Dass Google zu den datenhungrigsten Unternehmen der Welt gehört, überrascht 2026 niemanden mehr. Wer YouTube Music, YouTube Premium, Google Maps, Google Fotos oder die klassische Google-Suche nutzt, hinterlässt täglich unzählige digitale Spuren auf den Servern des Tech-Giganten. Diese Daten werden nicht nur für personalisierte Werbung genutzt, sondern fließen auch in die Weiterentwicklung von Googles KI-Systemen wie Gemini ein.
Die gute Nachricht: Ihr habt mehr Kontrolle über eure gespeicherten Aktivitäten, als viele denken. Über die zentrale Anlaufstelle myactivity.google.com lässt sich euer kompletter Google-Aktivitätsverlauf einsehen und gezielt bearbeiten.
Die Webseite zeigt euch standardmäßig alle Aktivitäten des aktuellen Tages an – aufgeschlüsselt nach Google-Diensten. YouTube-Videos, die ihr angeschaut habt, Suchanfragen, besuchte Websites über Chrome, aufgerufene Karten in Google Maps und sogar Sprachbefehle an Google Assistant werden hier chronologisch aufgelistet.
Einzelne Einträge gezielt löschen
Jeder Eintrag lässt sich einzeln entfernen. Klickt einfach auf die drei Punkte neben dem entsprechenden Eintrag und wählt „Löschen“. Besonders praktisch: Google zeigt bei vielen Einträgen auch an, warum diese Daten gespeichert wurden – etwa zur Verbesserung der Suchvorschläge oder für personalisierte Werbung.
Komplette Kategorien auf einmal löschen
Wer radikaler aufräumen möchte, kann über die Suchleiste gezielt nach bestimmten Aktivitäten filtern. Die Filterfunktion wurde 2025 erheblich verbessert und bietet jetzt deutlich granularere Optionen:
- Nach Datum: Löscht alle Aktivitäten eines bestimmten Zeitraums
- Nach Google-Produkt: Entfernt nur Daten von YouTube, Maps, Search etc.
- Nach Aktivitätstyp: Unterscheidet zwischen Suchanfragen, App-Nutzung, Standortdaten
- Nach Gerät: Zeigt nur Aktivitäten von bestimmten Smartphones, Tablets oder Computern
Automatisches Löschen einrichten
Seit 2024 bietet Google eine deutlich verbesserte Auto-Delete-Funktion. Unter „Daten & Datenschutz“ könnt ihr einstellen, dass eure Aktivitätsdaten automatisch nach 3, 18 oder 36 Monaten gelöscht werden. Diese Einstellung gilt für alle Google-Dienste gleichzeitig – ihr müsst sie nicht für jeden Service einzeln konfigurieren.
Sprachaufzeichnungen im Fokus
Besonders sensibel sind Sprachaufzeichnungen von Google Assistant, die auf Smart Speakers, Android-Phones oder in der Google-App entstehen. Diese werden unter „Sprach- und Audioaktivitäten“ separat aufgeführt. Hier seht ihr nicht nur Transkripte eurer Befehle, sondern könnt auch die Original-Audioaufnahmen abhören und löschen.
Google hat 2025 die Transparenz hier deutlich erhöht: Ihr seht jetzt genau, welche Aufnahmen zur Verbesserung der Spracherkennung verwendet wurden und welche nur lokal verarbeitet wurden.
Location History und Timeline
Ein besonders datenschutzsensibler Bereich sind eure Standortdaten. Unter „Standortverlauf“ zeigt Google eure komplette Bewegungshistorie an – teilweise mit erschreckender Genauigkeit. Diese Daten speist Google nicht nur aus GPS-Koordinaten, sondern auch aus WLAN-Netzwerken und Bluetooth-Verbindungen.
Die Timeline-Funktion wurde 2025 überarbeitet und zeigt jetzt auch, welche Orte Google als „häufig besucht“ kategorisiert hat – etwa euer Zuhause, Arbeitsplatz oder regelmäßige Einkaufsorte. Diese Kategorisierungen lassen sich einzeln deaktivieren oder korrigieren.
Neue Datenkategorien seit 2025
Google hat die Aktivitätsübersicht um mehrere neue Kategorien erweitert:
- KI-Interaktionen: Gespräche mit Gemini und anderen Google-KI-Tools
- Shopping-Aktivitäten: Produktsuchen, Preisvergleiche, Kaufabsichten
- Gesundheitsdaten: Fitnesstracking über Google Fit, Wellness-Suchanfragen
- Smart Home: Befehle an vernetzte Geräte über Google Home
Web- und App-Aktivitäten pausieren
Wer die Datensammlung grundsätzlich einschränken will, kann einzelne Aktivitätskategorien komplett pausieren. Geht dazu auf „Daten & Datenschutz“ und deaktiviert die entsprechenden Regler. Beachtet aber: Dadurch funktionieren manche Google-Dienste weniger gut – Suchvorschläge werden generischer, YouTube-Empfehlungen unpassender.
Der Haken: Nicht alle Daten erfasst
Wichtig zu wissen: Die Aktivitätsübersicht zeigt nur Daten, die direkt eurem Google-Konto zugeordnet sind. Anonymisierte Nutzungsstatistiken, Werbe-IDs und Cross-Platform-Tracking von Drittanbietern werden hier nicht angezeigt. Für einen umfassenden Datenschutz reicht das Löschen der Google-Aktivitäten also nicht aus.
Trotzdem ist myactivity.google.com ein wichtiges Tool für alle, die bewusster mit ihren digitalen Spuren umgehen wollen. Ein regelmäßiger Frühjahrsputz eurer Google-Daten schadet definitiv nicht – und verschafft euch einen guten Überblick darüber, was der Konzern alles über euch weiß.
Zuletzt aktualisiert am 30.03.2026

