EU Data Act: Diese Rechte habt ihr ab September

von | 08.09.2026 | Tipps

Am 12. September greifen weitere Pflichten aus dem EU Data Act: Ab diesem Datum müssen neu auf den Markt gebrachte vernetzte Produkte und Dienste so gestaltet sein, dass Nutzerdaten leicht und standardisiert abrufbar sind.

Für uns Nutzer ist das potenziell eine der größten Verschiebungen im digitalen Verbraucherrecht seit der DSGVO. Denn die Verordnung gibt uns einen direkten, praktischen Zugriff auf die Daten, die unsere vernetzten Geräte täglich produzieren — vom Saugroboter über die Smartwatch bis zum vernetzten Auto.

Was theoretisch nach einem großen Schritt Richtung Datensouveränität klingt, wirft in der Praxis viele Fragen auf. Welche Geräte sind betroffen? Wie komme ich an meine Daten? Und was bringt mir das konkret?

Ich sortiere für euch, was Berichten zufolge auf uns zukommt — und wo noch Unsicherheiten bestehen.

Welche IoT Datenrechte ab September neu gelten

Der Data Act ist eine EU-Verordnung, die den Zugang zu Daten aus vernetzten Produkten und verbundenen Diensten neu regelt. Die Verordnung ist bereits seit 12. September 2025 anwendbar und gibt Nutzern grundsätzlich das Recht auf Zugriff auf die von ihren Geräten erzeugten Daten. Ab dem 12. September kommen nun zusätzliche Designpflichten hinzu: Vernetzte Produkte und Dienste, die ab diesem Datum neu auf den Markt kommen, müssen von vornherein so gestaltet sein, dass die Datenbereitstellung einfach und standardisiert funktioniert.

Der Kern: Wer ein vernetztes Gerät kauft oder nutzt, soll laut Medienberichten das Recht haben, die vom Gerät erzeugten Daten einzusehen und weiterzugeben — auch an Dritte seiner Wahl. Damit sollen Datenmonopole aufgebrochen werden, die bislang meist beim Hersteller lagen. Ein Beispiel: Werkstatt-Daten eures Autos könnten dann nicht nur an die Vertragswerkstatt gehen, sondern auch an eine freie Werkstatt eurer Wahl.

Betroffen sind Berichten zufolge insbesondere IoT-Produkte im weiten Sinne. Dazu zählen etwa Smart-Home-Geräte, Wearables, vernetzte Haushaltsgeräte, Industriemaschinen und Fahrzeuge. Auch die zugehörigen digitalen Dienste, ohne die viele dieser Produkte gar nicht funktionieren, sollen unter die Regelung fallen.

Warum Smart Home Datenkontrolle jetzt wichtig wird

Bislang war der Umgang mit Gerätedaten für Nutzer eine Blackbox. Der Saugroboter kartiert eure Wohnung, die Smartwatch misst Puls und Schlaf, das Auto protokolliert Fahrverhalten — doch was mit diesen Daten passiert, entschied fast ausschließlich der Hersteller. Der Data Act soll dieses Machtgefälle Berichten zufolge deutlich verschieben.

Für euch bedeutet das im Idealfall drei Dinge: Transparenz darüber, welche Daten überhaupt anfallen. Zugriff, um diese Daten selbst zu nutzen oder zu prüfen. Und Portabilität, also die Möglichkeit, Daten an Dritte weiterzugeben — etwa an einen günstigeren Wartungsanbieter, eine Versicherung mit besseren Konditionen oder einen alternativen Cloud-Dienst.

Das ist besonders in Kombination mit der DSGVO spannend. Während die DSGVO primär personenbezogene Daten schützt, deckt der Data Act auch nicht-personenbezogene Maschinendaten ab. Zusammen ergeben beide Regelwerke laut Berichten einen deutlich umfassenderen Rechtsrahmen für digitale Souveränität.

EU Data Act Checkliste: So nutzt ihr eure Rechte

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Auch wenn viele Details noch von den Herstellern umgesetzt werden müssen, könnt ihr euch schon jetzt sinnvoll positionieren. Die folgenden Schritte helfen, wenn ihr euer Zugriffsrecht praktisch nutzen wollt.

  • Inventur machen: Listet auf, welche vernetzten Geräte ihr zuhause habt — Smart-Home, Wearables, Auto, Haushaltsgeräte.
  • Hersteller-Infos prüfen: Schaut in den kommenden Wochen in App, Konto-Einstellungen und AGB nach neuen Hinweisen zum Datenzugriff.
  • Zugangswege identifizieren: Hersteller müssen Daten leicht, sicher, kostenfrei und in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format bereitstellen.
  • Datenexport testen: Fordert exemplarisch bei einem Gerät einen Datenexport an, sobald die Funktion verfügbar ist.
  • Datensparsamkeit prüfen: Nutzt die neue Transparenz, um zu entscheiden, welche Datenerhebung ihr wirklich wollt.
  • Rechte kennen: Bei Streit mit dem Hersteller könnt ihr euch an nationale Aufsichtsbehörden wenden.

Ein realistischer Hinweis: In den ersten Wochen wird es voraussichtlich holprig. Die technischen Schnittstellen sind noch uneinheitlich, und die praktische Umsetzung wird Zeit brauchen. Wer jetzt sofort einen perfekten Datenexport erwartet, dürfte enttäuscht werden.

EU Data Act Kritik: Was noch nicht funktioniert

So groß die Chance ist, so viele offene Fragen gibt es noch. Erstens: Sicherheit. Wenn ich als Nutzer Daten an Dritte weitergeben kann, müssen diese Übertragungswege sauber abgesichert sein. Sonst entsteht ein neues Einfallstor für Missbrauch.

Zweitens: Geschäftsgeheimnisse. Hersteller argumentieren Berichten zufolge, dass bestimmte Daten Rückschlüsse auf ihre Technologie zulassen. Wo die Grenze zwischen berechtigtem Nutzerinteresse und Schutz sensibler Betriebsdaten liegt, wird die Praxis zeigen — und vermutlich die Gerichte.

Drittens: Kosten. Der Data Act sieht laut Berichten vor, dass die Datenbereitstellung für Verbraucher grundsätzlich kostenfrei sein soll. Bei der Weitergabe an gewerbliche Dritte dürfen Hersteller aber angemessene Entgelte verlangen. Was „angemessen“ ist, bleibt Interpretationssache.

IoT Datenrechte: Mehr Kontrolle über eure Daten

Der 12. September ist kein Tag, an dem sich schlagartig alles ändert. Aber er markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein: Ab diesem Datum müssen neu auf den Markt gebrachte vernetzte Produkte so gestaltet sein, dass der Datenzugriff, den uns der Data Act bereits seit September 2025 garantiert, auch technisch einfach und standardisiert funktioniert. Das ist ein wichtiger Schritt — auch wenn er sich in der Praxis erst in den kommenden Monaten und Jahren voll entfalten dürfte.

Mein Rat: Nutzt die neue Aufmerksamkeit rund um den Data Act, um euch bewusst mit euren vernetzten Geräten auseinanderzusetzen. Welche Daten produziert ihr eigentlich täglich? Wer profitiert davon? Und wollt ihr das so?

Datensouveränität beginnt nicht mit einem Datenexport, sondern mit der Frage, welche Daten überhaupt entstehen sollen. Der Data Act gibt euch dafür ein neues Werkzeug an die Hand — jetzt liegt es an uns, es auch zu benutzen.

Quellen und Prüfstand

Hinweis: Zu diesem Thema lag zum Redaktionsschluss keine offizielle Bestätigung der beteiligten Unternehmen vor. Die Angaben stützen sich auf Medienberichte.

Faktenprüfung: Alle überprüfbaren Aussagen wurden am 08.09.2026 automatisiert gegen die offiziellen Primärquellen abgeglichen. Stand des Artikels: 08.09.2026.

Jörg Schieb
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