Wer in der Gruppe arbeitet und gemeinsam mit anderen an Dokumenten arbeiten möchte, hat heute viele Möglichkeiten. Eine davon ist Etherpad: Eine Art Schreibmaschine für Gruppenarbeit, die auch 2026 noch überraschend relevant ist.
Termine finden, Treffpunkt ausmachen, Material mitbringen: So hat sich Gruppenarbeit früher gestaltet. Doch in Zeiten des Internet gibt es viele Möglichkeiten, orts- und zeitunabhängig voneinander und trotzdem miteinander zu arbeiten – etwa an Textdokumenten. Diese ständig per E-Mail hin und her zu senden, ist aber ebenfalls eher altmodisch. Komfortabler sind Dienste wie Dropbox, Google Drive oder Microsoft 365, die allerdings ein Benutzerkonto voraussetzen.
Viel einfacher und vor allem ohne Anmeldung funktioniert Etherpad. Dabei handelt es sich um eine Open-Source-Textverarbeitungs-Software, die auf einem Server installiert wird und dann von überall per Browser genutzt werden kann. Wer keinen eigenen Server besitzt oder die Installation nicht selbst durchführen möchte, besucht einfach medienpad.de und kann so Etherpad mit allen Funktionen nutzen – und das kostenlos.
Man wählt einfach einen Namen für das neue Dokument und beginnt sofort mit der Bearbeitung im Browser. Rudimentäre Formatierungsmöglichkeiten wie Fettschrift, Kursivschrift, Aufzählungen und die Wahl der Schriftart sowie -größe sind vorhanden. Freunde und Kollegen lädt der Nutzer über einen speziellen Freigabelink zum Mitmachen ein.
So arbeiten zwei oder noch mehr Anwender an einem Text – sogar parallel in Echtzeit. Die Eingaben der Nutzer werden mit verschiedenen Farben markiert, um zu sehen, wer was geschrieben hat. Über einen integrierten Chat tauschen sich alle Benutzer aus, ohne den Texteditor verlassen zu müssen.
Warum Etherpad auch 2026 noch punktet
In einer Zeit, in der KI-Tools wie ChatGPT und Claude beim Schreiben helfen und kollaborative Plattformen wie Notion oder Obsidian Publish immer beliebter werden, hat Etherpad trotzdem seine Daseinsberechtigung. Der Grund: maximale Einfachheit und Datenschutz-Bewusstsein.
Während Google Docs mittlerweile KI-Features integriert hat und Microsoft 365 Copilot-Funktionen bietet, bleibt Etherpad bewusst schlank. Kein Login, keine Datensammlung, keine Algorithmen, die eure Texte analysieren. Das macht es besonders attraktiv für sensible Inhalte oder wenn ihr schnell mal eben ohne großen Aufwand zusammenarbeiten wollt.
Funktionen im Detail
Dateien von der Festplatte lassen sich importieren, um sie online zu bearbeiten. Unterstützt werden gängige Formate wie TXT, RTF und sogar HTML. Umgekehrt speichert ihr Texte in verschiedenen Formaten auf dem Computer – von simplem Text über PDF bis hin zu OpenDocument.
Intern speichert Etherpad jede Änderung am Dokument automatisch, so dass ihr auf Wunsch zu einer beliebigen Version des Dokuments zurückkehren und den kompletten Arbeitsverlauf nachverfolgen könnt. Diese Versionierung funktioniert granular – ihr seht nicht nur, was sich geändert hat, sondern auch wann und von wem.
Alternativen und Vergleich
Etherpad konkurriert 2026 mit verschiedenen Tools: Notion für strukturierte Zusammenarbeit, Figma FigJam für visuelle Kollaboration, oder spezialisierte Tools wie HackMD für Markdown-Fans. Auch neue KI-gestützte Editoren wie Gamma oder Craft haben ihre Berechtigung.
Der Vorteil von Etherpad bleibt aber die Niedrigschwelligkeit. Während andere Tools Registrierung, Einarbeitung oder sogar Bezahlung erfordern, funktioniert Etherpad sofort. Link teilen, losschreiben – fertig.
Grenzen und Datenschutz
Etherpad ist ein extrem praktisches Tool für die Zusammenarbeit und eignet sich als simple Textverarbeitung auch für Einzelkämpfer. Nutzern sollte allerdings klar sein, dass die Eingaben auf einem fremden Server gespeichert werden. Da es außerdem keine Benutzerkonten und Passwortschutz gibt, hat jeder über den Freigabelink Zugriff auf das Dokument.
Für wirklich sensible Daten solltet ihr entweder eine eigene Etherpad-Instanz aufsetzen oder auf etablierte Business-Tools mit entsprechenden Sicherheitsstandards setzen. medienpad.de eignet sich perfekt für unkritische Zusammenarbeit, Brainstorming oder spontane Textprojekte.
Fazit: Manchmal ist weniger mehr
In einer Welt voller komplexer Collaboration-Tools hat Etherpad seine Nische gefunden: als das Schweizer Taschenmesser für schnelle Textarbeit. Keine Features, die niemand braucht, keine Ablenkung durch Design-Schnickschnack, keine Sorgen um Account-Management.
Wer eine einfache, funktionale Lösung für gemeinsame Textarbeit sucht, liegt mit Etherpad auch 2026 noch richtig. Es ist das perfekte Tool für alle, die einfach nur gemeinsam schreiben wollen – ohne Bürokratie, ohne Lernkurve, ohne versteckte Kosten.
Zuletzt aktualisiert am 03.04.2026

