Amazon-Sendungen mit Code erhalten

von | 22.11.2021 | Digital, Internet, Tipps

Amazon und der eigene Logistikdienst Amazon Logistics sind für viele von uns gerne und häufig gesehener Besucher. Oft auch mit der Einschränkung, dass Pakete oft an unüblichen Orten liegen und manchmal gar verschwinden. Bei wertvolleren Sendungen sorgt Amazon jetzt für mehr Sicherheit mit einem cleveren Einmalpasswort-System. Wie funktioniert das?

Eine Zustellung ohne Unterschrift hat immer ein Risiko: Für den Versanddienstleister ist nicht nachweisbar, dass der Empfänger das Paket wirklich bekommen hat. Reklamiert der Kunde, dass er das Paket nicht erhalten hat, dann ist Amazon meist kulant und ersetzt es auf eigene Kosten. Wundert euch nicht, wenn ihr bei teureren Sendungen in der Versandnachricht die Meldung „Für diese Amazon-Sendung ist ein Einmalpasswort erforderlich“ bekommt. Damit setzt Amazon das Prinzip der Zwei-Faktor-Authentifizierung ins echte Leben um: Ihr müsst nicht nur an der Lieferadresse anwesend sein, sondern auch noch nachweisen, dass ihr berechtigt seid.

So funktioniert das Einmalpasswort-System

Wenn das Paket zu euch unterwegs ist, bekommt ihr eine weitere E-Mail von Amazon mit dem sechsstelligen Einmalpasswort. Das müsst ihr dem Fahrer mitteilen, damit der euch das Paket aushändigt. Es empfiehlt sich, regelmäßig in den Spam-Filter zu schauen: Die E-Mails mit dem Einmalpasswort werden oft als Werbe-E-Mails klassifiziert und aussortiert!

Welche Sendungen sind betroffen?

Amazon aktiviert die Passwort-Sicherung hauptsächlich bei:
– Elektronikartikeln über 100 Euro
– Smartphones, Tablets und Laptops
– Schmuck und Uhren
– Gaming-Hardware wie Konsolen oder Grafikkarten
– Haushaltsgeräten höherer Preisklassen

Die genaue Grenze variiert und hängt auch von der Lieferadresse ab. In Gebieten mit höherer Paketdiebstahl-Rate greift Amazon eher zu diesem Schutz.

Was passiert ohne den Code?

Ohne das richtige Einmalpasswort händigt der Fahrer das Paket nicht aus. Stattdessen wird ein neuer Zustellversuch unternommen. Falls ihr den Code nicht zur Hand habt, könnt ihr:
– In der Amazon-App unter „Meine Bestellungen“ nachschauen
– Im Amazon-Kundenkonto online den Code abrufen
– Über die Sendungsverfolgung das Passwort anzeigen lassen

Praktische Tipps für den Alltag

  1. E-Mail-Benachrichtigungen aktivieren: Stellt sicher, dass Amazon eure aktuelle E-Mail-Adresse hat und Versandbenachrichtigungen aktiviert sind.

  2. Amazon-App nutzen: Die mobile App zeigt Einmalpasswörter direkt in der Sendungsverfolgung an – oft schneller als die E-Mail.

  3. Spam-Filter überprüfen: Amazon-Mails landen häufig im Spam-Ordner. Fügt amazon.de zur Whitelist hinzu.

  4. Familie informieren: Falls andere Personen in eurem Haushalt Pakete entgegennehmen, teilt den Code rechtzeitig.

Alternative Zustelloptionen

Wer das Passwort-System umgehen möchte, hat mehrere Möglichkeiten:
Amazon Locker: Sichere Paketboxen in Supermärkten und Bahnhöfen
Packstation-Lieferung: Bei DHL-Packstationen entfällt oft das Einmalpasswort
Amazon Hub Counter: Abholung in teilnehmenden Geschäften
Lieferung an den Arbeitsplatz: Wenn dort eine Annahme möglich ist

Sicherheit vs. Komfort

Das Einmalpasswort-System ist Amazons Antwort auf steigende Paketdiebstähle. Besonders in Ballungsgebieten und Mehrfamilienhäusern verschwinden wertvolle Sendungen häufiger. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Paketempfang mag manchmal umständlich erscheinen, schützt aber effektiv vor Verlust.

Technische Umsetzung

Das System funktioniert über Amazons zentrale Logistik-Software. Sobald ein Paket als „passwort-geschützt“ markiert wird, erhält der Fahrer auf seinem Handscanner die Info. Die Codes werden zufällig generiert und sind nur für eine Lieferung gültig.

Interessant: Amazon testet bereits biometrische Verfahren und Smartphone-basierte Authentifizierung für die Paketzustellung. In den USA gibt es Pilotprojekte mit Gesichtserkennung über die Amazon-App.

Fazit

Das Einmalpasswort-System ist ein cleverer Kompromiss zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit. Für wertvolle Bestellungen bietet es deutlich mehr Schutz als die Standard-Zustellung. Mit den richtigen Einstellungen und etwas Vorbereitung funktioniert das System reibungslos – und eure teuren Gadgets kommen sicher an.

Zuletzt aktualisiert am 23.02.2026