Ein kostenloses Tool – eigentlich: ein Onlinedienst – springt für Euch über die „Paywall“ vieler Nachrichtenangebote: Das Tool macht Artikel sichtbar und lesbar, die eigentlich nur zahlender Kundschaft zur Verfügung stehen. Praktisch für alle, die gelegentlich etwas lesen wollen – ärgerlich für Verlage.
Es ist nicht leicht, mit guten Inhalten im Netz Geld zu verdienen. Die Menschen erwarten, dass (fast) alles kostenlos ist – zumindest Informationen. Also Artikel zum Beispiel. Das war nicht immer so: Früher musste man für gute Texte immer bezahlen, ob für Bücher, Zeitungen, Zeitschriften oder Magazine.
Heute steht fast alles im Netz. Die Verlage wollen und brauchen Aufmerksamkeit. „Kostenlos“ Inhalte ziehen die Menschen an. Weil die Suchmaschinen ihnen die Besucher vorbei schicken.

Gute Inhalte kosten
Inhalteanbieter müssen Aufwand refinanzieren
Aber wie die ganze Arbeit, den Aufwand, die Technik bezahlen? Die meisten Verlage sehen keine andere Möglichkeit und versehen ihre Angebote mit Werbung. Doch auch damit lässt sich nicht genug Geld verdienen, um hochwertigen Journalismus zu finanzieren. Die Werbeblindheit der Nutzer und Adblocker machen es noch schwieriger.
Deshalb gehen die meisten Verlage heute diesen Weg: Freemium-Modelle mit einer Mischung aus kostenlosen und kostenpflichtigen Inhalten. Wer für Inhalte zahlt, bekommt nicht nur Artikel ohne Werbung zu sehen, sondern auch Artikel und Inhalte, die – zumindest teilweise – exklusiv zahlenden Lesern zur Verfügung stehen.
Solche Artikel liegen hinter der sogenannten „Paywall„, der Bezahlschranke. 2026 haben praktisch alle großen Nachrichtenportale – von Zeit Online über Spiegel bis hin zu regionalen Tageszeitungen – solche Bezahlschranken eingeführt.
Kennen wir alle: Wir googeln etwas, stoßen auf einen aktuellen interessanten Artikel – doch der wird nur angerissen. Um ihn komplett zu lesen, müssten wir ein Abo abschließen. Besonders ärgerlich ist das bei breaking news oder wichtigen gesellschaftlichen Themen.
Die Verlage und Inhalteanbieter „zeigen“ den Suchmaschinen die kompletten Artikel, obwohl sie hinter der Paywall liegen. Deshalb weiß Google, was in einem Artikel steht – und schickt die Leute im Zweifel hin. Diese Praxis ist mittlerweile Standard und wird auch von Google selbst unterstützt, da sie hochwertige Inhalte bevorzugt.
Aber wer den Artikel lesen will, bleibt an der Paywall hängen.

12ft zeigt Artikel hinter der Paywall – aber Vorsicht!
Für dieses Dilemma gibt es weiterhin eine Lösung: Das Online-Tool https://12ft.io/ ist nach wie vor verfügbar und funktional. Ihr müsst einfach die URL (die Webadresse) des geschützten Artikels vorher im Browser in der Adresszeile kopieren und hier bei 12ft wieder einsetzen. Bei vielen Angeboten sorgt der Dienst dafür, dass Ihr den Artikel danach problemlos hinter der Paywall lesen könnt.
Allerdings ist die Erfolgsquote in den letzten Jahren deutlich gesunken. Viele Verlage haben ihre Paywall-Technologien stark verbessert und setzen auf dynamische Lösungen, die schwerer zu umgehen sind. Große Anbieter wie Die Zeit, Der Spiegel oder auch internationale Medien wie die New York Times haben ihre Schutzmaßnahmen ausgebaut.
Alternative Tools und Methoden
Neben 12ft gibt es noch weitere Ansätze: Archive.today oder die Wayback Machine zeigen manchmal ältere Versionen von Artikeln an, die noch frei zugänglich waren. Auch der „Reader Mode“ in modernen Browsern kann gelegentlich helfen, wobei dies nicht zuverlässig funktioniert.
Einige Browser-Extensions versprechen ebenfalls, Paywalls zu umgehen – allerdings solltet Ihr bei der Installation solcher Tools vorsichtig sein. Oft verstecken sich dahinter fragwürdige Anbieter, die eure Daten sammeln oder Malware verbreiten.
Die ethische Dimension
Ich mache diesen Tipp mit einem großen „Aber“, denn prinzipiell habe ich absolutes Verständnis dafür, dass Inhalteanbieter Geld verdienen müssen. Qualitätsjournalismus kostet Geld – für Recherche, Redakteure, Technik und nicht zuletzt für die Unabhängigkeit der Berichterstattung.
Ernsthaft zu erwarten, alles müsse kostenlos sein, ist nicht fair. Auch „kostenlose“ Inhalte sind nicht wirklich gratis – ihr bezahlt mit euren Daten, eurer Aufmerksamkeit und eurer Zeit für Werbung.
Viele Verlage bieten mittlerweile flexible Bezahlmodelle: Tagespässe, günstige Probe-Abos oder sogar Pay-per-Article-Systeme. Wenn euch ein Medium regelmäßig gute Inhalte liefert, solltet Ihr ein Abo in Betracht ziehen.
Für gelegentliche Ausnahmen – etwa wenn Ihr auf einen einzelnen, besonders relevanten Artikel stoßt – können Tools wie 12ft eine pragmatische Lösung sein. Aber macht es nicht zur Gewohnheit. Guter Journalismus braucht eure Unterstützung, um zu überleben.
Denkt daran: Wenn alle Paywalls umgehen, gibt es irgendwann keine hochwertigen, unabhängigen Medien mehr. Und das wäre ein echter Verlust für unsere Demokratie und Meinungsvielfalt.
Zuletzt aktualisiert am 21.02.2026