SSD nicht für Backups: Warum Festplatten besser sind

von | 01.10.2018 | Hardware

Wer keine Daten verlieren will, macht regelmäßig Backups. Und ist von Festplatten die Rede, entscheiden sich viele Nutzer für SSD-Laufwerke – denn die sind günstig und schnell geworden. Doch gerade, wenn es um langfristige Datensicherung geht, sind SSDs alles andere als ideal.

Bei der Nutzung von SSD-Laufwerken für Backups treten gleich mehrere Faktoren auf, die problematisch sind:

  • SSDs sind auf schnelle Zugriffszeit und maximale Geschwindigkeit beim Übertragen von Dateien ausgelegt – beides Faktoren, die für Sicherungen nicht von Belang sind.
  • Außerdem speichern SSD-Laufwerke die Daten nicht so dauerhaft, wie dies bei anderen Speichermedien der Fall ist – etwa bei herkömmlichen Festplatten oder auch CDs.
  • Schließlich kostet eine SSD mit vergleichbarer Kapazität deutlich mehr als eine identische Festplatte. Da bei Backups oft hohe Datenmengen anfallen, schlägt sich die Anschaffung schnell in den Kosten nieder.

Bild: Intel Free Press auf Flickr

Das Problem der Datenerhaltung bei SSDs

Der entscheidende Nachteil von SSDs für Backups liegt in der Art, wie sie Daten speichern. Während eine herkömmliche Festplatte Daten auch nach jahrelanger Lagerung ohne Stromzufuhr zuverlässig behält, verlieren SSDs ihre gespeicherten Informationen langsam, aber sicher.

Der Grund liegt in der Flash-Speicher-Technologie: Die Ladung in den Speicherzellen entweicht über die Zeit – ein Prozess, der bei Zimmertemperatur nach ein bis zwei Jahren ohne Stromversorgung spürbar wird. Bei höheren Temperaturen, etwa in einem warmen Dachboden oder Keller, beschleunigt sich dieser Datenverlust erheblich.

Moderne SSDs haben zwar bessere Datenretention als frühere Modelle, aber für langfristige Archivierung sind sie nach wie vor ungeeignet. Die Hersteller geben selbst nur Garantien für die Datenerhaltung von wenigen Monaten bis zu zwei Jahren bei stromlosen SSDs.

Kostenvergleich 2026: SSD vs. HDD für Backups

Trotz des kontinuierlichen Preisverfalls bei SSDs bleibt der Kostenfaktor relevant. Eine 4TB-HDD kostet heute etwa 80-120 Euro, während eine vergleichbare SSD immer noch 250-400 Euro kostet. Bei größeren Backup-Anforderungen – etwa 8TB oder 12TB – wird der Preisunterschied noch deutlicher.

Für Unternehmen oder Privatnutzer, die regelmäßig mehrere Terabyte sichern müssen, macht dieser Preisunterschied den Unterschied zwischen bezahlbarer und kostspieliger Datensicherung aus.

Die richtigen Alternativen für eure Backups

Externe USB-Festplatten bleiben die erste Wahl für lokale Backups. Moderne USB 3.2 Gen 2-Anschlüsse bieten ausreichend Geschwindigkeit (bis 10 Gbit/s) für die meisten Backup-Szenarien. Die Übertragungsrate ist zwar langsamer als bei SSDs, aber völlig ausreichend, da Backups meist über Nacht oder im Hintergrund laufen.

NAS-Systeme (Network Attached Storage) haben sich als professionelle Lösung etabliert. Synology, QNAP und andere Hersteller bieten mittlerweile auch für Privatnutzer erschwingliche Systeme mit RAID-Redundanz an. Diese bieten nicht nur mehr Speicherplatz, sondern auch automatische Backup-Routinen.

Cloud-Backups als Ergänzung zur lokalen Sicherung werden immer wichtiger. Services wie Backblaze, pCloud oder auch deutsche Anbieter wie Strato HiDrive bieten mittlerweile unbegrenzte Backup-Optionen für unter 10 Euro monatlich.

Hybride Backup-Strategien: Das Beste aus beiden Welten

Die optimale Backup-Strategie 2026 kombiniert verschiedene Technologien: SSDs können durchaus ihren Platz haben – etwa für häufig benötigte Arbeitsbackups oder als schneller Zwischenspeicher. Für die langfristige Archivierung und die große Datenmenge solltet ihr aber weiterhin auf bewährte HDD-Technologie setzen.

Die 3-2-1-Regel gilt nach wie vor: Drei Kopien eurer Daten, auf zwei verschiedenen Medientypen, eine davon extern gelagert. Moderne Backup-Software wie Acronis True Image, EaseUS Todo Backup oder das kostenlose Duplicati unterstützen solche hybriden Strategien automatisch.

Fazit: SSDs clever einsetzen, aber nicht für alles

SSDs haben ihre Berechtigung im modernen Computing-Alltag – als Systemlaufwerke sind sie fantastisch. Für Backups solltet ihr jedoch weiterhin auf die bewährte Kombination aus lokalen HDDs und Cloud-Backup setzen. Das spart Geld und sorgt für wirklich langfristige Datensicherheit.

Zuletzt aktualisiert am 07.03.2026