Face ID mit Maske: So funktioniert die iPhone-Entsperrung heute

von | 16.03.2022 | iOS

Face ID mit Maske? Was vor fünf Jahren noch undenkbar schien, gehört heute zur iPhone-Grundausstattung. Seit iOS 15.4 im Jahr 2022 eingeführt und in den Folgejahren kontinuierlich verbessert, ist diese Funktion aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken – besonders in Zeiten, wo Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln, Arztpraxen oder bei Erkältungen wieder alltäglich sind.

Face ID hat nach wie vor einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz: Die verwendete TrueDepth-Kamera-Technologie mit Infrarotsensor und Punktprojektor lässt sich nur mit extrem hohem Aufwand täuschen. Ein einfaches Foto reicht definitiv nicht aus. Um diesen Sicherheitsstandard auch bei teilweise verdeckten Gesichtern beizubehalten, waren damals umfangreiche Anpassungen an der Software nötig – die sich heute als wegweisend erwiesen haben.

Verfügbarkeit und Voraussetzungen

Die Funktion steht allen iPhones ab dem iPhone 12 zur Verfügung – also iPhone 12, 13, 14, 15 und den aktuellen iPhone 16-Modellen. Ältere Geräte wie das iPhone X oder 11 unterstützen Face ID mit Maske nicht, da die Hardware-Voraussetzungen fehlen.

Nach einem iOS-Update (ab Version 15.4) bietet das iPhone die Konfiguration von Face ID mit Maske meist automatisch an. Falls nicht, findet ihr die Option unter Einstellungen > Face ID & Code. Dort könnt ihr Face ID mit Maske aktivieren und einrichten.

So funktioniert die Einrichtung

Bei der Konfiguration tragt ihr zunächst keine Maske: iOS nimmt sowohl mit als auch ohne Brille die Gesichtsdaten neu auf und konzentriert sich dabei hauptsächlich auf die Augenpartie und den oberen Gesichtsbereich. Das System lernt dabei, charakteristische Merkmale zu erkennen, die auch bei verdeckter unterer Gesichtshälfte eindeutig identifizierbar sind.

Besonders wichtig: Jede Brille, die ihr regelmäßig tragt, sollte separat konfiguriert werden. Das iPhone erstellt dann für jede Brille ein eigenes Erkennungsprofil.

Sicherheit und Genauigkeit

Apple hat die Sicherheitsstandards auch bei der Masken-Erkennung nicht gesenkt. Die Fehlerquote liegt weiterhin bei etwa 1:1.000.000 – allerdings konzentriert sich die Erkennung auf einen kleineren Gesichtsbereich. In der Praxis funktioniert die Erkennung zuverlässig, auch wenn sie bei sehr ähnlich aussehenden Personen theoretisch weniger sicher ist als die Vollgesichtserkennung.

Aktuelle Verbesserungen und Tipps

Seit der Einführung hat Apple die Masken-Erkennung kontinuierlich verbessert. Mit iOS 17 und 18 wurde die Geschwindigkeit deutlich erhöht und die Erkennungsrate bei verschiedenen Maskentypen optimiert. Auch bei Sonnenbrillen funktioniert die Erkennung mittlerweile deutlich besser.

Ein paar Tipps für die optimale Nutzung:

  • Verschiedene Lichtverhältnisse: Richtet Face ID sowohl bei Tageslicht als auch bei künstlichem Licht ein
  • Mehrere Brillen: Konfiguriert jede Brille einzeln, die ihr regelmäßig tragt
  • Regelmäßige Updates: Wenn die Erkennung nachlässt, könnt ihr unter den Face ID-Einstellungen eine „Alternative Erscheinung“ hinzufügen
  • Maskentypen: FFP2-Masken, OP-Masken und Stoffmasken werden alle erkannt, bei sehr eng anliegenden Masken kann die Erkennung etwas länger dauern

Alternativen und Backup-Optionen

Trotz der verbesserten Masken-Erkennung solltet ihr immer einen PIN-Code als Backup haben. Bei sehr dicken Wintermützen, die tief ins Gesicht gezogen werden, oder bei Sonnenbrillen mit sehr dunklen Gläsern kann auch die erweiterte Face ID an ihre Grenzen stoßen.

Für besonders sicherheitsbewusste Nutzer bietet iOS auch die Möglichkeit, Face ID mit Maske komplett zu deaktivieren und nur die Vollgesichtserkennung zu verwenden.

Ausblick und Entwicklung

Apple arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung von Face ID. Gerüchte sprechen von einer noch präziseren TrueDepth-Kamera in zukünftigen iPhone-Generationen, die auch bei noch stärker verdeckten Gesichtern zuverlässig funktionieren soll.

Die Corona-Pandemie mag vorbei sein, aber Face ID mit Maske bleibt eine praktische Funktion – sei es bei Erkältungen, in staubigen Umgebungen oder einfach aus persönlichen Gründen. Eine deutliche Erleichterung im Alltag, die zeigt, wie schnell sich Technologie an veränderte Lebensumstände anpassen kann.

Zuletzt aktualisiert am 22.02.2026