog, einen Onlineshop oder einfach ein Webangebot -, der muss heute einen verschlüsselten Zugang anbieten. Anderenfalls warnen moderne Browser Besucher schon mal davor, die Webseite überhaupt aufzurufen. Dafür ist ein SSL-Zertifikat nötig. Nicht alle Hosting-Anbieter machen so etwas komfortabel zugänglich.

Es sind schon ein paar technische Hürden zu meistern, wenn ein Webangebot, ein Blog oder ein Onlineshop online gehen soll. Dazu braucht es nicht nur Webspace und oft auch einiges an Software (und natürlich eine eigene Domain), sondern auch ein SSL-Zertifikat, damit das Webangebot „zertifiziert“ ist – Bedingung für eine verschlüsselte Kommunikation über https:// und eine vertrauensvolle Kommunikation.

Die Funktion der SSL-Zertifikate

SSL-Zertifikate haben für eine Website zwei wichtige Funktionen. Sie kümmern sich zum einen um die eindeutige Identifikation. Denn jedem SSL-Zertifikat wird ein eindeutiger Besitzer zugewiesen. So können Besucher erkennen, ob die Website tatsächlich die ist, die sie vorgibt zu sein.

Das Verschlüsseln der übertragenen Daten durch Nutzung des HTTPS-Protokolls ist die andere wichtige Aufgabe von SSL-Zertifikaten. Besonders wichtig bei Onlineshops, da hier vertrauenswürdige und schutzbedürftige Daten eingegeben und übertragen werden.

Aber auch reguläre Websites arbeiten heute oft mit persönlichen Daten, etwa Zugangsdaten und Passwörter. Beispielsweise verwenden Blogs Kommentar-Formulare, manche Websites bieten Anmeldungen zum Newsletter an, Vergleichsportale arbeiten mit einer Flut an persönlichen Informationen. Sie alle übertragen sensible Daten und geben damit Stellen frei, wo diese potenziell ungeschützt sein könnten.

Moderne Websites brauchen ein SSL-Zertifikat

Deshalb braucht heute praktisch jedes Webangebot ein SSL-Zertifikat. Nicht zuletzt deswegen, weil moderne Browser zwingend das Vorhandensein eines solchen Zertifikats erwarten. Seit 2026 zeigen alle großen Browser – Chrome, Firefox, Safari und Edge – sogar noch deutlichere Warnungen bei unverschlüsselten Verbindungen an.

Daher sollte jede Website ein eigenes SSL-Zertifikat haben. Die gute Nachricht: Viele Hosting-Anbieter bieten mittlerweile kostenlose SSL-Zertifikate von Let’s Encrypt automatisch an. Diese werden alle drei Monate automatisch verlängert, sodass ihr euch nicht um die Wartung kümmern müsst.

Wer noch keins hat, sollte sich Zeit nehmen, um Anbieter und Produkte zu vergleichen. Verschiedene SSL-Zertifikate und Preise machen es gar nicht so einfach, sich schnell mal für die eine Lösung zu entscheiden. Oft können solche Zertifikate auch ganz bequem über den jeweiligen Hosting-Anbieter bezogen werden.

Verschiedene Zertifikatstypen für unterschiedliche Anforderungen

Nicht alle SSL-Zertifikate sind gleich. Es gibt drei Hauptkategorien:

Domain Validated (DV): Diese Basis-Zertifikate sind am weitesten verbreitet und oft kostenlos verfügbar. Sie bestätigen nur, dass ihr Inhaber der Domain seid. Für die meisten Websites völlig ausreichend.

Organization Validated (OV): Diese Zertifikate prüfen zusätzlich die Identität eures Unternehmens. Sie kosten mehr, bieten aber zusätzliche Vertrauenswürdigkeit für Geschäftskunden.

Extended Validation (EV): Die höchste Sicherheitsstufe mit ausführlicher Identitätsprüfung. Erkennbar an der grünen Adressleiste in älteren Browsern. Heute weniger relevant, da moderne Browser diese optische Unterscheidung abgeschafft haben.

Für die allermeisten Websites reicht ein kostenloses DV-Zertifikat vollkommen aus. Nur bei hochsensiblen Anwendungen oder großen E-Commerce-Seiten macht ein kostenpflichtiges Zertifikat Sinn.

SSL-Zertifikate als Bonus für Suchmaschinen

Spätestens seit 2018 wurde klar, wie wichtig SSL-Zertifikate sind. Damals stellte Google Chrome jede Website ohne SSL-Zertifikat mit dem Attribut „Nicht sicher“ dar. Eine klare Ansage an jeden Besucher, der eine Website über den Browser aufruft. Firefox macht es mittlerweile genauso.

Neben modernen Browsern achten heute aber auch Suchmaschinen auf vorhandene Zertifikate. Google gibt seit Jahren verschlüsselten Seiten (solche mit HTTPS) einen klaren Ranking-Vorteil. Das ist bei Nischenmärkten vielleicht noch zu vernachlässigen, bei stark umkämpften Themen aber wichtig. Hier spielt jeder kleine Ranking-Vorteil eine Rolle.

Außerdem: Websites ohne HTTPS werden in den Google Search Console-Berichten als problematisch markiert. Das kann sich negativ auf eure Sichtbarkeit auswirken.

Praktische Umsetzung und häufige Fallstricke

Die Installation eines SSL-Zertifikats ist heute meist unkompliziert. Die meisten Hosting-Anbieter bieten One-Click-Installationen oder automatische Bereitstellung. Trotzdem gibt es ein paar Punkte zu beachten:

Mixed Content vermeiden: Wenn eure HTTPS-Seite HTTP-Inhalte lädt (Bilder, Scripts, etc.), zeigen Browser Warnungen an. Alle Ressourcen müssen über HTTPS geladen werden.

301-Weiterleitungen einrichten: Leitet alle HTTP-URLs automatisch auf HTTPS um, damit keine doppelten Inhalte entstehen und die Suchmaschinen-Rankings erhalten bleiben.

Interne Links aktualisieren: Ändert alle internen Links von http:// auf https:// oder nutzt relative URLs.

Monitoring einrichten: Überwacht die Gültigkeit eures Zertifikats. Abgelaufene Zertifikate führen zu Fehlermeldungen und können Traffic kosten.

Kosten und Alternativen

Die Kosten für SSL-Zertifikate sind in den letzten Jahren drastisch gesunken. Dank Let’s Encrypt gibt es kostenlose Zertifikate, die technisch genauso sicher sind wie teure Alternativen. Der einzige Unterschied liegt in Service und Support.

Kostenpflichtige Zertifikate von Anbietern wie DigiCert oder Sectigo kosten zwischen 50 und 500 Euro jährlich, bieten aber zusätzliche Features wie Wildcard-Unterstützung für Subdomains oder erweiterte Garantien.

Zusammengefasst: Websites brauchen SSL-Zertifikate

Im Jahr 2026 sind SSL-Zertifikate unverzichtbar und gehören zum absoluten Standard. Dank kostenloser Optionen wie Let’s Encrypt gibt es keine Ausrede mehr, auf Verschlüsselung zu verzichten. Die Vorteile überwiegen deutlich:

  • Vertrauen der Besucher
  • Bessere Suchmaschinen-Rankings
  • Schutz sensibler Daten
  • Vermeidung von Browser-Warnungen

Als Hinweis zum Schluss: SSL-Zertifikate sowie Domains müssen regelmäßig verlängert werden. Mit automatischen Renewals ist das heute aber kein Problem mehr. Dann steht der sicheren Arbeit mit der Website nichts mehr im Wege.

Zuletzt aktualisiert am 01.03.2026

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