Es gibt ein Update für die Corona Warn App, die über die Update-Funktion in den App-Stores von Apple und Google geladen werden kann. Version 1.5 bietet im Wesentlichen zwei neue Funktionen: Die Corona Warn App funktioniert nun auch über die Grenzen Deutschlands hinaus – und es gibt eine Protokollfunktion für Personen, die infiziert sind.

Besonders wichtig in einem vereinigten Europa ist, dass die EU in den letzten Wochen ein EU Federation Gateway Service (EFGS) aufgebaut hat. Ein Netzwerk, das es allen dezentral arbeitenden Warn-Apps in Europa die Zusammenarbeit erlaubt. Dadurch sind Kontakte mit als Infizierten auch über die Landesgrenzen hinaus erkennbar. Kostenpunkt: 13 Mio. EUR.

Ein wichtiger Schritt, der schon viel früher hätte gegangen werden müssen. Denn auch, wenn durch Corona weniger gereist wird als normalerweise: Menschen überschreiten nach wie vor die Grenzen. Im grenznahen Gebiet wie selbstverständlich, auch, um arbeiten zu gehen. Das zentrale Gateway sorgt dafür, dass internationale Kontakte registriert und gemeldet werden.

Ziel: 16 Apps von EU-Mitgliedsstaaten kooperieren

Deutsche User müssen dafür gar nichts machen – außer das Update installieren. User in anderen Ländern müssen die Funktion mitunter freischalten. In einem ersten Schritt tauschen die Warn-Apps aus Deutschland, Irland, und Italien länderübergreifend Daten aus. Schon bald soll es auch in Dänemark, Lettland und Spanien funktionieren.

Weitere Mitgliedsstaaten wie die Niederlande, Österreich, Polen und Tschechien folgen voraussichtlich im November, berichtet die Wirtschaftswoche.

Frankreich bleibt außen vor, weil sich Frankreich für eine zentrale Lösung entschieden hat – die ist nicht kompatibel.

Ebenfalls neu: Symptomtagebuch

Darüber hinaus – und das ist die zweite neue Funktion! – können positiv Getestete freiwillig auch Krankheitssymptome in ein Symptomtagebuch eintragen. Auf diese Weise soll die Risikobewertung bei Kontaktpersonen verbessert werden. Denn es macht einen Unterschied, ob ein milder Verlauf vorliegt – oder ein schwerer.

Da wir uns eindeutig auf eine zweite Welle vorbereiten müssen – oder bereits mitten drin stecken! -, kommt der Warn-App nun wieder eine größere Bedeutung zu. Leider meinen immer noch viele, sie müssten nicht mitmachen. Zwar verzeichnet die App mittlerweile 19,5 Mio. Downloads in Deutschland. Doch es könnten deutlich mehr sein. Richtig eingesetzt, kann die App helfen, Infektionsketten schneller zu durchbrechen.

Allerdings müssen aber auch unbedingt die Gesundheitsämter besser unterstützt werden. Denn die Arbeit haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsämter, die im Falle einer Infektion mühsam die möglichen Kontakte nachvollziehen müssen. Hier hilt die Warn-App leider nicht weiter.