Rufnummern in der Fritz!Box sperren

von | 09.03.2021 | Internet, Netzwerk, Office

Ihr sitzt gemütlich beim Kaffee, das Telefon klingelt, die Nummer ist euch unbekannt. Neugierig nehmt ihr den Anruf an und werdet entweder mit einem unmoralischen Angebot, einer unerwünschten Werbung oder Stille begrüßt. Das mag bei einem Anruf noch verschmerzbar sein. Spätestens, wenn die selbe Nummer mehrfach anruft, wird es Zeit, diese im Router zu sperren.

Euer Router fungiert neben vielen anderen Aufgaben auch als Telefonzentrale. Damit laufen die Anrufe auch zuerst am Router auf und werden dann an die Endgeräte weitergegeben. Bei einer Fritz!Box könnt ihr diese Weiterleitung beeinflussen, auch wenn das nicht ganz intuitiv möglich ist. Klickt auf Telefonie > Anrufe, dann sucht ihr die zu sperrende Rufnummer aus der Anrufliste heraus.

Klickt dann auf das Symbol mit dem Adressbuch ganz rechts neben der Rufnummer. Achtet dann darauf, dass ihr statt auf Telefonbuch auf Rufsperren klickt. Anrufe von den dort aufgenommenen Rufnummern werden gar nicht mehr an die Telefone weitergeleitet, sondern direkt verworfen. Solange die Anrufer ihre Rufnummer nicht variieren, habt ihr Ruhe.

Erweiterte Sperroptionen in Fritz!OS 8

Mit Fritz!OS 8, das seit 2024 für die meisten aktuellen Fritz!Box-Modelle verfügbar ist, hat AVM die Sperr-Funktionen deutlich ausgebaut. Neben einzelnen Nummern könnt ihr jetzt auch ganze Nummernbereiche blockieren. Besonders praktisch: Die automatische Erkennung von Spam-Anrufen durch die Community-Datenbank.

Unter Telefonie > Rufsperren findet ihr zusätzliche Optionen wie „Anonyme Anrufe sperren“ und „Internationale Vorwahlen blockieren“. Letzteres ist Gold wert, wenn ihr regelmäßig Anrufe aus dubiosen Quellen mit exotischen Ländervorwahlen erhaltet.

Smartphone-Integration nutzen

Seit 2025 synchronisiert die Fritz!App automatisch gesperrte Nummern mit der Fritz!Box. Blockiert ihr eine Nummer auf eurem Smartphone, wird diese auch am Festnetzanschluss gesperrt. Das funktioniert bidirektional und spart viel manuelle Arbeit.

Öffnet die Fritz!App, geht zu „Telefonie“ und aktiviert die „Erweiterte Rufsperre“. Hier könnt ihr auch Zeitfenster definieren – perfekt für Werbeblockaden außerhalb der Geschäftszeiten.

Clever: Muster-basierte Sperrung

Ein echter Gamechanger ist die musterbasierte Sperrung. Statt einzelne Nummern zu blockieren, definiert ihr Regeln. Beispiel: Alle Nummern, die mit 0900 beginnen (Premium-Dienste) oder bestimmte Handy-Vorwahlen aus dem Ausland.

Dazu geht ihr in der Fritz!Box-Oberfläche zu Telefonie > Rufsperren > Neue Rufsperre. Wählt „Nummernbereich“ statt „Einzelnummer“ und gebt das gewünschte Muster ein. Ein Asterisk (*) steht für beliebige Ziffern.

Was tun bei unterdrückten Nummern?

Anonyme Anrufer sind besonders nervig, weil ihr sie nicht direkt sperren könnt. Hier hilft die Option „Anonyme Anrufe ablehnen“ unter den Rufsperre-Einstellungen. Aktiviert diese Option, und alle Anrufe ohne Rufnummernübertragung werden automatisch abgewiesen.

Für wichtige Kontakte, die aus Datenschutzgründen anonym anrufen müssen, könnt ihr eine Whitelist anlegen. Diese Nummern kommen trotz aktivierter Anonymsperre durch.

Profi-Tipp: Anrufbeantworter als Spam-Filter

Eine clevere Ergänzung zur Rufsperre: Richtet einen speziellen Anrufbeantworter für unbekannte Nummern ein. Seriöse Anrufer sprechen eine Nachricht, Spam-Roboter legen meist sofort auf.

Unter Telefonie > Anrufbeantworter erstellt ihr eine neue Instanz mit einer Ansage wie: „Wenn Sie mich erreichen möchten, sprechen Sie bitte nach dem Ton oder senden eine SMS.“ Echte Anrufer werden das tun, Spam-Calls verschwinden.

Weitere Router-Hersteller

Falls ihr keine Fritz!Box nutzt: Die meisten modernen Router bieten ähnliche Funktionen. Bei Speedport-Routern der Telekom findet ihr die Einstellungen unter „Telefonie“ > „Anrufschutz“. Hier könnt ihr ebenfalls einzelne Nummern oder Nummernbereiche sperren.

Netgear-Router haben oft eine „Call Blocking“-Funktion im Telefonie-Menü versteckt. Bei älteren Modellen müsst ihr möglicherweise auf die Weboberfläche zurückgreifen, da nicht alle Features in den Apps verfügbar sind.

Zusätzlicher Schutz durch Drittanbieter

Für maximalen Schutz könnt ihr externe Dienste wie „Clever Dialer“ oder „Truecaller“ nutzen. Diese Apps erkennen Spam-Anrufe automatisch und können sie direkt am Smartphone blockieren. Die Datenbanken werden kontinuierlich von der Community aktualisiert.

Ein Geheimtipp: Viele Festnetz-Provider bieten eigene Spam-Schutz-Services an. Die Telekom beispielsweise hat „Anrufschutz vor Spam“ im Portfolio, der verdächtige Anrufe bereits im Netz abfängt, bevor sie euer Telefon erreichen.

Zuletzt aktualisiert am 26.02.2026