Streamingdienste werden teurer

Die wahren Gründe für Preiserhöhung der Streamingdienste

Disney+, DAZN, Netflix, jetzt Amazon: Alle Streamingdienst haben in den letzten Wochen die Preise erhöht – und das trotz mehr Konkurrenz. Begründet werden die Preiserhöhungen mit allgemeinen Preissteigerungen. Aber die wahren Gründe sehen anders aus.

Filme und Serien streamen: Das ist heute so populär, dass durch diese Form des Medienkonsums sogar neue Begriffe geprägt wurden. „Binge Watching“ zum Beispiel: Das stundenlange Anschauen von Serien, Episode nach Episode. In Zeiten vom „linearen Fernsehen“ – also Fernsehen über Antenne oder Satellit – gab es so etwas nicht. Da machen die Sender das Programm. Bei Streaming-Diensten aber haben wir die Wahl, wann wir was schauen wollen.

Das Problem ist nur: Es gibt mittlerweile ein halbes Dutzend Streaming-Dienste. Netflix, Amazon, Disney+, Sky, Wow, DAZN und viele andere. Und die werden gerade alle teurer. Diese Woche hat Amazon die Preise erhöht – um saftige 30%.

Wer streamt es?
Unübersichtliches Angebot: Wer streamt es? hilft weiter…

Amazon Prime deutlich teurer

Amazon Prime wird deutlich teurer – ab Mitte September: Statt 69 EUR im Jahr kostet das Abo dann 89,90 EUR. Und 8,99 statt 7,99 EUR im Monat. Das ist eine Preissteigerung um 30%, also wirklich erheblich. Man muss fairerweise sagen, dass das Prime Abo auch Musik, eBooks und kostenlosen Paketversand enthält.

Der Streamingdienst Prime Video ist nur ein Teil des Pakets. Aber 30% Preiserhöhung sind erheblich. Offizielle Begründung: allgemein höhere Preise für Filme und Serien sowie generelle Preiserhöhungen. Unterschwellig heißt es also: Wir geben nur Preiserhöhungen weiter…

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In der Tat haben auch praktisch alle anderen Streamingdienste in den letzten Monaten die Preise erhöht. Disney+ erst Anfang des Jahres, obwohl bei uns in Europa noch gar nicht lange am Markt. Auch DAZN langt deutlich kräftiger zu. Und Netflix hat mehrere neue Pakete im Angebot: Wer auf mehr als einem Gerät Netflix schauen möchte zahlt mehr, wer auch Filme und Serien in 4K-Qualität sehen möchte doppelt so viel wie für das günstigste Paket.

Die wahren Gründe

Ein Argument ist ja, die allgemeinen Preiserhöhungen – vor denen natürlich auch die Produktion von Filmen und Serien nicht halt macht. Aber sind das die wahren Gründe für die Preiserhöhungen?

Es gibt meiner Ansicht nach gleich mehrere Gründe. Der wohl wichtigste: Jahrelang konnten sich die Streamingdienste über ständig wachsende Nutzerzahlen freuen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Kundenzahlen bei Netflix und Co. stagnieren, sie gehen teilweise sogar zurück.

Die Kunden haben die Qual der Wahl unter verschiedenen Anbietern. Und längst nicht alle Menschen können sich mehrere Dienste leisten, die jeweils 10-20 EUR im Monat kosten. Einigen Anbietern wie Netflix sind sogar komplette Märkte verloren gegangen, insbesondere der russische.

Anlässlich des Ukraine-Konflikts und der anschließend verhängten Wirtschaftssanktionen hatte Netflix sich entschlossen, in Russland nicht mehr zu streamen. Dieser Kundenschwund erzeugt einen enormen Druck: Die Unternehmen wollen Umsatzwachstum, schaffen das aber nicht mehr wie früher fast automatisch über Kundenzuwächse. Also erhöhen die Anbieter die Preise.

Lapidare E-Mail von Amazon
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Einsparungen bei den Produktionen

Von einzelnen Streamingdiensten wissen wir, dass die Mitarbeiter entlassen. Außerdem sparen sie auch erkennbar am Programm: Hochglanz-Produktionen gibt es zwar noch, aber weniger. Dabei sind es genau solche Produktionen – wie das legendäre „House of Cards“, das Netflix bekannt und erfolgreich gemacht hat, die einen Streamingdienst unterscheidbar, einzigartig und deswegen auch interessant machen.

Hinzu kommt, dass zB durch den Markteintritt von Disney Plus vor einiger Zeit viele attraktive Inhalte – vor allem Filme mit Comic-Helden – bei anderen Diensten wie Netflix oder Amazon Prime aus dem Programm genommen wurden. Sie wurden weniger attraktiv, um Disney Plus attraktiver zu machen. All das ist am Ende wenig motivierend für die Kunden, bei einem Streamingdienst zu bleiben.

Wie reagiert die Kundschaft?

Ich habe starke Zweifel, dass die Kunden die Preiserhöhungen einfach hinnehmen.

Denn zum einen stehen viele Verbraucher unter einem enormen Kostendruck derzeit. Da spart man vielleicht am ehesten bei dem, was nicht lebensnotwenig ist. Viele Menschen haben sich in letzter Zeit auf mehrere Streamingdienste eingelassen, weil immer neue gestartet sind – mit teilweise interessanten Inhalten.

Aber jetzt werden sie alle teurer – da verabschieden sich die Menschen eher von ein, zwei Streamingdiensten und bleiben nur dort, wo es insgesamt am attraktivsten ist. Ich denke daher, dass eine Kündigungswelle auf die Streamingdienste zukommt. Die höheren Kosten bei gleichzeitig schlechterem Angebot wird dafür sorgen, dass viele kündigen. Am Ende könnte der Schuss nach hinten los gehen – und viele Streamingdienste verdienen weniger als vorher. Das ist zumindest meine Prognose/Vermutung.

 

 

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