Viele Jahre lang haben wir uns an unsere Smartphones gewöhnt und viele bahnbrechende Neuerungen erleben dürfen. Eines aber ist nahezu unverändert geblieben: Die Abhängigkeit vom Akku. Ist der leer, dann schaltet das Gerät irgendwann aus. Alle Daten, von denen wir immer mehr auf unser Smartphone auslagern, sind dann bis zur nächsten Steckdose nicht verfügbar. Da hilft es nachvollziehen zu können, welche Apps für einen starken Akkuverbrauch verantwortlich sind.
Dabei ist die Akkutechnologie in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Moderne iPhones nutzen optimierte Lithium-Ionen-Akkus mit verbesserter Energiedichte. Dennoch steigt der Stromverbrauch durch leistungshungrige Features wie Always-On-Displays, ProMotion mit 120 Hz, Kamera-KI und 5G-Verbindungen kontinuierlich an. Umso wichtiger ist es, die Stromfresser im Blick zu behalten.
iOS hat hier einige Hilfsmittel mit an Bord, die euch eine genaue Aussage über die Übeltäter geben. Tippt in den Einstellungen von iOS auf Batterie. Wenn ihr gerade knapp mit Akkukapazität seid, dann könnt ihr den Stromsparmodus einschalten. Damit werden alle möglichen Funktionen (unter anderem die Hintergrundaktualisierung) ausgeschaltet, die Strom verbrauchen. Die verbleibende Akkukapazität soll ja möglichst lange halten!
Seit iOS 18 hat Apple die Batterieanalyse deutlich erweitert. Neu hinzugekommen ist die „Optimierte Batterieladung Plus“, die maschinelles Lernen nutzt, um eure Ladegewohnheiten zu analysieren. Das System lernt, wann ihr das iPhone normalerweise länger nicht benutzt – etwa nachts – und passt die Ladegeschwindigkeit entsprechend an, um die Akku-Lebensdauer zu verlängern.
Unter Aktivität seht ihr den Akkuverbrauch auf der Zeitachse dargestellt. Bei besonders hohen Ausschlägen versucht euch zu erinnern, was zu dem Zeitpunkt war. Habt ihr beispielsweise in der Bahn aus Langeweile ein Video geschaut oder ein prozessorhungriges Spiel gespielt? Das kostet mehr Akku als wenn ihr nur mal eben Mails checkt. Besonders stromhungrig sind dabei HDR-Videos auf YouTube oder Netflix, AR-Apps wie Pokémon GO oder intensive 3D-Spiele.
Unter der Grafik könnt ihr die einzelnen Apps sortiert nach ihrem Stromverbrauch sehen. Je weiter eine App oben in der Liste ist, um so mehr Strom verbraucht sie. Dabei unterscheidet iOS seit den neuesten Updates zwischen „Bildschirmzeit“ und „Hintergrundaktivität“. Apps, die auch bei geschlossenem Bildschirm viel Strom ziehen, sind oft die wahren Übeltäter.
Besonders tückisch sind dabei Social-Media-Apps wie Instagram, TikTok oder Facebook. Diese nutzen aggressive Hintergrundaktualisierung, um immer neue Inhalte nachzuladen. Auch Messenger wie WhatsApp oder Telegram können durch permanente Synchronisation viel Strom verbrauchen. Navigation-Apps wie Google Maps oder Apple Karten sind ebenfalls Stromfresser, da sie GPS, Bildschirm und Prozessor dauerhaft beanspruchen.
Ein weiterer großer Faktor ist die 5G-Verbindung. Während 5G deutlich schneller ist als LTE, verbraucht es auch erheblich mehr Strom. Wenn ihr in Gebieten mit schwacher 5G-Abdeckung unterwegs seid, sucht das iPhone permanent nach besseren Verbindungen – das zehrt am Akku. In den Einstellungen unter „Mobiles Netz“ könnt ihr 5G auf „Automatisch“ stellen oder ganz deaktivieren.
Neu in iOS 18 ist auch die erweiterte Akkudiagnose. Das System erkennt automatisch, wenn der Akku an Kapazität verliert und schlägt Optimierungen vor. Unter „Batteriezustand & Laden“ findet ihr detaillierte Informationen zur maximalen Kapazität eures Akkus. Sinkt diese unter 80 Prozent, solltet ihr über einen Akkutausch nachdenken.
Praktische Tipps zum Stromsparen: Reduziert die Bildschirmhelligkeit oder nutzt die automatische Anpassung. Das Always-On-Display bei neueren iPhones könnt ihr in den Einstellungen unter „Anzeige & Helligkeit“ deaktivieren. Auch die Hintergrundaktualisierung einzelner Apps lässt sich gezielt ausschalten – geht dazu in die Einstellungen, dann „Allgemein“ und „Hintergrundaktualisierung“.
Wi-Fi ist generell stromsparender als mobile Daten. Wenn möglich, nutzt WLAN-Verbindungen. Auch Bluetooth 5.0 ist mittlerweile sehr energieeffizient geworden, besonders mit modernen AirPods oder anderen optimierten Geräten.
Ihr werdet in der App-Liste auch Programme finden, die ihr eigentlich gar nicht braucht. Deinstalliert sie, dann spart ihr deren verbrauchten Strom für wichtigere Apps auf! Besonders vorinstallierte Apps, die ihr nie nutzt, können im Hintergrund trotzdem aktiv bleiben.
Zuletzt aktualisiert am 28.02.2026

