Mastodon: Die Nachrichten können bis zu 500 Zeichen lang sein und Fotos wie Videos enthalten

Toots und Tröts: So klappt der Einstieg bei Mastodon

Spätestens, seitdem Elon Musk bei Twitter die Kontrolle übernommen hat, denken viele darüber nach, Twitter zu verlassen. Aber ganz ohne Twitter? Da gibt es doch Mastodon – als „Alternative“ gehandelt. Das musst Du wissen.

Mastodon sieht zwar in punkto Bedienung und Handhabung Twitter durchaus ähnlich, ist aber trotzdem fundamental anders – mit damit verbundenen Vor-. und Nachteilen.

Mastodon ist strikt dezentral aufgebaut. Twitter ebenso strikt zentral.

Bedeutet: Während Twitter eine Zentrale hat, wo alle Daten zentral gespeichert werden (etwa Nutzerdaten, Protokolle, Inhalte etc.), ist Mastodon dezentral aufgebaut. Es gibt – mittlerweile – Tausende von unabhängigen Knotenpunkten (Instanzen). Technisch gesehen Server, die mit der Software Mastodon laufen – und von Privatleuten, Institutionen oder Firmen betrieben werden. All diese Instanzen sind miteinander verbunden.

Toots und Tröts: So klappt der Einstieg bei Mastodon
Der Mammut „Mastodon“ ist das Maskottchen des gleichnamigen Dienstes

Twitter ist kommerziell. Mastodon basiert auf OpenSource und Communites.

Hinter Twitter steht ein (bislang) börsennotiertes Unternehmen mit Tausenden Mitarbeitern. Ziel der Veranstaltung: Gewinn erwirtschaften. Wie bei den meisten Online-Diensten heutzutage in erster Linie mit Werbung – mit all den damit verbundenen Seiteneffekten. So werden Daten erfasst, gespeichert und ausgewertet. Mehr, als den Menschen lieb ist.

Twitter wird von einem Mann „regiert“. Mastodon dezentral von Tausenden.

Elon Musk hat sich vollständige Machtbefugnisse gesichert – und übt diese auch aus. Mastodon ist durch seine vollständig dezentrale Struktur komplett anders organisiert. Jede einzelne Instanz wird separat geführt: Mit eigenen Regeln, die auch vom Betreiber der jeweiligen Instanz durchgesetzt werden müssen.Toots und Tröts: So klappt der Einstieg bei Mastodon

Bei Twitter bestimmen Algorithmen die Inhalte. Bei Mastodon die Nutzer.

Twitter zeigt Postings chronologisch sortiert an, in der Regel von Konten, denen man folgt. Doch die Algorithmen präsentieren auch Inhalte, die von den Algorithmen ausgewählt werden – weil sie als interessant eingeschätzt werden.

Twitter-Nutzer erhalten bei entsprechenden Einstellungen sogar Hinweise per E-Mail, welche neuen Postings veröffentlicht wurden. Das gibt es bei Mastodon nicht. Nutzer bekommen ausschließlich Inhalte von Nutzern gezeigt, mit denen man verbunden ist.

Twitter präsentiert Werbung. Mastodon nicht.

Viel mehr ist dazu nicht zu sagen. Twitter ist werbefinanziert, Mastodon spendenfinanziert.

Twitter beschränkt Postings auf 280 Zeichen. Mastodon auf 500 Zeichen.

Tweets sind heute maximal 280 Zeichen lang (anfangs waren es weniger, so viele wie in eine SMS passen). Mastodon beschränkt Postings auf 500 Zeichen. In beiden Netzwerken können Texte, Bilder und Videos gepostet werden. Oder auch Umfragen eingerichtet werden. Wer auf Twitter postet, erreicht alle Menschen. Bei Mastodon können Nutzer bei jedem einzelnen Posting individuell entscheiden, wer es sehen soll: Alle, nur Follower oder nur bestimmte Personen. Das bietet maximale Flexibilität.

Auf Twitter gibt es Tweets, auf Mastodon Toots (Tröts).

Einzelne Postings auf Twitter werden „Tweets“ genannt (Gezwitscher), unter Mastodon „Toots“ (Tröts). Das ist dem Maskottchen geschuldet, das Mastodon hat: eine Art Elefant. Denn „Mastodon“ ist ein Mammut mit Rüssel.

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Anmelden bei Mastodon

Wer sich bei Mastodon anmelden möchte – was kostenlos und unverbindlich ist -, muss wissen: Der Anmeldeprozess ist etwas mühsamer als bei Twitter. Und das aus einem ganz einfachen Grund: Ihr habt die Qual der Wahl. Und zwar die Qual der Wahl, bei welcher Instanz Ihr Mitglied werden wollt – um im Mastodon-Netzwerk dabei zu sein.

Es ist so, als wolltet Ihr der Gruppe „Tennisspieler“ angehören – und müsstet überlegen, in welcher Stadt, in welchem Verein Ihr Euch anmelden wollt. Genauso ist es bei Mastodon: Es gibt mittlerweile über 6.000 Server/Instanzen. Nicht überall kann sich jeder anmelden. Manche funktionieren auf Einladung. Andere stehen jedem zur Verfügung.

In jeder Instanz gelten andere Regeln, die auch von den Betreibern der jeweiligen Instanz durchgesetzt werden. Was in der einen Instanz erlaubt ist, mag in einer anderen Instanz verboten sein – und umgekehrt. Das wird noch zu Problemen führen, wenn mehr Menschen ins Netzwerk strömen und die Grenzen ausloten.

Mastodon und Moderation

Aber was ist mit den Servern, die sich nicht an diese Maßgabe halten? Mastodon will zwar charmant und offen sein. Die Open-Source-Software steht jedem offen zur Verfügung. Das gilt auch für das soziale Netzwerk „Gab“ in den USA, das sich vor allem an Rechte und Rassisten richtet, hat im Jahr 2019 auf Mastodon-Technik umgestellt.

Absolut zur Empörung der Entwickler, die sich davon distanzierten. Doch so etwas kann jederzeit passieren – auch bei uns. Und wird auch passieren. Verhindern lässt sich die Nutzung nicht. Allerdings kann jeder Server/jede Instanz andere Server blocken. Was aber bedeutet, dass man als User dann doch nicht alle Nutzer in Mastodon erreichen kann.

 

 

 

 

 

 

 

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