Hochwertige Fotodrucke selbst erstellen

von | 07.09.2022 | Hardware

Fotos aus dem Display anschauen ist schön – und das Teilen in Sozialen Netzwerken macht zweifellos auch Spaß. Doch manche Aufnahmen möchte man auch ausdrucken – und da gibt es einiges zu beachten.

War die Fotografie vor einigen Jahren noch ein kostspieliges Hobby und wirklich gute Bilder in der Regel das Werk professioneller Fotografen, so macht es heute die moderne Technik möglich, bereits mit einfachen Mittel hochwertige Schnappschüsse zu schießen. Die meisten Smartphone-Kameras leisten mittlerweile das, was vor einigen Jahren nur mit hochwertigen Fotoapparaten möglich war.

Hinzu kommen einfache, aber effektive Möglichkeiten, die Bilder zu bearbeiten, die auch für Laien leicht verständlich sind. Apps wie Lightroom Mobile, VSCO oder die integrierten Bearbeitungstools von Google Fotos und Apple Fotos machen aus durchschnittlichen Bildern echte Hingucker. Häufig verbleiben die Kunstwerke jedoch auf dem Smartphone oder finden ihren Weg in die sozialen Medien, dabei ist es ganz einfach, hochwertige Drucke selbst zu erstellen und so die schönsten Erinnerungen an der Wand oder im Album für die Ewigkeit festzuhalten.

Es braucht lediglich einen guten Drucker und das passende Papier – plus ein wenig Know-how bei der Vorbereitung eurer Dateien.

Fotos machen: Digitalkameras machen gute Aufnahmen

Fotos machen: Digitalkameras machen gute Aufnahmen

Die richtige Bildvorbereitung ist das A und O

Bevor ihr überhaupt zum Drucker greift, solltet ihr eure Bilder optimal vorbereiten. Die meisten Smartphone-Fotos sind für soziale Medien optimiert, aber nicht unbedingt für den Druck. Achtet auf eine Auflösung von mindestens 300 DPI (dots per inch) für euer gewünschtes Druckformat. Ein 10×15 cm Foto braucht also mindestens 1200×1800 Pixel.

Wichtig ist auch das Farbprofil: Während Displays mit RGB arbeiten, nutzen Drucker das CMYK-Farbsystem. Moderne Drucker-Software wandelt zwar automatisch um, aber für beste Ergebnisse solltet ihr eure Bilder im Adobe RGB oder sRGB-Farbraum bearbeiten. Tools wie Photoshop, GIMP oder auch die kostenlosen Online-Tools von Canva helfen dabei.

Darauf kommt es beim Drucker an

Die meisten modernen Drucker liefern ein hervorragendes Ergebnis, wer jedoch mit dem Gedanken spielt, sich ein neues Gerät zuzulegen, sollte von vorneherein ein paar Dinge beachten. Will man nur gelegentlich Fotos ausdrucken, so reicht in der Regel ein normaler Tintenstrahlrucker völlig aus. Modelle wie der Canon PIXMA TS8550 oder der Epson EcoTank ET-8550 sind echte Allrounder.

Möchte man häufig Fotos in Profi-Qualität drucken, beispielsweise wenn man als Fotograf auf Veranstaltungen unterwegs ist und gleich vor Ort potenziellen Kunden Bilder verkaufen möchte, macht ein spezieller Fotodrucker die beste Figur. Canon und Epson bieten hier Modelle mit 10 oder sogar 12 Tintenpatronen, die selbst feinste Farbabstufungen perfekt wiedergeben.

Tintenstrahlrucker sind nach wie vor die erste Wahl für Fotodrucke. Sie sind preisgünstiger in der Anschaffung und liefern exzellente Ergebnisse. Der Druck dauert zwar etwas länger als bei Laserdruckern, aber das Ergebnis rechtfertigt die Wartezeit. Moderne Modelle mit Eco-Tank-Systemen haben zudem deutlich niedrigere Folgekosten.

Laserdrucker haben beim Fotodruck aufgeholt, erreichen aber noch nicht ganz die Qualität hochwertiger Tintenstrahldrucker. Ihr Vorteil liegt in der Geschwindigkeit und Haltbarkeit der Drucke – diese sind unempfindlicher gegenüber Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit. Allerdings sind sie in der Anschaffung teurer und verbrauchen mehr Energie.

Bei beiden Typen solltet ihr unbedingt auf hochwertige Tinten oder Toner achten. Originalprodukte liefern die besten Ergebnisse, sind allerdings auch teurer als kompatible Alternativen, die zudem als umweltfreundlicher gelten. Bei letzteren hilft meist nur auszuprobieren, ob die Qualität den Erwartungen entspricht.

Fotos ausdrucken: Nicht alle Fotos kann man sich im Display anschauen

Fotos ausdrucken: Nicht alle Fotos kann man sich im Display anschauen

Das Papier macht den Unterschied

Den größten Unterschied in puncto hochwertigem Druckergebnis macht definitiv das Fotopapier. Hier hat sich in den letzten Jahren einiges getan, und die Auswahl ist größer denn je.

Zunächst gilt es zwischen den unterschiedlichen Oberflächen zu unterscheiden: matt, glänzend oder seidenmatt. Glänzendes Papier sorgt für brillante Farben und hohe Kontraste – perfekt für Landschafts- oder Architekturfotos. Mattes Papier wirkt edler und ist weniger anfällig für Fingerabdrücke, eignet sich aber besonders für Porträts. Seidenmattes Papier ist der Kompromiss zwischen beiden Welten.

Technisch unterscheidet man zwischen mikroporösen und quellenden Beschichtungen. Mikroporöse Papiere trocknen binnen Sekunden, während quellende Beschichtungen mehrere Stunden brauchen können. Das Warten lohnt sich jedoch: Diese Drucke sind langlebiger und weniger anfällig für Farbveränderungen durch UV-Licht.

Für besonders edle Ergebnisse solltet ihr Fine-Art-Papiere aus Baumwolle oder anderen Naturfasern ausprobieren. Hersteller wie Hahnemühle, Canson oder Ilford bieten hier Papiere, die auch nach Jahrzehnten noch wie frisch gedruckt aussehen. Diese sind zwar deutlich teurer, aber für besondere Anlässe oder Kunstdrucke jeden Euro wert.

Moderne Alternativen zum klassischen Druck

2026 gibt es auch interessante Alternativen zum klassischen Fotodruck: Portable Fotodrucker wie der HP Sprocket oder Canon Ivy werden immer beliebter. Diese kleinen Geräte nutzen ZINK-Technologie (Zero Ink) und kommen ganz ohne Tintenpatronen aus. Perfect für spontane Prints direkt vom Smartphone.

Für größere Formate oder professionelle Ansprüche bieten Online-Services wie WhiteWall, CEWE oder Pixum mittlerweile auch Express-Services mit Lieferung am nächsten Tag. Die Qualität dieser Services hat sich enorm verbessert und übertrifft oft das, was zu Hause möglich ist.

Fazit

Fotos vom Smartphone lassen sich heutzutage kinderleicht daheim drucken, wobei auch mit Standard-Druckern eine sehr solide Qualität erzielt wird. Entscheidend sind die richtige Bildvorbereitung, qualitätvolle Tinten und vor allem das passende Fotopapier. Mit ein wenig Experimentierfreude und den richtigen Materialien holt ihr das Beste aus euren digitalen Erinnerungen heraus – und habt sie endlich wieder zum Anfassen.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026