Google Maps hilft beim Sprit sparen

von | 11.08.2022 | Digital

Google Maps berechnet nicht nur die schnellste Route, sondern auch die spritsparendste. Mit KI-optimierten Eco-Routen könnt ihr Kraftstoff sparen, CO₂-Emissionen reduzieren und dabei bares Geld sparen – inzwischen auch in Deutschland verfügbar.

Viele Menschen nutzen Google Maps, um sich ans Ziel lotsen zu lassen: Der Onlinedienst berechnet auf Wunsch die beste Route für Fußgänger, Radfahrer und selbstverständlich auch für Autofahrer. Schon lange berechnet der Kartendienst so ganz nebenbei auch Fahrzeiten und Preise für den öffentlichen Nahverkehr – für alle, die gerne nachhaltig unterwegs sind.

Eco-Routen: KI berechnet die nachhaltigste Strecke

Seit einiger Zeit gibt es in Deutschland eine Funktion, die ursprünglich in USA und Kanada eingeführt wurde: die sogenannten „Eco-friendly routes“. Autofahrer können jetzt nicht nur die schnellste oder kürzeste Route berechnen lassen, sondern bekommen auch die nachhaltigste angezeigt. Wenn sich auf einer alternativen Strecke Sprit oder Energie einsparen lässt, zeigt Google Maps diese Route prominent an.

Dabei seht ihr sofort, wie viel Kraftstoff sich einsparen lässt und wie sich das auf die Fahrzeit auswirkt. Die Berechnung berücksichtigt Faktoren wie Steigungen, Verkehrsdichte, Ampelschaltungen und sogar die Beschaffenheit des Straßenbelags. Besonders clever: Google nutzt dabei Machine Learning-Algorithmen, die aus Millionen von Fahrten lernen und die Vorhersagen kontinuierlich verbessern.

Seit Start im Oktober schon so viel CO2 eingespart als ob 100.000 Autos stillgelegt werden

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Fahrzeugtyp macht den Unterschied

Um die Berechnungen so präzise wie möglich zu gestalten, lässt sich in den Einstellungen der Motortyp auswählen: Benzin, Diesel, Hybrid oder Elektro. Jeder Antrieb hat ein völlig anderes Verbrauchsprofil. Während Elektroautos bei Stop-and-Go-Verkehr durch Rekuperation sogar Energie zurückgewinnen, verbrauchen Verbrennermotoren in Staus besonders viel.

Für Elektrofahrzeuge zeigt Google Maps inzwischen auch die energieeffizienteste Route an, die berücksichtigt, ob bergauf viel Energie verbraucht wird, die bergab wieder zurückgewonnen werden kann. Hybrid-Fahrer profitieren von Routen, die häufige Geschwindigkeitswechsel vermeiden, da hier der Elektromotor optimal unterstützen kann.

Beeindruckende Umweltbilanz: Millionen Tonnen CO₂ eingespart

Die Zahlen sprechen für sich: Seit der weltweiten Einführung der Eco-Routen wurden bereits mehrere Millionen Tonnen CO₂ eingespart. Google berichtet, dass die Funktion inzwischen so viel bewirkt hat, als würden permanent über 500.000 Autos weniger auf den Straßen fahren.

Experten des National Renewable Energy Laboratory (NREL) des US-Energieministeriums haben errechnet, dass sich global jährlich über zwei Millionen Tonnen CO₂ einsparen ließen, wenn mehr Nutzer die spritsparenden Routen wählen würden. Für Deutschland allein schätzen Verkehrsexperten ein Einsparpotenzial von rund 150.000 Tonnen CO₂ pro Jahr.

Spareffekt wird genau berechnet

Spareffekt wird genau berechnet

Steigende Nachfrage nach Spartipps

Ein Blick in Google Trends zeigt: Die Suchanfragen zum Thema „Sprit sparen“ sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Besonders seit den Energiepreissteigerungen 2022 und den anhaltend hohen Kraftstoffpreisen suchen Autofahrer verstärkt nach Einsparmöglichkeiten. Die nachhaltigste Route zu wählen ist dabei eine der einfachsten Maßnahmen.

Neben der Routenoptimierung bietet Google Maps inzwischen auch Echtzeit-Informationen zu Tankstellen mit aktuellen Spritpreisen, Ladesäulen für E-Autos und sogar Hinweise auf Umweltzonen und Fahrverbote.

Konkurrenz zu klassischen Navis

Viele moderne Navigationssysteme bieten mittlerweile ähnliche Funktionen. TomTom, Garmin und andere Hersteller haben nachgezogen und integrieren umweltfreundliche Routenoptionen. Google hat jedoch einen entscheidenden Vorteil: die schiere Menge an verfügbaren Daten.

Durch Millionen von Android-Smartphones, die anonymisiert Verkehrsdaten liefern, kann Google extrem präzise Verkehrsvorhersagen treffen. Zusätzlich fließen Erkenntnisse aus dem Waymo-Projekt (Googles autonome Fahrzeuge) in die Algorithmen ein. Diese Datenfülle ermöglicht es, nicht nur aktuelle, sondern auch zukünftige Verkehrssituationen in die Berechnung einzubeziehen.

So aktiviert ihr die Eco-Routen

Die Funktion ist standardmäßig aktiviert, lässt sich aber individuell anpassen. In den Google Maps-Einstellungen unter „Navigationseinstellungen“ könnt ihr euren Fahrzeugtyp auswählen und entscheiden, ob ihr kraftstoffsparende Routen bevorzugt oder nur angezeigt bekommen möchtet, wenn der Zeitunterschied minimal ist.

Besonders praktisch: Google Maps zeigt beide Optionen parallel an – die schnellste und die sparsamste Route. So könnt ihr je nach Situation entscheiden, ob euch fünf Minuten mehr Fahrzeit die Kraftstoffersparnis wert sind.

Da Google Maps kostenlos verfügbar ist und von einem Großteil der Autofahrer genutzt wird, hat diese Funktion das Potenzial, einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Kleine Änderungen im Verhalten vieler Menschen können in der Summe große Wirkung entfalten.

Zuletzt aktualisiert am 21.02.2026