Die Diskussionen um den Virenschutz unter Windows werden seit Jahren erbittert geführt. Aktueller Tenor 2026: Der Windows Defender reicht völlig aus, wenn ihr ihn richtig konfiguriert!
Viele Anwender setzen noch immer auf externe Lösungen wie AntiVir, Bitdefender oder Norton. Die regelmäßigen Untersuchungen zeigen jedoch: Der Abstand zwischen Windows Defender und kostenpflichtigen Alternativen ist praktisch verschwunden. Trotzdem installieren viele die zusätzliche Antivirenlösung und deaktivieren den Defender.
Das birgt allerdings auch Risiken: Mit der externen Antivirenlösung gebt ihr einem „fremden“ Programm weitreichende Berechtigungen im System. Hat das Programm selbst Schwachstellen oder ist gewollt mit Schad- oder Spionage-Funktionen ausgestattet (wie es der Lösung von Kaspersky nachgesagt wurde), dann kann das böse Folgen haben. Zudem verlangsamen viele Third-Party-Lösungen das System spürbar.
Windows Defender optimal konfigurieren
Der Windows Defender ist mittlerweile zu Microsoft Defender für Endpunkte herangewachsen und tief in Windows integriert. Er wächst mit den Updates des Betriebssystems parallel mit und profitiert von der Cloud-Intelligence von Microsoft. Um diesen richtig zu nutzen, solltet ihr die folgenden Einstellungen aktivieren:
Grundkonfiguration optimieren
- Aktiviert regelmäßig die Vollständige Überprüfung. Im Gegensatz zur Schnellüberprüfung werden damit nicht nur die wichtigsten Dateien gescannt, sondern die gesamte Festplatte.
- In den Scanoptionen des Windows Defender aktiviert regelmäßig die Microsoft Defender Antivirus (Offlineüberprüfung). Die überprüft den Rechner beim Systemstart, wenn noch keine Programme aktiv sind. Das vermeidet, dass ein Virus im System vorhanden ist und sich beim Start von Windows selbst versteckt und der Erkennung entzieht.
Erweiterte Schutzfeatures nutzen
Echtzeitschutz maximieren: Stellt sicher, dass der cloudbasierte Schutz aktiviert ist. Dieser nutzt Microsofts KI-gestützte Malware-Erkennung in Echtzeit. Geht dazu in die Windows-Sicherheit > Viren- und Bedrohungsschutz > Einstellungen für Viren- und Bedrohungsschutz verwalten.
SmartScreen für alle Bereiche: SmartScreen schützt nicht nur vor bösartigen Downloads, sondern auch vor Phishing-Websites. Aktiviert es für Microsoft Edge, aber auch systemweit für alle Anwendungen.
Kontrollierter Ordnerzugriff: Dieses Feature schützt wichtige Ordner wie Dokumente, Bilder und Desktop vor Ransomware. Nur vertrauenswürdige Apps können auf diese Ordner zugreifen. Findet ihr unter Ransomware-Schutz.
KI-gestützte Bedrohungserkennung
Seit Windows 11 22H2 nutzt Defender verstärkt maschinelles Lernen für die Bedrohungserkennung. Die „Behavior Monitoring“ Funktion analysiert das Verhalten von Programmen in Echtzeit und erkennt auch bisher unbekannte Malware-Varianten (Zero-Day-Threats).
Automatische Stichprobenübermittlung: Aktiviert die automatische Übermittlung verdächtiger Dateien an Microsoft. Das verbessert nicht nur euren Schutz, sondern hilft auch anderen Nutzern weltweit.
Regelmäßige Wartung
Updates priorisieren: Defender-Updates kommen täglich. Aktiviert die automatischen Updates und startet gelegentlich manuell eine Aktualisierung der Sicherheitsinformationen.
Quarantäne überwachen: Schaut regelmäßig in die Quarantäne und überprüft, ob fälschlicherweise blockierte Dateien dabei sind. Gleichzeitig könnt ihr so erkennen, welche Bedrohungen abgewehrt wurden.
Performance vs. Sicherheit
Ein häufiger Kritikpunkt an Antivirenprogrammen ist die Systembelastung. Defender hat hier deutlich aufgeholt. In den Einstellungen könnt ihr Ausschlüsse definieren – aber Vorsicht: Nur Ordner ausschließen, bei denen ihr sicher seid, dass keine Gefahr droht.
Für Power-User: Windows Defender ATP
Unternehmen und sehr sicherheitsbewusste Privatnutzer können auf Windows Defender Advanced Threat Protection (ATP) upgraden. Das bietet erweiterte Funktionen wie Endpoint Detection and Response (EDR) und automatische Untersuchung von Bedrohungen.
Fazit: Defender reicht völlig aus
Die Zeiten, in der ihr zwingend eine Drittanbieter-Antivirenlösung benötigt habt, sind vorbei. Ein korrekt konfigurierter Windows Defender bietet ausreichend Schutz für die allermeisten Anwendungsfälle. Kombiniert mit gesundem Menschenverstand beim Surfen und regelmäßigen Updates seid ihr bestens geschützt – ohne zusätzliche Kosten oder Systembelastung durch externe Software.
Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026