Die Inzidenzwerte bewegen sich aktuell nach unten – bei uns in Deutschland, aber auch in den meisten anderen EU-Ländern. Das lässt Hoffnungen aufkeimen, dass im Sommer vielleicht wieder Reisen möglich sind. Aber ganz sicher nicht überall gleich – und ganz sicher nicht ohne Tests und Nachweis einer erfolgten Impfung. Deshalb soll es in Deutschland – aber auch in Europa – einen digitalen Impfpass geben. Schon im Juni könnte es den geben. Aber wie kann so ein Digitaler Impfpass aussehen?

Den gelben analogen Impfausweis wird es auch weiterhin geben – und er bleibt natürlich auch gültig. Aber digitale Lösungen machen Kontrollen leichter und schneller. Der digitale Impfnachweis – „grünes Zertifikat“ genannt – soll fälschungssicher sein und kommt ohne zentral gespeicherte Daten aus. Es funktioniert so: Bekommt jemand eine Impfung, erzeugt der impfende Arzt oder das Impfzentrum einen QR-Code.

Dazu kommt eine offizielle „Certificate Generation App“ zum Einsatz. Der QR Code enthält einige Daten, etwa Name, Geburtsdatum, ggf. Personalausweis- oder Passnummer, Art des verwendeten Impfstoffs, Datum der Verimpfung, einen Hinweis ob es die erste oder zweite Impfung war sowie eine digitale Signatur des Arztes oder Impfzentrums. Es folgt ein digitales Prüfverfahren. Alle diese Daten verbergen sich in einem QR-Code und werden nicht zentral gespeichert.

Der QR Code wird den Geimpften ausgehändigt, in der Regel als PDF. Zusammen mit dem Ausweis ist das der gültige Impfnachweis.

Impfnachweis IBM

Programmcode OpenSource

Aber wie können wir sicher sein, dass der QR Code keine Daten enthält, die problematisch sind – und wirklich fälschungssicher?

Die Software zum Erzeugen und Überprüfen der QR Codes ist OpenSource. Das bedeutet, jeder kann reinschauen – und beurteilen, ob alles OK ist. Das ist eine gute Nachricht, weil es für Vertrauen sorgt.

Manche denken: Ein QR-Code als Impfnachweis. Bedeutet das, dass man auf jeden Fall ein Smartphone braucht, um den digitalen Impfausweis herzuzeigen?

Nein, keineswegs – das ist durchaus ein Pluspunkt der Lösung. Der QR Code wird im Impfzentrum oder beim Arzt erzeugt und kann entweder ins Smartphone geladen werden, etwa in die Corona Warn App – oder eine spezielle App für den Impfnachweis, die extra für diesen Zweck entwickelt und vorgestellt wird.

Impfnachweis im Handy – wahlweise mit Corona Warn App

Der Impfnachweis, der QR-Code wird schlicht im Smartphone gescannt und gespeichert. In Deutschland kann dazu die nationale Corona Warn App verwendet werden. Sie wird entsprechend erweitert. Es ist aber auch möglich, den QR Code auszudrucken auf Papier oder auf eine Plastikkarte zu prägen. Niemand ist also darauf angewiesen, den digitalen Impfpass im Smartphone bei sich zu tragen. Die Lösung ist also barrierefrei.

Aber auch das Datenschutz ist wichtig. Es muss sichergestellt sein, dass keine persönlichen Daten gespeichert werden.

Das ist der geschickte Trick bei diesem System. Es ist im Grunde wie ein Impfpass auf Papier: Man trägt ihn mit sich herum und kann entscheiden, wo man ihn herzeigt und wer ihn zu sehen bekommt. Nur derjenige sieht die Daten.

Wichtig ist aber nun, dass die Echtheit überprüft werden kann, denn solche QR-Codes ließen sich ansonsten ja auch fälschen. Deshalb wird ein Fingerabdruck – ein durch mathematische Verfahren berechnete Prüfsumme – gespeichert. Wie bei einem Fingerabdruck üblich, lässt sich daraus nichts rückermitteln, also weder Name, noch Geburtsdatum oder andere Informationen. Aber man kann blitzschnell überprüfen, ob ein hergezeigter QR-Code echt ist oder nicht.

Auch in Europa

Der Digitale Impfpass ist EU-kompatibel. Man wird sich also auch damit in Madrid, Paris oder Warschau ausweisen können. Erst mal ist das System nur für Corona-Impfungen gedacht.

Es wäre aber natürlich denkbar, dass es auch ausgeweitet wird auf andere Impfungen. Denn demnächst kommt ja die digitale Patientenakte – und da sind auch digitale Nachweise von Impfungen geplant. Wenn man schon ein gut funktionierendes System hat, liegt es nahe, das so auszuweiten.