Floodtide: Mac-Apps an einem Ort aktualisieren

von | 08.10.2026 | macOS, Software

Floodtide hält alle Mac-Apps an einem Ort aktuell – mit deutscher Oberfläche, Signaturprüfung und Backup. So funktioniert die MacUpdater-Alternative.

Browser, Messenger, Bildbearbeitung, Tools: Auf jedem Mac sammeln sich Dutzende Programme, und jedes will auf eigene Weise aktualisiert werden. Floodtide bündelt das an einer Stelle.

Der Mac-App-Updater mit deutscher Oberfläche zeigt dir, welche Apps veraltet sind, und bringt sie auf Wunsch mit einem Klick auf den neuesten Stand. Ich zeige dir, wie das funktioniert und worauf du achten solltest.

Warum ein Updater gerade jetzt Sinn ergibt

Updates sind lästig, aber wichtig. Viele schließen Sicherheitslücken, und genau die nutzen Angreifer aus. Der App Store kümmert sich nur um die Apps, die du dort geladen hast. Alles andere, also Programme direkt vom Hersteller, bleibt dir selbst überlassen.

Dazu kommt: Der Klassiker MacUpdater ist Geschichte. Verkauf und Support endeten am 1. Januar 2026, die Datenbank soll laut Hersteller CoreCode nur noch bis Ende 2026 laufen. Wer sich bisher darauf verlassen hat, braucht jetzt eine Alternative.

Hier kommt Floodtide ins Spiel. Entwickelt wird die App von Raffi, einem unabhängigen Entwickler, der sein Studio bhopstudio allein betreibt. Das Programm ist von Apple signiert und notarisiert und läuft ab macOS 13 auf Intel-Macs genauso wie auf Apple Silicon.

Floodtide zeigt verfügbare macOS- und Xcode-Updates.
Floodtide bündelt anstehende Apple-Updates auf einen Blick. Darunter macOS Tahoe 26.7.1 und Xcode-Tools.

So findet Floodtide deine Updates

Der Trick: Floodtide pflegt keine riesige Datenbank, die irgendwann veraltet. Stattdessen fragt die App direkt dort nach, wo die Updates herkommen. Pro App prüft sie mehrere Quellen:

  • Sparkle-Feeds: Die meisten Mac-Apps kleinerer Entwickler melden neue Versionen über diesen Standard. Floodtide liest die Adresse direkt aus der App.
  • Homebrew: Der große Software-Katalog der Mac-Community. Du musst Homebrew dazu nicht installiert haben.
  • GitHub und Electron: Viele Open-Source- und Electron-Apps veröffentlichen ihre Updates dort.
  • Mac App Store: Store-Apps aktualisiert Floodtide direkt, ohne dass sich der App Store öffnet.
  • Eigener Katalog: Eine von Hand gepflegte, signierte Liste verrät, welche Quelle bei schwierigen Fällen die richtige ist.

Rund 4.800 Apps deckt Floodtide laut Entwickler aktuell ab, darunter Firefox, Signal, Slack, Discord, Obsidian, OBS und Blender. Ob deine Lieblings-Apps dabei sind, kannst du vorab auf der Website nachsehen.

Apps, die Setapp oder Microsoft AutoUpdate verwalten, lässt Floodtide bewusst in Ruhe und kennzeichnet sie entsprechend.

Floodtide zeigt 53 verfügbare App-Updates auf macOS
Floodtide aktualisiert eine App und listet 53 verfügbare Updates auf.

Schritt für Schritt: So legst du los

  1. Herunterladen: Lade Floodtide auf der Website herunter und zieh die App in den Programme-Ordner. Ein Konto brauchst du nicht, die Testphase startet beim ersten Öffnen.
  2. Scannen: Floodtide durchsucht deine installierten Programme und zeigt nach wenigen Sekunden, welche Apps veraltet sind, samt alter und neuer Versionsnummer.
  3. Auswählen: Du entscheidest, was aktualisiert wird. Einzeln per Klick auf „Aktualisieren“ oder alles auf einmal.
  4. Installieren: Liegen Apps in geschützten Ordnern, fragt macOS einmal nach deinem Admin-Passwort, und zwar für den ganzen Durchgang. Floodtide selbst sieht das Passwort nie.
  5. Ergebnis prüfen: Am Ende siehst du, was geklappt hat und welche Apps übrig sind.

[Screenshot: Scan-Ergebnis mit ausgewählten Updates]

Mein Tipp: Richte in den Einstellungen einmal den Floodtide-Installer ein. Dann laufen Updates wirklich per Ein-Klick, und auch App-Store-Apps lassen sich direkt in Floodtide aktualisieren.

[Screenshot: Einstellungen mit Installer-Option]

Sicherheit: Nur echte Updates kommen auf den Mac

Ein Updater greift tief ins System ein. Deshalb ist das hier für mich der wichtigste Punkt, und Floodtide macht ihn gut. Bevor eine App ersetzt wird, prüft das Programm:

  • ob die Code-Signatur des Downloads gültig ist,
  • ob Apples Gatekeeper die App durchwinkt,
  • ob das Update vom selben Apple-Entwicklerteam stammt wie die installierte Version.

Der letzte Punkt ist clever. Selbst wenn jemand einen Update-Feed kapert, kann er dir keine gefälschte App unterjubeln. Ändert sich die Entwickleridentität aus legitimen Gründen, fragt Floodtide nach. Ist ein Update schlechter signiert als die alte Version, lehnt Floodtide es ab.

Floodtide-App zeigt verfügbare macOS-App-Updates
Floodtide listet 53 verfügbare Updates für installierte macOS-Apps. Ein Dia-Download läuft bereits.

Backups: Der Schritt zurück

Nicht jedes Update ist ein Fortschritt. Manchmal fehlt danach eine Funktion, oder etwas läuft nicht mehr rund. Dafür gibt es die Backup-Funktion, die du in den Einstellungen aktivierst:

  • Floodtide bewahrt die ersetzte Version auf, wahlweise drei Tage, eine Woche, zwei Wochen oder einen Monat.
  • Den Speicherort bestimmst du selbst, gern auch auf einer externen Platte.
  • Mit der Rückgängig-Funktion holst du die alte Version per Klick zurück.

[Screenshot: Backup-Einstellungen und Wiederherstellen]

Wichtig: Das sichert nur die jeweilige App, nicht deine Daten oder das System. Time Machine oder ein anderes vollständiges Backup ersetzt Floodtide nicht.

Updates im Hintergrund

Wer mag, lässt Floodtide komplett allein arbeiten. Die App prüft täglich oder wöchentlich und zeigt die Zahl offener Updates in der Menüleiste. Auf Wunsch installiert sie Updates automatisch, mit denselben Sicherheitsprüfungen wie von Hand.

Dabei bleibt die Kontrolle bei dir: Die Automatik ist ab Werk ausgeschaltet, geöffnete Apps schließt Floodtide nie eigenmächtig, und für jede App legst du einzeln fest, ob sie mitläuft. Große Versionssprünge, etwa von 4.2 auf 5.0, kannst du ausklammern. Die kosten bei manchen Herstellern extra. Ruhezeiten sorgen dafür, dass dich keine Meldung in der Videokonferenz stört.

Wo Floodtide an Grenzen stößt

Kein Updater kennt jede App. Findet Floodtide keine verlässliche Update-Quelle, steht die App als „nicht abgedeckt“ in der Liste. Das finde ich ehrlicher als Raten. Per Klick schickst du eine anonyme Anfrage, damit der Entwickler die App ergänzen kann.

Auch sonst hält sich Floodtide bewusst zurück: bei Updates, die eine neuere macOS-Version brauchen, bei unplausiblen Versionsnummern oder wenn eine Testversion eine Vollversion ersetzen würde. Sehr große Store-Apps wie Xcode oder Microsoft Office sowie iPhone-Apps auf dem Mac aktualisierst du weiterhin über den App Store.

[Screenshot: Liste mit nicht abgedeckten Apps]

Datenschutz-Tipp: Floodtide kann anonym melden, welche Apps abgedeckt sind, ohne Namen, Konto oder Gerätekennung. Laut Entwickler wird diese Funktion mit einem kommenden Update standardmäßig aktiviert. Wer das nicht will, schaltet sie in den Einstellungen unter Datenschutz ab.

Was Floodtide kostet

Kein Abo, keine Kreditkarte zum Ausprobieren:

TestphaseDanach ohne LizenzVollversion
Preiskostenloskostenlos10,99 Pfund einmalig (rund 13 Euro)
Scannenjajaja
Updates installierenja, 14 Tageneinja, auf bis zu 3 Macs

Alle Updates der Version 1.x sind inklusive. Bist du nicht zufrieden, bekommst du dein Geld innerhalb von 14 Tagen nach dem Kauf zurück. Alternativ installierst du Floodtide über Homebrew.

Mein Fazit

Floodtide macht genau das, was ein Updater tun soll: Es zeigt dir auf einen Blick, was veraltet ist, und erledigt den Rest. Die Prüfung der Entwickleridentität und die Backup-Funktion geben ein gutes Gefühl, und die deutsche Oberfläche macht den Einstieg leicht. Für rund 13 Euro für drei Macs ist das ein fairer Deal, gerade für alle, die nach dem Aus von MacUpdater eine neue Heimat suchen.

Mein Rat: Nutz die 14 Tage Testphase und schau dir an, wie viele deiner Apps Floodtide abdeckt. Dann weißt du, ob es sich für dich lohnt.

Download und Demo: bhopstudio.com/floodtide

Jörg Schieb
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