Die Apple Vision Pro ist mittlerweile seit anderthalb Jahren auf dem deutschen Markt etabliert und hat sich als Pionier im Spatial Computing durchgesetzt. Was ursprünglich im Juli 2024 als futuristisches Experiment startete, ist heute zur ernstzunehmenden Plattform für Produktivität, Entertainment und kreative Anwendungen geworden.
Seit dem Deutschland-Launch haben sich sowohl die Hardware als auch das Software-Ökosystem erheblich weiterentwickelt. Die Apple Vision Pro läuft heute mit visionOS 3.2 und bietet deutlich mehr Apps, bessere Performance und neue Features, die das ursprüngliche Konzept des räumlichen Computers voll ausschöpfen.
Die Vision Pro verbindet beim Durchschauen digitale Inhalte nahtlos mit der physischen Welt – ein Konzept, das Apple konsequent als „Spatial Computing“ positioniert und damit über klassische Augmented Reality hinausgeht. Diese Technologie hat mittlerweile bewiesen, dass sie die Art verändert, wie Menschen arbeiten, kollaborieren, kommunizieren und digitale Inhalte konsumieren.
Apple Vision Pro kaufen – Was hat sich geändert?
Der Kaufprozess für die Vision Pro hat sich seit dem Launch deutlich vereinfacht. In allen deutschen Apple Stores könnt ihr die Brille inzwischen ohne Voranmeldung testen – eine 15-minütige Demo reicht meist aus, um die Technologie zu verstehen. Die ursprünglich notwendige Gesichtsvermessung per iPhone ist nach wie vor Standard, funktioniert aber mittlerweile auch mit älteren iPhone-Modellen ab dem iPhone 12.
Besonders praktisch: Apple bietet seit Herbst 2025 auch eine 14-tägige Rückgabemöglichkeit ohne Fragen, nachdem ursprünglich viele Kunden nach wenigen Tagen zurückgegeben hatten. Die Finanzierung wurde ebenfalls flexibler – neben der klassischen Ratenzahlung gibt es jetzt auch Leasing-Modelle für Geschäftskunden.
Für Brillenträger bleibt die Zusammenarbeit mit ZEISS bestehen: Die magnetischen ZEISS Optical Inserts sind inzwischen in mehr Stärken verfügbar und können auch bei Gleitsichtbrillen individuell angepasst werden. Die Lieferzeit hat sich von ursprünglich 2-3 Wochen auf wenige Tage reduziert.
Das App-Ökosystem ist erwachsen geworden
Hier zeigt sich der größte Fortschritt: Waren es zum Launch rund 2.000 native Apps, stehen heute über 8.000 speziell für visionOS entwickelte Anwendungen zur Verfügung. Dazu kommen weiterhin die 1,5 Millionen kompatiblen iOS- und iPadOS-Apps, die mittlerweile deutlich besser funktionieren.
Besonders im Business-Bereich hat sich viel getan: Zoom und Teams bieten jetzt vollwertige Spatial-Video-Konferenzen, bei denen sich Teilnehmer wie in einem echten Raum gegenübersitzen. Microsoft hat eine komplette Office-Suite für visionOS entwickelt, die weit über die ursprünglichen iPad-Portierungen hinausgeht.
Adobe Creative Cloud ist mit nativen Apps für Photoshop, Premiere und After Effects vertreten – letztere nutzt die räumlichen Möglichkeiten für 360-Grad-Editing. Autodesk bietet CAD-Anwendungen, die 3D-Modelle in Lebensgröße im Raum darstellen können.
Im Gaming-Bereich haben sich räumliche Spiele etabliert: Neben Apple Arcade mit über 300 Vision Pro-optimierten Titeln gibt es inzwischen auch AAA-Games von Ubisoft und Epic Games. Besonders beeindruckend sind Location-based AR-Spiele, die das eigene Wohnzimmer zur Spielfläche machen.
Entertainment und Content: Mehr als nur ein Gimmick
Apple Immersive Video hat sich als echtes Differenzierungsmerkmal etabliert. Statt nur weniger Dokumentationen gibt es heute über 200 Stunden 180-Grad-Content, darunter Konzerte von Taylor Swift und Coldplay, Sportereignisse und Naturdokumentationen. Disney+ produziert exklusiv für Vision Pro, Netflix ist seit Ende 2024 endlich mit nativer App dabei.
Die Virtual Cinema Experience simuliert Premium-Kinos so realistisch, dass viele Nutzer sie dem echten Kinobesuch vorziehen. Über 500 Filme sind in echtem 3D verfügbar, dazu kommen Spatial Audio und haptisches Feedback über das neue Taptic Engine-System in den Controllern.
SharePlay mit räumlichen Personas funktioniert mittlerweile so gut, dass gemeinsame Filmabende mit Freunden in verschiedenen Ländern zur Normalität geworden sind. Die ursprünglich kritisierten Avatar-Darstellungen wirken durch KI-Verbesserungen deutlich natürlicher.
Preise und Verfügbarkeit 2026
- Die Apple Vision Pro ist weiterhin in allen deutschen Apple Stores und online verfügbar. Der Einstiegspreis liegt nach wie vor bei 3.999 Euro für 256 GB, mittlerweile gibt es aber häufiger Aktionen für Bildungseinrichtungen und Unternehmen.
- Die Finanzierung beginnt bei 110 Euro pro Monat (36 Monate), es gibt aber auch 48-Monats-Optionen. Für Geschäftskunden bietet Apple Leasing ab 89 Euro monatlich.
- Gerüchte über eine günstigere „Vision Air“ für unter 2.000 Euro halten sich hartnäckig, offizielle Ankündigungen gibt es aber nicht. Apple arbeitet angeblich an einer zweiten Generation für 2027.
- Das Zubehör-Ökosystem hat sich erweitert: Neben den ZEISS-Einsätzen (115-169 Euro) gibt es jetzt auch Hand-Controller (299 Euro), ein verbessertes Travel Case (249 Euro) und verschiedene Comfort-Kits.
- AppleCare+ kostet weiterhin 549 Euro, deckt aber jetzt auch Wasserschäden ab und bietet Express-Austausch innerhalb von 24 Stunden.
Fazit: Vom Experiment zur Produktivitäts-Platform
Die Apple Vision Pro hat sich seit dem Deutschland-Launch von einem teuren Experiment zu einem ernstzunehmenden Arbeitsgerät entwickelt. Besonders für kreative Berufe, Architekten, Designer und Remote-Worker bietet sie Möglichkeiten, die mit herkömmlichen Displays nicht machbar sind.
Der hohe Preis bleibt die größte Hürde für Privatnutzer. Wer aber beruflich davon profitiert oder einfach Early Adopter ist, bekommt heute ein deutlich ausgereifteres Produkt als vor anderthalb Jahren. Die Frage ist nicht mehr, ob Spatial Computing die Zukunft ist – sondern wann es massentauglich wird.
Zuletzt aktualisiert am 16.02.2026