Den Notfallpass in iOS konfigurieren und freigeben

von | 03.05.2021 | macOS

Medizinische Informationen unterliegen dem Datenschutz, und das ist auch gut so. Nicht jeder soll wissen, welche Krankheiten ihr habt und welche Medikamente ihr nehmt. Schließlich sind es eure Daten. Allerdings gibt es Situationen, in denen es sinnvoll sein kann, dass schneller Zugriff auf diese Daten möglich ist: Notfallkräfte sollten möglichst schnell wissen, welche Einschränkungen oder welche Blutgruppe ihr habt. Das kann iOS mit dem Notfallpass erreichen!

Der Notfallpass ist eine der praktischsten Funktionen in iOS, die viele iPhone-Nutzer noch gar nicht kennen. Dabei kann sie im Ernstfall Leben retten. Rettungskräfte, Ärzte oder auch Ersthelfer können auf wichtige medizinische Informationen zugreifen, ohne euer iPhone entsperren zu müssen.

Notfallpass einrichten – so geht’s

Den Notfallpass könnt ihr konfigurieren, indem ihr auf Einstellungen > Health > Notfallpass tippt. Hier könnt ihr alle Informationen eingeben, die für einen Notfall relevant sein können: Krankheiten, Aufzeichnungen, Allergien, Medikationen, Größe und Gewicht und Blutgruppe.

Besonders wichtig sind folgende Informationen:

  • Notfallkontakte: Die Health-App kann automatisch eure wichtigsten Kontakte benachrichtigen, wenn ihr den Notfall-SOS auslöst
  • Medizinische Daten: Blutgruppe, bekannte Allergien und chronische Erkrankungen
  • Medikamente: Alle regelmäßig eingenommenen Medikamente mit Dosierung
  • Besondere Hinweise: Implantate, Herzschrittmacher oder andere wichtige medizinische Details

Zugriff im Notfall aktivieren

Wichtig ist nun die Entscheidung, ob diese Informationen nur für euch zentral verfügbar sein sollen oder auch im Notfall Zugriff erlauben. Das bestimmt ihr mit unter Zugriff im Notfall die Option Im Sperrzustand anzeigen. Ist diese ausgeschaltet, dann sind die Notfallinformationen nur zugänglich, wenn euer Gerät entsperrt ist.

Aktiviert ihr sie, dann kann jeder, der euer Handy in die Hand bekommt, durch Drücken und Halten der Leiser- und Powertaste und Wischen über Notfallpass diese Informationen aufrufen.

Notfall-SOS und automatische Benachrichtigung

Seit iOS 18 hat Apple die Notfallfunktionen noch weiter ausgebaut. Wenn ihr fünfmal schnell hintereinander die Seitentaste drückt oder die Seitentaste und eine Lautstärketaste gedrückt haltet, wird automatisch der Notruf gewählt. Gleichzeitig werden eure Notfallkontakte per SMS über den Vorfall informiert – inklusive eurer aktuellen GPS-Position.

Diese Funktion lässt sich unter Einstellungen > Notfall-SOS konfigurieren. Hier könnt ihr auch einstellen, ob ein Countdown-Ton abgespielt werden soll, bevor der Notruf automatisch gewählt wird.

Integration mit Apple Watch

Besonders praktisch wird der Notfallpass in Kombination mit der Apple Watch. Die Smartwatch erkennt automatisch Stürze oder andere Notfallsituationen und kann eigenständig Hilfe rufen, wenn ihr nicht mehr reagieren könnt. Alle Daten aus dem iPhone-Notfallpass sind auch auf der Watch verfügbar.

Die Watch Series 9 und Ultra 2 haben sogar eine neue Sirenen-Funktion, die durch zweimaliges Drücken der Aktionstaste aktiviert wird und Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Datenschutz und Sicherheit

Apple hat den Notfallpass so konzipiert, dass der Datenschutz gewahrt bleibt, aber im Ernstfall trotzdem schnelle Hilfe möglich ist. Die Daten werden nur lokal auf eurem Gerät gespeichert und nicht in die iCloud hochgeladen. Nur ihr entscheidet, welche Informationen im Notfallpass sichtbar sein sollen.

Ein Tipp: Überprüft regelmäßig die Daten in eurem Notfallpass. Medikamente ändern sich, neue Allergien können auftreten oder Notfallkontakte wechseln. Ein veralteter Notfallpass kann im Ernstfall mehr schaden als nützen.

Alternative: Medical ID Apps

Neben dem iOS-eigenen Notfallpass gibt es auch spezialisierte Apps wie „ICE Medical Standard“ oder „Medical ID“, die ähnliche Funktionen bieten. Diese sind besonders interessant für Android-Nutzer oder wenn ihr erweiterte Funktionen benötigt.

Doch für iPhone-Besitzer ist der integrierte Notfallpass meist völlig ausreichend und hat den Vorteil, dass er systemweit verfügbar ist und von Rettungskräften intuitiv gefunden werden kann.

Fazit: Fünf Minuten, die Leben retten können

Der Notfallpass einzurichten dauert nur wenige Minuten, kann aber im Ernstfall entscheidend sein. Rettungskräfte sind mittlerweile darauf geschult, bei bewusstlosen Patienten nach dem Notfallpass auf Smartphones zu suchen. Diese wenigen Informationen können über die richtige Behandlung entscheiden und wertvolle Zeit sparen.

Zuletzt aktualisiert am 25.02.2026