Wenn ihr euren PC für Remote Desktop eingerichtet habt, dann ist das von außerhalb eures Netzwerks im Standard nicht nutzbar. Ihr habt ja keinen Zugriff auf eine Adresse, die euer Zuhause über das Internet erreichbar macht. LAN (Local Area Network, euer Heimnetzwerk) und WAN (Wide Area Network, das Internet) sind eigentlich nicht miteinander verbunden. Das lässt sich aber einfach ändern.
Firmen haben zu diesem Zweck eine feste WAN-IP, die sich auch beim Neuaufbau der Verbindung zum Internet nicht ändert. Dies ist aber teuer und für den Privatanwender kaum finanzierbar.
Dafür gibt es diverse Anbieter so genannter „dynamischer DNS-Dienste“. Internetanbieter wie IONOS und Strato bieten sie an, etablierte Dienste sind No-IP, Duck DNS oder DynDNS. Die Funktionsweise ist recht einfach: Ihr bekommt vom Anbieter eine Internetadresse zugewiesen, deren ersten Teil ihr frei bestimmen könnt, beispielsweise meinzuhause.ddns.net und zahlt dafür einen jährlichen Obolus. Dieser liegt in der Regel im niedrigen zweistelligen Eurobereich für ein Jahr – viele Anbieter haben sogar kostenlose Basis-Tarife.
Bei jedem Neuaufbau der Internetverbindung meldet eine kleine App auf eurem PC, im Idealfall sogar direkt euer Router, die neue WAN-IP-Adresse an den Dienst. Dieser hinterlegt dann die jeweils aktuelle IP-Adresse, unter der euer Router erreichbar ist, an den Dienst.
Ruft ihr im Beispiel dann https://meinzuhause.ddns.net auf, dann geht die Anfrage auf den Dienstanbieter, der sie auf die richtige Adresse eures Routers weiterleitet.

Einrichten einer Port-Freigabe
Um hier dann Daten an ein bestimmtes Gerät in eurem Netzwerk freizugeben, müsst ihr eine so genannte Port-Freigabe einrichten. Das findet in eurem Router statt und ist dort eine Standardfunktionalität. Port 80 ist für HTTP-Anfragen, Port 443 für HTTPS, Port 21 für FTP – eine Liste der Standard-Ports für verschiedene Anwendungen findet ihr beispielsweise hier.
Für Remote Desktop wird im Standard der Port 3389 verwendet. Diesen müsst ihr nun auf die IP-Adresse des zu bedienenden Gerätes umleiten. Bei einer AVM Fritz!Box geht ihr dazu beispielsweise in den Einstellungen auf Internet > Freigaben > Portfreigaben und klickt dann auf Gerät für Freigaben hinzufügen. Sucht nun das Gerät, auf das ihr zugreifen wollt, aus der Liste der Geräte heraus.
Als Anwendung wählt ihr MS Remotedesktop, aktiviert die Freigabe über IPv4 und IPv6.
Sicherheit nicht vergessen
Ein Wort zur Sicherheit: Wenn ihr euren PC über das Internet erreichbar macht, öffnet ihr auch ein Einfallstor für Angreifer. Verwendet daher unbedingt starke Passwörter für alle Benutzerkonten und aktiviert die Netzwerkauthentifizierung auf Benutzerebene. Noch besser: Ändert den Standard-Port 3389 auf einen anderen Port, etwa 13389 oder 33890. Das macht es Angreifern schwerer, euren Remote Desktop zu finden.
Moderne Alternativen
Mittlerweile gibt es auch komfortablere Alternativen zum klassischen Remote Desktop mit Port-Weiterleitung. TeamViewer, AnyDesk oder Chrome Remote Desktop funktionieren über Cloud-Verbindungen und benötigen keine Router-Konfiguration. Diese Dienste bauen eine verschlüsselte Verbindung über ihre Server auf – ihr müsst nichts am Router ändern.
Microsoft bietet mit „Microsoft Remote Desktop“ auch eine moderne Variante, die über das Azure-Portal konfiguriert werden kann. Für Windows 11 Pro gibt es zudem die Möglichkeit, Remote Desktop über Windows Hello zu authentifizieren.
VPN als professionelle Lösung
Für regelmäßige Remote-Zugriffe ist ein VPN oft die bessere Wahl. Viele moderne Router haben VPN-Server integriert – so könnt ihr euch sicher in euer Heimnetzwerk einwählen und dann ganz normal auf alle Geräte zugreifen. Das ist sicherer als einzelne Port-Freigaben und flexibler, weil ihr auf alle Netzwerkressourcen zugreifen könnt, nicht nur auf den Remote Desktop.
WireGuard hat sich dabei als moderne, schnelle VPN-Lösung etabliert und wird von vielen Routern unterstützt. Die Einrichtung ist meist einfacher als bei älteren VPN-Protokollen wie OpenVPN.
Fazit
Remote Desktop über dynamisches DNS funktioniert auch 2026 noch zuverlässig, ist aber nur eine von vielen Möglichkeiten. Je nach Anwendungsfall können Cloud-basierte Lösungen oder VPN-Verbindungen die bessere Wahl sein. Wichtig ist in jedem Fall: Sicherheit geht vor Komfort.
Zuletzt aktualisiert am 28.02.2026
