Versteckter Hack: Bilder in iOS automatisch freistellen

von | 21.10.2022 | iOS

Fotos mit dem Smartphone sind schnell und unkompliziert gemacht. Leider oft mit dem Nebeneffekt, dass um das Motiv störende Objekte sind. iOS 16 hat eine geniale Funktion eingeführt, die inzwischen in iOS 18 noch präziser geworden ist – das automatische Freistellen von Objekten!

Das so genannte Freistellen von Objekten, also das Trennen des Motivs von seinem Hintergrund, ist manuell nicht ganz so einfach. Zu oft verschwimmen das Motiv und der Hintergrund miteinander, und mit manuellen Bildbearbeitungswerkzeugen seid ihr nie so exakt, dass man die Ränder nicht sieht.

Seit iOS 16 hat Apple eine KI-basierte Funktion zum Freistellen von Bildteilen direkt in die Fotos-App integriert. Die Technologie nutzt maschinelles Lernen, um Personen, Tiere und Gegenstände automatisch zu erkennen und präzise vom Hintergrund zu trennen.

So funktioniert das Freistellen in iOS

  • Öffnet das Bild, in dem ihr ein Objekt freistellen wollt, mit der Fotos-App.
  • Haltet den Finger einen Moment auf das Objekt auf dem Bildschirm.
  • Wenn iOS das Objekt identifizieren konnte, dann zeigt es eine laufende Lichtleiste um das Objekt an.
  • Wenn ihr den Finger jetzt bewegt, dann bewegt sich das Objekt mit dem Finger, damit könnt ihr leicht sehen, ob die Grenzen korrekt erkannt worden sind.
  • Hebt den Finger vom Display des iPhones, dann erscheint am oberen Bildschirmrand eine neue Symbolleiste.
  • Tippt auf Kopieren, um das freigestellte Objekt in die Zwischenablage zu kopieren und damit in eine E-Mail oder eine andere App einfügen zu können.
  • Tippt auf Teilen, um es direkt über iOS an Empfänger per E-Mail, Signal, Threema und andere Apps und Dienste weiterzuleiten.

Verbesserte Erkennung in neueren iOS-Versionen

Mit jeder iOS-Version wird die Objekterkennung präziser. iOS 17 und 18 können noch komplexere Szenen analysieren und erkennen beispielsweise:

  • Mehrere Personen gleichzeitig
  • Haustiere auch in schwierigen Lichtverhältnissen
  • Gegenstände mit transparenten oder reflektierenden Oberflächen
  • Objekte mit feinen Details wie Haare oder Fell

Die KI unterscheidet dabei zwischen Hauptmotiv und Nebenmotiven – tippt ihr auf eine Person im Vordergrund, wird nur diese freigestellt, nicht die Person im Hintergrund.

Praktische Anwendungsmöglichkeiten

Das Feature ist nicht nur eine nette Spielerei, sondern durchaus praktisch:

Für Social Media: Erstellt schnell Sticker aus euren Fotos für Instagram Stories oder WhatsApp-Chats.

Für Präsentationen: Fügt freigestellte Objekte in Keynote oder PowerPoint ein, ohne externe Bildbearbeitung.

Für Collagen: Kombiniert verschiedene freigestellte Elemente zu kreativen Kompositionen.

Für E-Commerce: Produktfotos lassen sich schnell vom störenden Hintergrund befreien.

Grenzen der automatischen Freistellung

Trotz aller Verbesserungen hat die Funktion ihre Grenzen. Besonders schwierig wird es bei:

  • Objekten mit sehr ähnlicher Farbe zum Hintergrund
  • Starken Schatten oder Spiegelungen
  • Sehr detailreichen Hintergründen
  • Durchsichtigen oder halbtransparenten Objekten

In solchen Fällen erkennt iOS das Objekt möglicherweise gar nicht erst oder die Freistellung wird ungenau.

Alternative: Visual Look Up

Eine verwandte Funktion ist „Visual Look Up“, die ebenfalls seit iOS 15 verfügbar ist. Sie erkennt nicht nur Objekte zum Freistellen, sondern identifiziert auch:

  • Pflanzen und Tiere mit Detailinformationen
  • Sehenswürdigkeiten und Gebäude
  • Kunstwerke und Bücher
  • Text in Bildern (Live Text)

Diese Funktionen nutzen dieselbe KI-Technologie und werden kontinuierlich durch Apple Intelligence weiterentwickelt.

Datenschutz bleibt gewahrt

Apple verarbeitet die Bilderkennung komplett auf dem Gerät. Eure Fotos werden nicht an Server gesendet, was sowohl die Privatsphäre schützt als auch die Geschwindigkeit erhöht. Die neuronalen Netzwerke laufen direkt auf dem A-Chip des iPhones.

Fazit: Praktischer Alltagshelfer

Das automatische Freistellen in iOS ist ein echtes Qualitätsmerkmal, das den Alltag erleichtert. Während professionelle Bildbearbeitung nach wie vor präziser ist, reicht die iOS-Funktion für die meisten Anwendungsfälle völlig aus. Probiert es einfach mal mit verschiedenen Motiven aus – ihr werdet überrascht sein, wie gut die Erkennung inzwischen funktioniert.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026