Mit VR Brille im Metaverse

Noch können wir nicht rein – aber bald. Facebook (das jetzt Meta heißt) will ein Metaverse (Metaversum) “bauen”. Mit virtuellen Räumen und Angeboten für jeden Zweck und Bedarf. Was steckt dahinter und wie funktioniert das technisch?

Wir alle werden uns an einen neuen Begriff gewöhnen müssen: „Metaverse“, oder auf Deutsch „Metaversum“. Denn so bezeichnet Facebook-Gründer Mark Zuckerberg eine völlig neue Onlinewelt, die er mit seiner Firma erschaffen will. Ein virtuelles Universum im Internet. 10.000 Arbeitsplätze sollen rund um das Projekt allein in Europa entstehen. Klingt nach einer großen Sache.

Facebook bietet über Ocolus VR-Brillen an

Facebook bietet über Ocolus VR-Brillen an

Was ist denn dieses Metaversum?

Das ist ein Zukunftsszenario für die digitale Mediennutzung, auf das sich der Konzern einstellen will. Man muss sich das Ganze vorstellen wie eine komplett eigene virtuelle Welt. Jeder, der hier mitmacht, hat einen Avatar – ein digitales Alter ego. Wie der eigene Avatar aussieht, das kann jeder selbst bestimmen. Dann gibt es virtuelle Räume für alles Mögliche: Spiele, Treffpunkte, Konzertsäle, Kongresse, Konferenzräume, Shopping Malls… Der Fantasie sind grundsätzlich keine Grenzen gesetzt.

Nutzerinnern und Nutzer können sich in diesen virtuellen Räumen treffen, sich miteinander austauschen, kommunizieren, aber auch anderen lauschen oder sich Veranstaltungen anschauen. Auch virtuelle Arbeits-Meetings sind möglich. Man wird aber auch virtuelle Dinge kaufen und besitzen können: Grundstücke, Häuser, Kunst…

Das alles gibt es schon, vor allem in Spielewelten wie Fortnite oder Roblox, wird in einem Metaversum aber die auf die Spitze getrieben. Denn hier ist wirklich alles virtuell – und alles ist miteinander verbunden. Für Facebook und andere Anbieter ergeben sich ganz neue Möglichkeiten.

Selbst Blickrichtung und Mimik erkennen die Headsets

Selbst Blickrichtung und Mimik erkennen die Headsets

Was nötig ist, um in einer solchen virtuellen Welt mitzumachen

Zunächst einmal müssen diese virtuellen Räume natürlich erst mal erschaffen werden. Das ist keine Kleinigkeit und mit einigem Aufwand verbunden. Aber da ist der Facebook-Konzern bereits dran: Es wird schon bald virtuelle Treffpunkte zum Plaudern und zum Arbeiten geben. Um aber mitmachen zu können, braucht es technisches Equipment.

In der Regel werden die Menschen eine VR-Brille aufsetzen müssen. Wenn man so eine Brille aufsetzt, hört und sieht man die eigene Umgebung nicht mehr – und taucht völlig ein in die virtuelle Welt. Die Sinne werden perfekt getäuscht. Schaut man nach links, schaut man auch im virtuellen Raum nach links.

Man kann virtuelle Gegenstände greifen und ablegen – und sich teilweise sogar im virtuellen Raum bewegen. Damit das klappt, braucht man nicht nur eine VR-Brille, sondern auch einen verhältnismäßig leistungsfähigen Computer und eine schnelle Internetverbindung. Es ist also einiges an technischem Aufwand nötig – nicht nur auf Seite von Facebook alias Meta, sondern auch auf der Seite der Nutzerinnen und Nutzer.

Ocolus bietet die passenden Brillen an

Der Facebook Konzern hat ja vor einigen Jahren den VB-Brillen-Hersteller „Ocolus“ gekauft.

Diese Brillen sind ideal für den Einsatz im Metaversum geeignet. Aktuell entwickelt der Hersteller an einem neuen Modell, das unter dem Codenamen „Cambria“ entwickelt wird, das Anfang 2022 auf den Markt kommen soll. Die Brille soll komfortabel sein, Bewegungen erkennen – und ist sogar mit Sensoren ausgestattet, die Blickrichtung und Mimik erkennen.

Die Idee dahinter: Avatare sollen im Metaverse keine versteinerte Mine haben, sondern eine bewegliche Mine – und auch in Richtungen schauen können. Für Technikverliebte klingt das beeindruckend und wunderbar. Aber wir wollen mal nicht vergessen, womit Facebook sein Geld verdient: mit dem gnadenlosen Ausschlachten von Nutzerdaten. Wenn Facebook nun auch mitbekommt, wohin ich schaue und welches Gesicht ich mache, sind das noch mehr Daten, die verarbeitet werden können.

Es wird aber auch Brillen geben, die „Augmented Reality“ anbieten: Man sieht dann die echte Welt um sich herum – und da werden dann zeitgleich Informationen eingeblendet. Das könnte zum Beispiel in einem Museum funktionieren: Ich gehe durch die Räume, sehe mir Kunstwerke an – und sehe daneben Informationen in meiner Sprache. Oder lasse sich durch die Ausstellung führen.

Ohne VR Brille gibt es auch kein Metaversum

Ohne VR Brille gibt es auch kein Metaversum

So will Faceb0ok Geld verdienen

Da ist ja offensichtlich eine Menge denkbar. Aber wie will ein Konzern wie Facebook denn dann Geld verdienen?

Da gibt es viele denkbar Möglichkeiten. Die VR-Brillen sind ein Umsatzbringer, aber am Ende nur Mittel zum Zweck. Facebook ist ganz andere Margen gewöhnt. Natürlich wird man auch in einer VR-Welt, in einem Metaversum Werbung präsentieren können. Und noch subtiler als in der echten Welt, da ja hier jedem eine ganz eigene Welt präsentiert werden kann.

So könnte etwa auf vorbei fahrenden Autos eine Werbung zu sehen sein… Facebook könnte aber auch Geld verlangen für den Verkauf von virtuellen Gegenständen. Klamotten für den eigenen Avatar. Das Anmieten schicker Büros. Den Verkauf virtueller Grundstücke. Gebühren für den Tausch von echtem Geld in Metaverse-Dollar.

Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Schließlich ist das Metaverse eine eigene Welt – und Facebook ist dabei, die Regeln zu definieren. Und die werden ganz sicher nicht zum Nachteil von Facebook sein. Die Politik sollte diesmal nicht warten, bis es zu spät ist, sondern sich von Anfang an einklinken und regulieren.

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