Die Apple AirTags sollen dem einfachen Auffinden von Gegenständen dienen. Das Risiko: Wer euch ein AirTag unterschiebt, kann euch damit auch tracken! Hier hilft die Tracker Detect App für Android – und seit 2024 gibt es noch bessere Lösungen.
Ihr sucht euren Schlüssel? Startet die Wo ist-App auf eurem iPhone und lasst euch die Position des AirTags anzeigen, das daran hängt. Wenn ihr selber ein iPhone verwendet, dann bemerkt ihr schnell, dass ein fremdes AirTag sich mit euch bewegt: Das AirTag wird von eurem Smartphone als nicht zu euch gehörend identifiziert und gibt mehrfach einen Ton aus. Parallel dazu zeigt euer iPhone eine Meldung an, dass sich ein fremdes AirTag mit euch bewegt.
Android unterstützte lange Zeit keine AirTags nativ, weshalb diese wichtige Schutzfunktion fehlte. Apple hat nach langen Diskussionen eine kostenlose App herausgebracht, die zumindest die manuelle Suche nach fremden AirTags erlaubt.
So funktioniert die Tracker Detect App
Die Voraussetzung: Das AirTag muss sich 15 Minuten außerhalb der Reichweite des iPhones befinden, zu deren Apple ID es gehört. Klickt in der App auf Scan, dann durchsucht sie die Umgebung nach AirTags, die zurückgelassen wurden. Hat euch jemand heimlich ein AirTag untergeschoben, dann erscheint dieses in der Liste. Ist es länger als 10 Minuten in Reichweite eures Smartphones, dann könnt ihr durch ein Tippen auf Play Sound einen Ton wiedergeben lassen. Dieser erleichtert es, das AirTag dann auch physisch zu orten.
Native Android-Unterstützung seit 2024
Die große Neuerung: Seit Android 15 (September 2024) ist der Schutz vor unerwünschtem Tracking direkt ins Betriebssystem integriert. Google und Apple haben gemeinsam an einer branchenweiten Lösung gearbeitet, die sowohl AirTags als auch andere Bluetooth-Tracker erfasst. Die neue „Unknown Tracker Alert“-Funktion erkennt automatisch fremde Tracker und warnt euch proaktiv.
Das funktioniert nicht nur mit AirTags, sondern auch mit Samsung Galaxy SmartTags, Tile-Trackern und anderen Bluetooth-basierten Ortungsgeräten. Der Schutz ist standardmäßig aktiviert und läuft im Hintergrund – ihr müsst keine separate App mehr installieren oder manuell scannen.
Erweiterte Schutzfunktionen
Die neuen Android-Versionen bieten mehrere Schutzebenen:
- Automatische Erkennung: Das System erkennt Tracker, die sich längere Zeit mit euch bewegen
- Präzise Ortung: Bei neueren Android-Geräten mit UWB-Chip (Ultra-Wideband) könnt ihr fremde AirTags auf wenige Zentimeter genau lokalisieren
- Deaktivierungshilfe: Schritt-für-Schritt-Anleitungen zeigen, wie ihr unerwünschte Tracker ausschaltet
- Verlaufsspeicherung: Ihr könnt nachvollziehen, wann und wo verdächtige Tracker erkannt wurden
Was tun bei verdächtigem Tracking?
Wenn euer Android-Gerät einen unbekannten Tracker meldet, solltet ihr folgende Schritte befolgen:
- Ruhe bewahren: Nicht in Panik geraten, sondern systematisch vorgehen
- Tracker lokalisieren: Nutzt die Sound-Funktion oder die Präzisionsortung
- Sicher entfernen: Entfernt die Batterie oder beschädigt den Tracker, um ihn zu deaktivieren
- Dokumentieren: Macht Fotos vom Fundort und notiert euch Zeit und Umstände
- Bei Bedarf Behörden informieren: Bei Verdacht auf Stalking die Polizei kontaktieren
Grenzen der Technologie
Trotz aller Verbesserungen gibt es Einschränkungen: Die Erkennung funktioniert nur, wenn sich der Tracker längere Zeit mit euch bewegt. Kurzzeitiges Tracking in belebten Bereichen wird möglicherweise nicht erkannt. Auch können technisch versierte Personen die Erkennungsmechanismen teilweise umgehen.
Zusätzliche Schutzmaßnahmen
Neben der technischen Erkennung könnt ihr euch durch aufmerksames Verhalten schützen:
- Regelmäßig Taschen, Rucksäcke und Fahrzeuge kontrollieren
- Bei verdächtigen Geräuschen (Piepen) die Quelle suchen
- Auf ungewöhnliche Benachrichtigungen auf dem Smartphone achten
- Bei wiederholten Tracker-Warnungen das Umfeld genau prüfen
Ausblick und Entwicklung
Die Tracker-Erkennung wird kontinuierlich weiterentwickelt. Google und Apple arbeiten an noch präziseren Algorithmen und schnellerer Erkennung. Auch andere Hersteller wie Samsung, Tile und Chipolo haben ihre Geräte an den neuen Standard angepasst.
Die Balance zwischen nützlicher Ortungstechnik und Schutz der Privatsphäre bleibt eine Herausforderung. Die aktuellen Lösungen bieten aber deutlich besseren Schutz als noch vor wenigen Jahren.
Zuletzt aktualisiert am 22.02.2026
