Dank der Einstellung von Windows Phone und dem Abstieg der UWP-/Modern-Apps unter Windows 10 gibt es eine Menge an Apps nicht mehr für Windows. Das trifft unter anderem die Amazon-Apps für deren Geräte: Kindle gibt es nur noch als Desktop-App, und für die Echos und den Sprachassistenten Alexa gibt es keine App, die die Konfiguration erlaubt. Ohne Smartphone seid ihr also quasi aufgeschmissen? Seid ihr nicht, wie ihr gleich sehen werdet.
Wenn ihr das Gerät neu von Amazon bestellt habt, dann hat Amazon schon einen Teil der Konfigurationsarbeit für euch übernommen: Jeder Echo ist bereits auf das Amazon-Konto eingerichtet, mit dem ihr ihn bestellt habt. Und das hilft euch bei der Konfiguration:
Ruft auf dem PC die Webseite https://alexa.amazon.com auf und meldet euch an eurem Amazon-Konto an. Wenn ihr die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert habt, dann müsst ihr natürlich noch den SMS-Code oder den Code aus eurer Authenticator-App eingeben.
Startet nun euren Echo. Der Lichtring sollte orange leuchten, wenn das Gerät vorher noch nicht konfiguriert wurde. Haltet die Action-Taste (bei den meisten Echos die mit dem Punkt) für 5 Sekunden gedrückt, um den Einrichtungsmodus zu starten.
Auf der Alexa-Website klickt ihr nun auf die Einstellungen, dann auf Neues Gerät einrichten und folgt den Anweisungen auf dem Bildschirm. Im Handumdrehen ist euer Echo mit dem WLAN verbunden und eingerichtet.
Erweiterte Konfiguration über den Browser
Die webbasierte Alexa-Oberfläche bietet mittlerweile nahezu alle Funktionen, die ihr auch in der mobilen App findet. Ihr könnt Skills installieren und verwalten, Smart-Home-Geräte einrichten, Routinen erstellen und sogar Drop-In-Verbindungen zu anderen Echo-Geräten herstellen.
Besonders praktisch: Über die Weboberfläche lassen sich auch komplexere Einstellungen vornehmen, die auf dem kleinen Smartphone-Bildschirm manchmal umständlich sind. Die Verwaltung von Musik-Streaming-Diensten wie Spotify, Apple Music oder Amazon Music ist hier deutlich übersichtlicher.
Windows 11 und neue Möglichkeiten
Unter Windows 11 hat sich die Situation leicht verbessert. Microsoft hat zwar keine offizielle Alexa-App im Microsoft Store, aber die Integration von Android-Apps über den Windows Subsystem for Android ermöglichte es zeitweise, die mobile Amazon Alexa App zu verwenden. Diese Funktion wurde jedoch 2024 eingestellt, sodass die Browser-Lösung weiterhin die beste Option bleibt.
Alternativ könnt ihr auch Alexa-kompatible Browser-Erweiterungen verwenden, die zumindest Grundfunktionen bieten. Chrome und Edge unterstützen verschiedene inoffizielle Alexa-Extensions, die euch schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen geben.
Troubleshooting häufiger Probleme
Falls euer Echo nicht erkannt wird, liegt das oft an Netzwerkproblemen. Stellt sicher, dass euer WLAN-Router das 2,4-GHz-Band unterstützt – viele ältere Echo-Modelle können sich nicht mit 5-GHz-Netzwerken verbinden. Die neueren Echo-Geräte ab 2022 unterstützen zwar beide Frequenzbänder, aber bei Problemen solltet ihr explizit das 2,4-GHz-Band versuchen.
Ein weiterer häufiger Stolperstein: Corporate Networks oder öffentliche WLAN-Netze mit Captive Portals. In solchen Umgebungen funktioniert die Echo-Einrichtung oft nicht reibungslos. Nutzt in diesem Fall einen mobilen Hotspot für die Ersteinrichtung und wechselt danach zum gewünschten Netzwerk.
Datenschutz und Sicherheit
Bei der Konfiguration über den Browser habt ihr auch besseren Überblick über eure Datenschutz-Einstellungen. Amazon hat die Privatsphäre-Optionen in den letzten Jahren deutlich ausgebaut. Ihr könnt jetzt gezielt einstellen, welche Daten gespeichert werden, Sprachaufnahmen automatisch löschen lassen und sogar komplett auf Cloud-Speicherung verzichten.
Die Weboberfläche zeigt euch auch detailliert an, welche Skills welche Berechtigungen haben und auf welche Daten sie zugreifen. Das ist deutlich transparenter als in der mobilen App und gibt euch mehr Kontrolle über eure Privatsphäre.
Matter-Integration und Zukunftsausblick
Seit 2023 unterstützen Echo-Geräte auch den Matter-Standard für Smart Home. Die Konfiguration dieser Geräte funktioniert problemlos über die Browser-Oberfläche und ist sogar einfacher als über die mobile App. Matter-Geräte werden automatisch erkannt und können geräteübergreifend gesteuert werden – ein großer Vorteil für alle, die verschiedene Smart-Home-Systeme nutzen.
Die Browser-basierte Konfiguration ist also nicht nur eine Notlösung, sondern oft sogar die bessere Wahl. Ihr habt mehr Übersicht, könnt mehrere Tabs für verschiedene Einstellungen öffnen und müsst nicht mit den Beschränkungen kleiner Smartphone-Displays kämpfen.
Zuletzt aktualisiert am 04.03.2026







