Die Verfolgung von Elon Musks Privatjet geht weiter: Nach der Sperrung auf Twitter hat Jack Sweeney neue Plattformen erobert – mit überraschendem Erfolg auf verschiedenen Social Media-Kanälen.
Es ist eine Geschichte, die mittlerweile zum modernen Internet-Folklore gehört. Ein junger Aktivist gegen einen der mächtigsten Tech-Milliardäre der Welt. Jack Sweeney, mittlerweile 24 Jahre alt, hat seine Mission zur Verfolgung von Elon Musks Privatjet nie aufgegeben – auch nicht nach seiner spektakulären Sperrung auf Twitter Ende 2022.
Nach der damaligen Kontroverse hat Sweeney seine Aktivitäten erfolgreich auf mehrere Plattformen ausgeweitet. Sein Account auf Threads (@Elonmusksjet) verzeichnet mittlerweile über 150.000 Follower, während er auf Bluesky sogar noch erfolgreicher ist und dort eine Community von über 200.000 Menschen aufgebaut hat.
Multi-Platform-Strategie zeigt Wirkung
Sweeney hat aus seiner Twitter-Sperrung gelernt und setzt heute auf eine breit gefächerte Plattform-Strategie. Neben Threads und Bluesky nutzt er auch Mastodon, wo seine Beiträge regelmäßig viral gehen. Besonders interessant: Auch auf Metas neuem Netzwerk Threads, das seit Dezember 2023 auch in Deutschland verfügbar ist, hat er eine treue Anhängerschaft aufgebaut.
Die Methode ist nach wie vor dieselbe: Sweeney nutzt öffentlich zugängliche ADS-B-Daten (Automatic Dependent Surveillance-Broadcast), um die Bewegungen von Musks Gulfstream G650ER mit der Registrierungsnummer N628TS zu verfolgen. Diese Daten sind völlig legal verfügbar und werden von Flugzeugen automatisch ausgestrahlt.
Elon Musk und Twitter
Von Twitter-Drama zu Platform-Hopping
Die ursprüngliche Kontroverse auf Twitter Ende 2022 wirkt heute fast schon wie ein Katalysator für Sweeneys Erfolg. Damals hatte Musk persönlich die Sperrung von Sweeneys Account veranlasst und dabei seine eigenen Prinzipien der „freien Meinungsäußerung“ über Bord geworfen. Die Sperrung mehrerer Journalisten, die über den Fall berichteten, sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit.
Heute, fast drei Jahre später, ist die Ironie perfekt: Während Musks Plattform X (ehemals Twitter) an Relevanz verliert, floriert Sweeney auf den aufstrebenden Konkurrenz-Plattformen. Besonders Bluesky, das dezentrale Netzwerk, das ursprünglich aus einem Twitter-Projekt hervorging, profitiert von Nutzern, die X den Rücken gekehrt haben.
Warum die Jet-Tracking bleibt relevant
Die Verfolgung von Privatjets ist mehr als nur eine skurrile Internet-Obsession geworden. In Zeiten des Klimawandels symbolisieren die Flugbewegungen der Superreichen die Diskrepanz zwischen öffentlichen Klimaversprechen und privatem Verhalten. Musk, der sich als Retter des Planeten inszeniert, fliegt sein Privatjet häufiger als je zuvor.
Sweeneys Daten zeigen: Allein 2025 legte Musks Jet über 400.000 Kilometer zurück – mehr als zehn Mal um die Erde. Besonders pikant: Viele Flüge waren Kurzstrecken, die problemlos mit anderen Verkehrsmitteln hätten bewältigt werden können.
Die Community um die Jet-Tracking-Accounts ist dabei zu einem eigenständigen Phänomen geworden. Nutzer analysieren Flugmuster, spekulieren über Geschäftstermine und diskutieren die ökologischen Auswirkungen. Manche haben sogar begonnen, die CO2-Emissionen einzelner Flüge zu berechnen und diese den Klimaversprechen von Musks Unternehmen gegenüberzustellen.
Der Streisand-Effekt in Perfektion
Musks Versuch, die Jet-Verfolgung zu stoppen, ist zum Paradebeispiel für den Streisand-Effekt geworden. Statt die Aufmerksamkeit zu reduzieren, hat die Twitter-Sperrung das Gegenteil bewirkt. Heute gibt es nicht nur Accounts für Musks Jet, sondern auch für die Privatflugzeuge anderer Tech-Milliardäre.
@Zuckerbergjet verfolgt Mark Zuckerbergs Flüge, @JeffBezosjet die des Amazon-Gründers, und @BillGatesjet dokumentiert die Reisen des Microsoft-Mitbegründers. Sweeney hat damit eine ganze Bewegung inspiriert, die die Transparenz bei den Mächtigen einfordert.
Die rechtlichen Drohungen, die Musk 2022 aussprach, sind übrigens nie umgesetzt worden. Juristen bestätigten damals, dass die Verwendung öffentlicher Flugdaten legal ist und unter den Schutz der Meinungsfreiheit fällt.
Plattform-Politik und digitale Zensur
Der Fall Sweeney ist auch ein Lehrstück über Plattform-Macht und digitale Zensur geworden. Die Tatsache, dass ein Milliardär einen kritischen Account auf seiner eigenen Plattform sperren kann, zeigt die Grenzen der viel beschworenen „freien Meinungsäußerung“ im Internet.
Gleichzeitig demonstriert Sweeneys Erfolg auf alternativen Plattformen die Macht der Dezentralisierung. Threads, Bluesky und Mastodon bieten heute echte Alternativen zu den etablierten Platzhirschen. Besonders Bluesky, das auf einem offenen Protokoll basiert, macht Zensur praktisch unmöglich.
Für die Zukunft plant Sweeney bereits weitere Projekte. Er arbeitet an einer App, die alle verfolgten Jets auf einer interaktiven Karte zeigt, und überlegt, das Tracking auf weitere Prominente auszuweiten. Politiker, Sportstars und andere öffentliche Figuren könnten die nächsten Ziele werden.
Die Geschichte von Jack Sweeney zeigt: Im Internet kann David durchaus gegen Goliath gewinnen – man muss nur hartnäckig genug sein und die richtigen Plattformen finden.
Zuletzt aktualisiert am 18.02.2026