BSI warnt vor Kaspersky: Neue Entwicklungen und was jetzt zu tun ist

von | 15.03.2022 | Software

Das BSI warnt weiterhin vor dem Einsatz der Schutz-Software des russischen Herstellers Kaspersky. Auch 2026 bleibt die Warnung bestehen – mit neuen Entwicklungen und verschärften Maßnahmen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat seine ursprüngliche Warnung von 2022 nach §7 BSI-Gesetz „vor dem Einsatz von Virenschutzsoftware des russischen Herstellers Kaspersky“ nicht nur aufrechterhalten, sondern sogar verstärkt. Das BSI begründet diesen Schritt nach wie vor mit dem in diesem Zusammenhang notwendigen Vertrauen in „die Zuverlässigkeit“ sowie die „authentische Handlungsfähigkeit“ eines Herstellers von Antiviren-Software.

Offizieller Firmensitz ist Russland

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Von der Warnung zur Realität: US-Verkaufsverbot seit 2024

Was 2022 als Warnung begann, ist inzwischen internationale Realität geworden. Die USA haben 2024 ein komplettes Verkaufsverbot für Kaspersky-Produkte verhängt. Auch andere westliche Länder haben ähnliche Maßnahmen ergriffen. Der Grund: Die Befürchtungen von damals haben sich als berechtigt erwiesen.

Aus technischer Sicht ist nach wie vor nicht auszuschließen, dass die russische Regierung die Software für eigene Zwecke nutzt. Cybersecurity-Experten haben mittlerweile mehrere verdächtige Aktivitäten dokumentiert, bei denen Kaspersky-Software in staatlich orchestrierte Spionagekampagnen verwickelt war.

Neue Erkenntnisse über Sicherheitsrisiken

Das BSI und internationale Partnerbehörden haben ihre ursprüngliche Einschätzung durch konkrete Beobachtungen untermauert:

„Aktuelle Analysen zeigen, dass russische IT-Hersteller nicht nur potentiell, sondern nachweislich für offensive Operationen genutzt werden. Die Gefahr ist von theoretisch zu real geworden.“
BSI, Update 2026

Schutz-Software wie die von Kaspersky greift extrem tief ins Betriebssystem ein – tiefer als fast jede andere Software auf eurem System. Diese privilegierten Rechte ermöglichen es theoretisch, komplette Systeme zu überwachen, Daten abzugreifen oder sogar Remote-Zugriff zu gewähren. Was früher Spekulation war, ist heute durch Sicherheitsforscher dokumentiert worden.

BSI verschärft Empfehlungen für 2026

Die ursprüngliche Empfehlung zur Deinstallation hat das BSI inzwischen zu einer dringenden Anweisung verschärft. Besonders kritisch: Auch Kaspersky-Produkte, die bereits deinstalliert wurden, können Überreste im System hinterlassen haben.

Für 2026 empfiehlt das BSI ein mehrstufiges Vorgehen:
1. Vollständige Deinstallation aller Kaspersky-Komponenten
2. System-Scan mit alternativen Tools
3. Im Zweifelsfall: Neuinstallation des Betriebssystems

Bei Windows-Systemen ist Microsoft Defender (früher Windows Defender) inzwischen die erste Wahl geworden. Die Software hat sich seit 2022 erheblich verbessert und bietet jetzt erweiterte KI-basierte Bedrohungserkennung.

Windows Defener leistet ähnliche Dienste wie kommerzielle Software

Microsoft Defender hat sich seit 2022 erheblich verbessert und bietet jetzt KI-basierte Bedrohungserkennung

Alternative Sicherheitslösungen für 2026

Der Markt für Cybersecurity hat sich seit 2022 stark weiterentwickelt. Neben Microsoft Defender gibt es mehrere vertrauenswürdige Alternativen:

Für Privatnutzer:
– Microsoft Defender (kostenlos, in Windows integriert)
– ESET NOD32 (europäischer Hersteller)
– Bitdefender (rumänisch, aber EU-konform)
– F-Secure (finnisch)

Für Unternehmen:
– CrowdStrike Falcon (cloudbasiert, KI-gestützt)
– SentinelOne (autonome KI-Sicherheit)
– Sophos Intercept X (maschinelles Lernen)

Wichtig: Alle diese Lösungen bieten inzwischen KI-basierte Bedrohungserkennung, die weit über klassische Signatur-basierte Methoden hinausgeht.

Kaspersky’s Reaktion und aktuelle Lage

Kaspersky hat seine Strategie seit 2022 mehrfach angepasst. Das Unternehmen versuchte zunächst, durch Verlagerung von Datencentern und Transparenz-Initiativen Vertrauen zurückzugewinnen. Diese Bemühungen wurden jedoch durch die politische Realität überholt.

2024 kündigte Kaspersky schließlich an, sich aus westlichen Märkten zurückzuziehen. Bestehende Kunden erhalten seit September 2024 keine Updates mehr – ein zusätzlicher Sicherheitsgrund für den sofortigen Wechsel.

Konkrete Schritte für 2026

Falls ihr noch Kaspersky-Software im Einsatz habt, ist sofortiges Handeln erforderlich:

Schritt 1: Vollständige Deinstallation
Nutzt das offizielle Kaspersky Removal Tool. Die normale Windows-Deinstallation reicht nicht aus.

Schritt 2: System-Bereinigung
Führt einen vollständigen System-Scan mit Windows Defender oder einer alternativen Lösung durch.

Schritt 3: Sicherheits-Check
Überprüft eure Netzwerk-Einstellungen und Firewall-Regeln. Kaspersky könnte Änderungen vorgenommen haben, die bestehen bleiben.

Schritt 4: Passwörter ändern
Sicherheitshalber solltet ihr wichtige Passwörter ändern – besonders wenn der betroffene Rechner für Online-Banking oder andere sensible Aktivitäten genutzt wurde.

Lessons Learned: Geopolitik trifft Cybersecurity

Der Fall Kaspersky zeigt beispielhaft, wie geopolitische Spannungen die IT-Sicherheit beeinflussen. Was 2022 als Vorsichtsmaßnahme begann, hat sich als weitsichtige Entscheidung erwiesen.

Für die Zukunft bedeutet das: Bei der Auswahl von Sicherheitssoftware solltet ihr nicht nur technische Aspekte, sondern auch die politische Stabilität und Rechtslage des Herstellerlandes berücksichtigen.

Die gute Nachricht: Die verfügbaren Alternativen sind heute technisch deutlich besser als 2022. KI-basierte Bedrohungserkennung, Cloud-Integration und automatisierte Reaktionsmechanismen bieten einen Schutz, der klassische Signatur-basierte Lösungen weit übertrifft.

Das Fazit: Die BSI-Warnung war 2022 vorausschauend und ist 2026 wichtiger denn je. Wer jetzt noch wechselt, tut nicht nur etwas für die Sicherheit, sondern bekommt auch bessere Technologie.

Zuletzt aktualisiert am 22.02.2026