Bericht: Neue EU-Regeln für IoT-Daten und Greenwashing im September

von | 03.09.2026 | Tipps

Der September bringt Berichten zufolge gleich mehrere Änderungen mit sich, die euch als Verbraucher direkt betreffen. Es geht um zwei Baustellen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: den Umgang mit Daten aus vernetzten Produkten und die Regulierung von Umweltwerbung. Beides zielt in die gleiche Richtung – mehr Transparenz, weniger Blackbox.

Ich schaue mir in diesem Artikel an, was laut Medienberichten konkret auf euch zukommt, warum das gerade für Smart-Home-Nutzer und kleinere Händler relevant ist – und wo ihr genauer hinschauen solltet. Wichtig vorab: Vieles ist bislang nicht offiziell final bestätigt, sondern basiert auf Berichten und den bekannten EU-Rechtsakten dahinter.

Was sich im September ändern soll

Laut Medienberichten zu den Neuerungen im September stehen zwei Themenblöcke im Fokus. Zum einen sollen Hersteller vernetzter Produkte stärker in die Pflicht genommen werden, wenn es um den Zugriff auf die Daten geht, die diese Geräte erzeugen. Stichwort: Access by Design.

Zum anderen sollen Werbeaussagen zu Umwelt und Klima deutlich strenger reguliert werden. Begriffe wie „klimaneutral“, „umweltfreundlich“ oder „grün“ dürfen laut Berichten zu neuen Greenwashing-Regeln nicht mehr einfach so auf die Verpackung – sie sollen belegbar sein.

Parallel dazu läuft der Cyber Resilience Act (CRA), der Hersteller vernetzter Produkte zu strengeren Sicherheitsstandards und neuen Meldepflichten bei Sicherheitslücken verpflichten soll. Auch hier gilt: Vieles davon wird schrittweise wirksam, die volle Anwendung ist berichten zufolge zeitlich gestaffelt.

Für euch heißt das: Smart-TV, Saugroboter, smarte Türklingel oder vernetzte Waschmaschine sollen mittelfristig transparenter, sicherer und ehrlicher beworben sein.

Access by Design: Wem gehören eure Gerätedaten?

Der Kern der Idee: Wer ein vernetztes Produkt kauft, soll auch an die Daten kommen, die dieses Produkt erzeugt. Das ist heute oft nicht der Fall. Der Saugroboter kartiert eure Wohnung, die Daten landen aber beim Hersteller – nicht bei euch.

Access by Design bedeutet, dass der Zugriff schon bei der Produktentwicklung mitgedacht werden soll. Nutzer und – auf Wunsch – Dritte sollen strukturiert auf die Daten zugreifen können. Das kann für Reparaturdienste spannend sein, für unabhängige Wartung oder schlicht dafür, dass ihr euer Gerät ohne Cloud-Zwang weiterverwenden könnt.

Der zweite Baustein sind Meldepflichten bei Sicherheitslücken. Hersteller sollen aktiv ausgenutzte Schwachstellen zeitnah melden – und ihre Produkte über einen definierten Zeitraum mit Sicherheitsupdates versorgen. Für euch als Käufer ist das der wichtigste Punkt: kein Wegwerf-IoT mehr, das nach 18 Monaten aus der Update-Versorgung fällt.

Schluss mit „klimaneutral“ auf jeder Verpackung

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Der zweite grosse Block betrifft Werbung mit Umweltaussagen. Wer heute durch den Supermarkt läuft, sieht auf gefühlt jeder zweiten Packung ein grünes Blatt, ein „klimaneutral“-Siegel oder ein „umweltfreundlich“. Was das im Detail bedeutet, bleibt oft unklar.

Berichten zufolge sollen solche pauschalen Aussagen künftig belegt werden müssen. Wer „klimaneutral“ auf die Verpackung schreibt, muss erklären können, wie das zustande kommt – etwa über nachvollziehbare Reduktionsmassnahmen statt reiner Kompensation. Selbst gestrickte Siegel ohne unabhängige Prüfung sollen es deutlich schwerer haben.

Ziel ist, dass ihr euch beim Einkauf auf grüne Werbung wieder verlassen könnt – oder zumindest hinter jedem Claim eine überprüfbare Aussage steckt.

Was ihr jetzt konkret tun könnt

Auch wenn vieles noch schrittweise umgesetzt wird, könnt ihr euch schon jetzt darauf einstellen. Ein paar praktische Ansatzpunkte:

  • Update-Zusage prüfen: Fragt beim Kauf vernetzter Geräte gezielt nach, wie lange Sicherheitsupdates garantiert sind.
  • Datenexport testen: Schaut in den App-Einstellungen eurer Smart-Home-Geräte, ob ihr eure Daten exportieren könnt.
  • Konten aufräumen: Alte, ungenutzte IoT-Accounts löschen. Weniger vernetzte Geräte bedeuten weniger Angriffsfläche.
  • Umweltclaims hinterfragen: Bei „klimaneutral“ oder „grün“ auf der Verpackung ruhig mal auf die Website des Herstellers schauen – gibt es konkrete Belege?
  • Router absichern: Das schwächste Glied im Smart Home ist oft das Netzwerk selbst. WPA3, Gast-WLAN für IoT und regelmässige Firmware-Updates sind Pflicht.

Für kleinere Händler und KMU, die IoT-Produkte verkaufen, lohnt jetzt der Blick in die Lieferkette. Wer Produkte aus dem Nicht-EU-Ausland importiert und weiterverkauft, kann in Sachen CE-Kennzeichnung, Update-Pflichten und Sicherheitsdokumentation stärker in die Verantwortung genommen werden. Ein Gespräch mit dem Lieferanten – oder ein Wechsel zu Herstellern, die schon jetzt sauber dokumentieren – kann sich auszahlen.

Was das für euch bedeutet

Die neuen EU-Regeln sind kein Big Bang, sondern eher ein weiterer Schritt in eine Richtung, die sich seit Jahren abzeichnet: mehr Verantwortung bei den Herstellern, mehr Rechte für Verbraucher. Ob Smart-Home-Daten oder grüne Werbeversprechen – die Blackbox soll transparenter werden.

Für den Alltag heisst das: Ihr solltet vernetzte Produkte künftig auch danach auswählen, wie ehrlich der Hersteller mit Updates, Datenzugriff und Umweltaussagen umgeht. Und ihr solltet nicht darauf warten, dass eine Verordnung euch schützt – sondern selbst genauer hinschauen. Wie viel von den Berichten am Ende exakt so umgesetzt wird, werden die kommenden Monate zeigen.

Der Trend aber ist klar: Wer vernetzt verkauft, muss künftig mehr liefern als nur ein hübsches Gehäuse und einen grünen Aufkleber.

Quellen und Prüfstand

Hinweis: Zu diesem Thema lag zum Redaktionsschluss keine offizielle Bestätigung der beteiligten Unternehmen vor. Die Angaben stützen sich auf Medienberichte.

Faktenprüfung: Alle überprüfbaren Aussagen wurden am 03.09.2026 automatisiert gegen die offiziellen Primärquellen abgeglichen. Stand des Artikels: 03.09.2026.

Jörg Schieb
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