Marck Zuckerberg als Avatar

Metaverse: Neue VR-Brille und Partnerschaften

Mark Zuckerberg hat auf der „Meta Connect“-Konferenz vor allem Entwickler auf das Metaverse eingeschworen. Vorgestellt wurde eine teure VR-Brille – und Avatare haben bei Meta endlich Beine. Interessant ist eine Partnerschaft mit Microsoft.

Vor ziemlich genau einem Jahr hat Facebook-Gründer öffentlich gemacht, dass sein Konzern nicht mehr Facebook, sondern Meta heißen soll. Als Fanal für Veränderungen im Konzern: Mitarbeiter und Partner werden umfassend auf das geplante Metaverse eingeschworen, das der Konzern Meta aufbauen will.

Meta Connect: Alle ins Metaverse, bitte!

Auf der Entwicklerkonferenz „Meta Connect“, die jetzt online stattgefunden hat, drehte sich alles um die virtuellen Welten im Metaverse. Wenig überraschend, dass Meta-Gründer Mark Zuckerberg euphorisch in die Zukunft blickt: Das Metaverse soll nicht weniger als der Nachfolger des mobilen Internet werden – geht es nach Zuckerberg. Im Jahr 2030 erwarte der Konzern eine Milliarde Menschen in seinem Metaverse.

Wer Games wie Roblox, Fortnite oder Minecraft kennt, hat eine ungefähre Vorstellung, wie das aussehen könnte: Die Menschen bewegen sich frei in einem komplett virtuellen Raum – und mit einem frei gestaltbaren Avatar. Und der hat jetzt auch Beine, die sich sogar „natürlich aussehend bewegen“, wie mir in einem Pressegespräch stolz erklärt wurde. Diese Avatare sind unser digitales Alter Ego und können mit denen anderer Usern interagieren, aber auch Dinge kreieren oder umgestalten. Eine virtuelle Welt eben.

Die sündhaft teure Quest Pro kostet 1500 EUR - wird aber in Deutschland nicht verkauft
Die sündhaft teure Quest Pro kostet 1500 EUR – wird aber in Deutschland nicht verkauft

VR-Brillen kosten ab 450 EUR

Der Unterschied zu den populären Games, wo das bereits Alltag ist: Künftig sind alle virtuellen Welten miteinander verbunden. Zuckerberg wirbt dafür, dass wir uns künftig in virtuellen Räumen treffen, virtuelle Konzerte besuchen, sogar Sport machen im virtuellen Raum – oder in die Geschichte reisen, virtuelle Hörsäle besuchen und natürlich auch virtuell Meetings abhalten.

Es ist vieles möglich. Wer wirklich mitmachen will, braucht aber eine VR-Brille. Facebook hat den Hersteller Ocolus Rift gekauft und verkauft jetzt VR-Brillen wie die vergleichsweise neue Quest 2, die ab 450 EUR aufwärts kosten.

Wer auch noch Sensoren für die Hand haben will, damit man auch etwas greifen oder zeigen kann, bezahlt sogar noch mehr.  Die neue Meta Quest Pro, die Meta jetzt auf der Konferenz „Meta Connect“ vorgestellt hat und sogar Mixed Reality bietet – wer die Brille trägt, sieht eine Mischung aus echter Umgebung und VR-Welt –, wird in Deutschland gar nicht erst angeboten werden.

Ein schneller Internet-Anschluss ist auch erforderlich. Das allein ist schon eine enorme Barriere.

Enormer Energieaufwand

Doch ein Aspekt, der bislang kaum bis gar nicht zur Sprache kommt, ist der enorme Energiebedarf eines Metaverse. Um die aufwändigen VR-Welten optisch anbieten zu können, ist enormer Rechenaufwand nötig. Auf den Servern, in den Geräten und Brillen. Das kostet viel Strom – und hinterlässt einen enormen CO2-Footprint, solange nicht der gesamte Strom aus regenerativen Quellen kommt.

Chip-Hersteller Intel geht davon aus, dass eine 1.000-fache Steigerung der Rechenkapazität erforderlich ist. Bedeutet eine enorme Steigerung des Energieverbrauchs. Laut einem Bericht des Beratungsunternehmens für digitale Transformation ECS kann das Training eines einzelnen KI-Modells, wie es in VR-Welten benötigt wird, etwa 284.000 Kilogramm Kohlendioxid erzeugen. Das stellt mehr als das Fünffache dessen dar, was ein durchschnittliches Auto während seiner kompletten Nutzungsdauer verbraucht.

Avatare sind das digitale Alter Ego im Metaverse (und in Games)
Avatare sind das digitale Alter Ego im Metaverse (und in Games)

Metaverse kann Reisen einsparen

Auch die im Metaverse unweigerlich notwendigen Blockchains sind zwar sicher, aber ineffizient und energiehungrig. Tino Krause, Europa-Chef von Meta, sieht es im Interview gelassen: „Wir selbst sind schon jetzt komplett mit erneuerbaren Energien versorgen. Außerdem lässt sich durch virtuelle Treffen eine Menge Energie einsparen: Viele Reisen werden unnötig“.

Das stimmt. Aber ob das Sparpotenzial wirklich den deutlich ansteigenden Energiebedarf und den damit unweigerlich einhergehenden CO2-Ausstoß ausgleichen kann, bezweifeln viele Experten.

Das Metaverse bietet interessante Ansätze. Aber als Angebot für die Massen eignet es sich eher weniger. Aufgrund der hohen Einstiegskosten – und wegen des immensen Energieaufwands.

Tino Krause von Meta sagt: Es wird 10 Jahre dauern, bis sich das Metaverse flächendeckend durchsetzt
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