PayPal berechnet seit 2023 bis zu 10 EUR jährlich für inaktive Konten. Was ihr wissen müsst und wie ihr die Gebühren ganz einfach vermeidet.
„Benutzen Sie Ihr Konto, um eine Gebühr für Inaktivität zu vermeiden“ – diese E-Mail haben mittlerweile Millionen PayPal-Nutzer erhalten. Was 2022 noch angekündigt wurde, ist seit 2023 Realität: PayPal kassiert bei inaktiven Konten eine Inaktivitätsgebühr von bis zu 10 EUR pro Jahr. Auch in Deutschland, Österreich und anderen EU-Ländern.
Die ursprünglich nur für Händlerkonten geltende Regelung wurde auf alle Privatkonten ausgeweitet. PayPal rechtfertigt dies mit Verwaltungskosten und der Notwendigkeit, ungenutzte Ressourcen zu reduzieren. Doch keine Panik: Mit ein paar einfachen Tricks lassen sich die Gebühren komplett vermeiden.
Wann gilt ein Konto als inaktiv?
Ein PayPal-Konto wird als inaktiv eingestuft, wenn ihr euch 12 Monate lang nicht eingeloggt und keine Transaktionen durchgeführt habt. Das bedeutet konkret: kein Geld gesendet, empfangen oder abgebucht. Auch ein simples Einloggen ohne weitere Aktionen reicht nicht aus – es muss eine echte Transaktion stattfinden.
Interessant: PayPal definiert „Aktivität“ sehr eng. Selbst das Checken des Kontostands oder das Ändern von Einstellungen zählt nicht als ausreichende Aktivität. Nur echte Geldtransfers oder das Hinzufügen/Entfernen von Zahlungsmethoden werden als Aktivität gewertet.
Wer regelmäßig etwas mit PayPal bezahlt, braucht keine Gebühren zu befürchten
So funktioniert die Gebührenberechnung
Die Inaktivitätsgebühr beträgt maximal 10 EUR pro Jahr. Entscheidend ist das Guthaben auf eurem Konto:
• Kein Guthaben = keine Gebühr
• Guthaben unter 10 EUR = komplettes Guthaben wird abgezogen
• Guthaben über 10 EUR = maximal 10 EUR Gebühr
• Das Konto kann nicht ins Minus rutschen
PayPal bucht die Gebühr einmal jährlich ab, immer am Jahrestag der Inaktivität. Wer beispielsweise am 15. März 2025 zum letzten Mal aktiv war, zahlt am 15. März 2026 die Gebühr – falls das Konto zu diesem Zeitpunkt noch inaktiv ist.
Kontolöschung nach weiterer Inaktivität
Nach Abzug der Inaktivitätsgebühr beginnt eine weitere 60-Tage-Frist. Bleibt das Konto in dieser Zeit weiterhin inaktiv und weist kein positives Guthaben mehr auf, wird es automatisch geschlossen. Alle Daten werden dann unwiderruflich gelöscht.
Das kann problematisch werden, wenn ihr das Konto für wiederkehrende Zahlungen oder als Backup-Zahlungsmethode nutzt. Online-Shops, Streaming-Dienste oder andere Abonnements können dann nicht mehr abbuchen.
Gebühren vermeiden: So einfach geht’s
Die gute Nachricht: Inaktivitätsgebühren lassen sich kinderleicht vermeiden. Jede der folgenden Aktionen resettet den 12-Monats-Zähler:
• Geld an Freunde oder Familie senden (auch 1 Cent reicht)
• Online-Einkauf per PayPal bezahlen
• Guthaben auf euer Bankkonto überweisen
• Neue Zahlungsmethode hinzufügen oder entfernen
• PayPal-Kreditkarte nutzen (falls vorhanden)
• Geld von einem verknüpften Bankkonto einzahlen
Ein Tipp: Stellt euch einen jährlichen Kalender-Reminder ein. Ein kleiner Geldtransfer oder eine symbolische Zahlung reicht völlig aus.
PayPal informiert vorab
Immerhin: PayPal verschickt Warnmails, bevor die Gebühr fällig wird. Mindestens 60 Tage vor Ablauf der 12-Monats-Frist erhaltet ihr eine Benachrichtigung. Danach folgen weitere Erinnerungen.
Achtet dabei auf Spam-Ordner! Viele Nutzer haben diese wichtigen E-Mails übersehen und später überrascht festgestellt, dass Guthaben abgezogen wurde.
Internationale Unterschiede
Die Inaktivitätsgebühr gilt mittlerweile in fast allen Ländern, in denen PayPal aktiv ist. In den USA beträgt sie sogar bis zu 20 USD. Andere Länder haben unterschiedliche Beträge und Fristen.
Interessant: In einigen Ländern wie der Schweiz sind die Regelungen aufgrund lokaler Gesetze weniger strikt. Dort werden nur Konten mit sehr hohem Guthaben zur Kasse gebeten.
Alternativen zu PayPal
Wer sein PayPal-Konto nur selten nutzt, sollte über Alternativen nachdenken. Apple Pay, Google Pay, Klarna oder direktes Online-Banking bieten oft dieselben Funktionen ohne Inaktivitätsgebühren.
Für gelegentliche Überweisungen zwischen Freunden gibt es Apps wie Revolut, N26 oder klassische Banking-Apps mit Sofort-Überweisungen. Viele sind kostenlos und berechnen keine Gebühren für Inaktivität.
Fazit: Kein Grund zur Panik
Die PayPal-Inaktivitätsgebühr ist ärgerlich, aber leicht zu vermeiden. Wer sein Konto regelmäßig nutzt, merkt davon nichts. Alle anderen sollten sich einen jährlichen Reminder setzen oder das Konto ganz schließen.
Wichtig: Schließt ungenutzte Konten rechtzeitig selbst, bevor PayPal dies automatisch macht. So behaltet ihr die Kontrolle und vermeidet böse Überraschungen.
Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026