Virtuelle Touch Bar für jeden Mac: Kostenlose Tools im Überblick

von | 29.11.2016 | Tipps

Die Touch Bar war einst Apples großer Wurf für die MacBook Pro-Generation von 2016 bis 2020 – ein schmaler OLED-Touchscreen oberhalb der Tastatur, der kontextuelle Bedienelemente anzeigte. Doch Apple hat die Touch Bar längst wieder eingestampft und kehrt zu physischen Funktionstasten zurück. Trotzdem gibt es nach wie vor Nutzer, die die Funktionalität schätzen und vermissen.

Wer einen älteren Mac ohne Touch Bar besitzt oder die Funktion auf einem aktuellen MacBook vermisst, kann mit kostenlosen Tools nachhelfen. Das bekannteste davon ist Touché von Red Sweater Software, das bereits seit 2016 kontinuierlich weiterentwickelt wird und auch 2026 noch funktioniert.

touche

Touché: Die virtuelle Touch Bar für jeden Mac

Touché simuliert die Touch Bar als schwebendes Fenster auf eurem Desktop. Nach dem Download und der Installation erscheint eine schmale Leiste am oberen Bildschirmrand, die ihr frei positionieren könnt. Die Bedienung erfolgt per Maus oder Trackpad – alle Funktionen, die ihr von der echten Touch Bar kennt, stehen zur Verfügung.

Besonders praktisch: Touché passt sich automatisch an die aktuelle Anwendung an. In Safari erscheinen Tabs und Navigationselemente, in Final Cut Pro die Timeline-Steuerung und in Photoshop die wichtigsten Werkzeuge. Die Kontextsensitivität macht den Unterschied zu starren Button-Leisten aus.

Einstellungen und Anpassungen

Die Konfiguration von Touché erreicht ihr über das Dock-Symbol und anschließend über Touché > Preferences im Menü. Hier lassen sich verschiedene Aspekte anpassen:

  • Tastenkürzel zum Ein- und Ausblenden der virtuellen Touch Bar
  • Position und Größe der Leiste auf dem Bildschirm
  • Transparenz für dezente Integration in euren Workflow
  • Automatisches Verstecken bei Vollbild-Anwendungen

Ein Tipp für Nutzer mit mehreren Monitoren: Touché lässt sich auf jedem Display separat einrichten, sodass ihr die Touch Bar-Funktionen immer im Blick habt.

Alternativen zu Touché

2026 gibt es weitere interessante Lösungen für Touch Bar-Nostalgiker. HacKit bietet ähnliche Funktionen, ist aber stärker auf Programmierer ausgerichtet. BetterTouchTool hat ebenfalls Touch Bar-Simulation integriert und punktet mit umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten.

Für Power-User ist Pockyt erwähnenswert – eine moderne Alternative, die nicht nur die Touch Bar simuliert, sondern auch eigene Widgets und Shortcuts unterstützt. Die App kostet allerdings 15 Euro, bietet dafür aber deutlich mehr Funktionsumfang.

Warum die Touch Bar gescheitert ist

Apples Experiment mit der Touch Bar war technisch innovativ, aber praktisch umstritten. Viele Nutzer bemängelten das fehlende haptische Feedback und die Tatsache, dass man hinschauen musste, um die Tasten zu treffen. Entwickler integrierten die Touch Bar oft nur halbherzig in ihre Apps.

2021 kehrte Apple mit den M1 MacBook Pro-Modellen zu physischen Funktionstasten zurück – ein klares Eingeständnis, dass das Konzept nicht aufgegangen war. Dennoch haben sich einige Nutzer an die Touch Bar gewöhnt und vermissen bestimmte Workflows.

Für wen sich virtuelle Touch Bars lohnen

Virtuelle Touch Bar-Lösungen sind besonders für drei Nutzergruppen interessant:

  1. Umsteiger von Touch Bar-MacBooks, die gewohnte Workflows beibehalten möchten
  2. Content Creator, die in Apps wie Final Cut Pro oder Logic Pro von den kontextuellen Bedienelementen profitieren
  3. Produktivitäts-Enthusiasten, die zusätzliche Bedienelemente für ihre Lieblings-Apps schätzen

Fazit: Nostalgie mit Nutzen

Obwohl Apple die Touch Bar zu Grabe getragen hat, leben die Ideen in Tools wie Touché weiter. Die virtuelle Touch Bar ist kein Game-Changer, aber für bestimmte Workflows durchaus nützlich. Das Beste: Touché kostet nichts und lässt sich jederzeit wieder entfernen, falls ihr doch nicht warm damit werdet.

Wer neugierig ist, sollte es einfach ausprobieren. Der Download ist weiterhin unter der ursprünglichen Adresse verfügbar und funktioniert auch mit den neuesten macOS-Versionen.

https://red-sweater.com/touche/

Zuletzt aktualisiert am 05.04.2026