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Auch wenn die meisten WhatsApp benutzen: Es gibt viele andere gute Messenger. Die Macher von Threema – ein Schweizer Unternehmen – haben nun einen besonderen Weg beschritten: Sie haben den Quellcode von Threema öffentlich gemacht. Threema ist nicht der erste Anbieter mit dieser Idee. Doch es sorgt für Vertrauen, wenn der Quellcode offen ist.

Für einen Laien klingt der Schritt einigermaßen verrückt: Da geht also ein Unternehmen wie Threema hin, und stellt den Quellcode – also das komplette Programm! – seiner App der Allgemeinheit zur Verfügung. Damit die sich davon überzeugen kann, wie die App funktioniert – und dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Threema-App wirklich sicher ist.

Das klingt so, als ginge Coca-Cola hin und veröffentlicht seine geheime Cola-Formel, verbunden mit dem Hinweis: Seht selbst, wie lecker unsere Cola ist. Mixt doch selbst mal!

Vertrauensbildende Maßnahme

In der analogen Welt undenkbar. In der digitalen Welt eine vertrauensbildende Maßnahme. Threema hat nicht nur seinen Quellcode auf GitHub veröffentlicht, sondern auch eine Dokumentation (White Paper), wie die Verschlüsselung konkret konzipiert ist. So kann jeder User nachschauen, wie das genau funktioniert und überprüfen, ob es Hintertüren (Backdoors) oder Fehler gibt.

Vorteil: Aussagen über die App sowie deren Sicherheitskonzept lassen sich somit jederzeit von autonomen Stellen überprüfen. Das erhöht das Ansehen des Schweizer Unternehmens und seiner ohnehin populären App enorm – und auch die Sicherheit. Denn sollten tatsächlich Sicherheitslücken entdeckt und gemeldet werden, können die Entwickler diese schnell schließen.

Pluspunkt im Werben um die User-Gunst

Ein kluger Schachzug in Zeiten, in denen gleich mehrere Messenger um die Gunst der User werben (WhatsApp, Facebook Messenger, Threema, Signal, Telegram und einige andere). Da Threema aktuell die Preise für seine App um 50% reduziert hat (nur 1,99 EUR in den App-Stores von Apple und Google), dürfte das dem Messenger noch mehr Aufwind verschaffen.

Es wäre sogar zu überlegen, ob es nicht sogar vorgeschrieben sein müsste, genau so vorzugehen wie Threema es macht. In einer Welt, in der wir alle digital kommunizieren, ist es regelrecht fahrlässig, einem Anbieter einfach so zu vertrauen. Niemand kann wirklich wissen, was zum Beispiel bei WhatsApp im Hintergrund passiert. Bei Threema jetzt schon.

Interoperabilität: Davon würden Messenger wie Threema weiter profitieren – die User sowieso