Immer mehr Daten-Klau: Wie schützen?

von | 26.05.2014 | Tipps

eBay-Kontodaten, E-Mail-Adressen, Kreditkartennummern… im Internet wird alles gestohlen, was nicht niet- und nagelfest ist. Cyberkriminalität boomt wie nie zuvor. Allein 2025 gab es über 200 Millionen Datenschutzverletzungen weltweit. Für euch als Nutzer stellt sich die brennende Frage: Wie könnt ihr euch dennoch relativ sicher im Netz bewegen?

Da jegliche Arten von privaten Daten geklaut werden können, kommt es zuallererst darauf an: Schützt eure Online-Konten. Die folgenden Schritte helfen dabei:

  1. Passwort-Manager verwenden. Schluss mit selbstgemachten Passwörtern! Moderne Passwort-Manager wie Bitwarden, 1Password oder KeePass generieren für jeden Dienst einzigartige, unknackbare Kennwörter. Ihr müsst euch nur noch ein Master-Passwort merken. Diese Tools synchronisieren sich zwischen allen euren Geräten und warnen euch sogar, wenn eines eurer Passwörter bei einem Datenklau kompromittiert wurde. Die alten Eselsbrücken-Tricks sind längst überholt – Hacker knacken solche Muster inzwischen problemlos.
  2. Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Die Anmeldung in zwei Schritten ist heute Standard und sollte überall aktiviert werden, wo sie verfügbar ist. Statt SMS (die abgefangen werden können) nutzt ihr besser Authenticator-Apps wie Microsoft Authenticator, Google Authenticator oder Authy. Noch sicherer sind Hardware-Token wie YubiKey. Google, Microsoft, Apple, Amazon, alle Social-Media-Plattformen und Banking-Apps unterstützen das inzwischen. Ohne euer Smartphone oder den Hardware-Token kommen Datendiebe nicht in eure Konten – selbst wenn sie euer Passwort haben.
  3. Datensparsamkeit praktizieren. Was nicht online steht, kann nicht geklaut werden. Warum braucht jede App eure Telefonnummer, Geburtsdatum oder Adresse? Gebt nur die wirklich notwendigen Daten preis. Bei der Anmeldung könnt ihr oft Felder leer lassen oder Fake-Daten verwenden (außer bei Banking und offiziellen Diensten). Soziale Medien sind besonders gierig nach persönlichen Informationen – überlegt genau, was ihr teilt. Standort-Tracking solltet ihr grundsätzlich deaktivieren, außer ihr braucht es gerade aktiv.
  4. Regelmäßig Konten überprüfen. Checkt eure wichtigsten Accounts regelmäßig auf verdächtige Aktivitäten. Die meisten Dienste zeigen euch an, wo und wann ihr euch zuletzt angemeldet habt. Unbekannte Standorte oder Geräte sind Warnsignale. Tools wie „Have I Been Pwned“ verraten euch, ob eure E-Mail-Adresse bei bekannten Datenlecks aufgetaucht ist. Dann solltet ihr sofort die Passwörter der betroffenen Dienste ändern.
  5. Software und Apps aktuell halten. Veraltete Software ist ein Einfallstor für Hacker. Aktiviert automatische Updates für Betriebssystem, Browser und Apps. Besonders kritisch sind Plugins und Browser-Erweiterungen – deinstalliert alles, was ihr nicht wirklich braucht. Ein aktueller Browser mit aktivierten Sicherheitsfeatures blockiert die meisten Phishing-Versuche automatisch.
  6. Vorsicht bei öffentlichem WLAN. Offene Hotspots sind Tummelplätze für Datendiebe. Nutzt im Café oder Hotel ein VPN wie NordVPN, ExpressVPN oder den kostenlosen Cloudflare Warp. Noch besser: Nutzt den Hotspot eures Smartphones. Banking oder Shopping solltet ihr grundsätzlich nicht über öffentliche Netze machen.

Besonders perfide sind inzwischen KI-gestützte Angriffe. Deepfake-Videos und -Audios machen Phishing-Mails täuschend echt. Cyberkriminelle nutzen ChatGPT und Co., um fehlerfreie, personalisierte Betrugs-Nachrichten zu verfassen. Misstraut daher grundsätzlich unerwarteten E-Mails, auch wenn sie von Bekannten zu kommen scheinen.

Ein weiterer Trend: Angriffe auf Smart-Home-Geräte. Router, Kameras, smarte Türklingeln – alles wird gehackt. Ändert die Standard-Passwörter eurer Geräte und installiert Firmware-Updates. Viele Hersteller haben inzwischen automatische Update-Funktionen.

Im Internet solltet ihr immer der Sicherheit den Vorzug gegenüber der Bequemlichkeit geben. Das mag anfangs nerven, wird aber schnell zur Routine. Moderne Sicherheits-Tools machen den Schutz eurer Daten heute komfortabler denn je. So habt ihr das gute Gefühl, aktiv etwas für eure Online-Sicherheit zu tun – und schlaft nachts besser.

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Zuletzt aktualisiert am 19.04.2026