Internet Explorer Modus in Edge: So funktioniert’s unter Windows 11

von | 22.02.2022 | Software, Windows

Edge ist der Standard-Browser seit Windows 10. Da allerdings war der Internet Explorer noch installiert, unter Windows 11 hilft nur ein kleiner Hack, wenn ältere Webseiten nicht richtig dargestellt werden.

Über viele Windows-Versionen war der Internet Explorer der Standard-Browser. In Windows 10 war er schon nicht mehr als Verknüpfung verfügbar, aber immer noch als Programm auf der Festplatte. Mit Windows 11 ist auch das Geschichte: Den Internet Explorer gibt es nicht mehr. Microsoft hat ihn im Juni 2022 endgültig eingestellt und aus dem Betriebssystem entfernt. Zumindest nicht als eigenes Programm, dafür hat aber Edge die alten Funktionen integriert.

Trotz des Endes vom Internet Explorer bleiben viele Legacy-Anwendungen problematisch. Besonders in Unternehmen und Behörden laufen noch immer veraltete Intranet-Systeme, Online-Banking-Portale oder Verwaltungstools, die speziell für den Internet Explorer entwickelt wurden. Diese Webseiten nutzen veraltete ActiveX-Controls, spezielle JavaScript-Implementierungen oder CSS-Eigenschaften, die moderne Browser aus Sicherheitsgründen nicht mehr unterstützen.

Genau für diese Fälle hat Microsoft den IE-Modus in Edge entwickelt. Dieser Kompatibilitätsmodus ist deutlich ausgereifter geworden und bietet inzwischen erweiterte Verwaltungsoptionen. Nicht alle Webseiten unterstützen die Funktionen von Edge. Alte, lange nicht mehr angepasste Seiten sehen auf modernen Browsern oft sonderbar aus und funktionieren nicht richtig. Grund genug für Windows 11, Edge einen Kompatibilitätsmodus mitzugeben. Dieser muss aktiviert werden:

  • Klickt auf die drei Punkte in Edge, dann auf Einstellungen > Standardbrowser.
  • Unter Internet Explorer-Kompatibilität bietet Edge einige Optionen zur Auswahl: Zulassen, dass Websites im Internet Explorer-Modus neu geladen werden aktiviert den IE-Modus in Edge.
  • Nach einem Neustart des Browsers kommt im Menü von Edge eine neue Option hinzu: Im Internet Explorer-Modus neu laden schließt die aktuelle Seite in Edge und lädt sie neu. Bei diesem Ladevorgang simuliert Edge den Internet Explorer, für die Webseite ist der Internet Explorer der aufrufende Browser.
  • Bei Webseiten, die häufiger geladen werden müssen, bietet Edge noch ein wenig mehr Komfort: Unter Seiten im Internet Explorer-Modus lassen sich durch einen Klick auf Hinzufügen die URLs von Seiten hinterlegen, die immer im Kompatibilitätsmodus geladen werden sollen. Seit 2024 können Administratoren diese Gültigkeitsdauer auf bis zu 90 Tage erweitern, danach lädt Edge die Seite wieder als Edge-Browser mit allen zugehörigen Eigenschaften.

Für Unternehmen gibt es zusätzliche Verwaltungsoptionen über Gruppenrichtlinien. IT-Administratoren können zentral festlegen, welche Websites automatisch im IE-Modus geöffnet werden sollen. Die Enterprise Site List ermöglicht es, umfangreiche Listen mit Legacy-Anwendungen zu verwalten, ohne dass jeder Nutzer manuell konfigurieren muss.

Besonders praktisch: Der IE-Modus funktioniert nahtlos. Ihr könnt in einem Edge-Tab moderne Websites normal nutzen und in einem anderen Tab parallel eine alte Unternehmensanwendung im IE-Modus laufen lassen. Edge zeigt dabei ein kleines IE-Symbol in der Adressleiste an, wenn eine Seite im Kompatibilitätsmodus läuft.

Ein wichtiger Hinweis zur Sicherheit: Der IE-Modus sollte wirklich nur für unverzichtbare Legacy-Anwendungen genutzt werden. Diese älteren Rendering-Engines haben bekannte Sicherheitslücken und unterstützen keine modernen Web-Standards. Microsoft empfiehlt Unternehmen daher dringend, ihre Webanwendungen zu modernisieren, statt dauerhaft auf den IE-Modus angewiesen zu sein.

Alternativen zum IE-Modus gibt es durchaus. Manche problematische Websites lassen sich auch über die Entwicklertools von Edge reparieren. Drückt F12, wechselt zur Registerkarte „Emulation“ und probiert verschiedene Browser-Modi aus. Manchmal reicht schon die Umstellung auf einen älteren Edge-Modus oder die Deaktivierung bestimmter moderner Features.

Wer häufig mit alten Systemen arbeiten muss, kann auch spezialisierte Browser wie den Pale Moon oder Waterfox nutzen. Diese basieren auf älteren Firefox-Versionen und unterstützen noch viele veraltete Web-Technologien, die moderne Browser blockieren.

Für die Zukunft plant Microsoft, den IE-Modus mindestens bis 2029 zu unterstützen. Das gibt Unternehmen genügend Zeit, ihre Legacy-Systeme zu modernisieren. Gleichzeitig arbeitet Microsoft daran, die Kompatibilität von Edge weiter zu verbessern, damit der IE-Modus irgendwann überflüssig wird.

Zuletzt aktualisiert am 22.02.2026