Autostart-Apps auf dem Mac richtig verwalten

von | 26.10.2017 | macOS

Wenn ihr euren Mac oder MacBook startet, passiert in den meisten Fällen erstmal solange nichts, bis ihr aktiv ein Programm startet. Für einige Anwendungen, die häufig im Einsatz sind, ist es aber praktisch, wenn sie direkt bei der Anmeldung mitstarten. Solche Programme werden Autoprogramme oder Auto-Apps genannt, da sie automatisch geladen werden und immer zur Verfügung stehen.

Der klassische Weg in macOS funktioniert nach wie vor zuverlässig. Mit wenigen Klicks könnt ihr selbst festlegen, welche Apps nach dem Start automatisch geladen werden. Klickt auf das Apple-Icon oben links, wählt Systemeinstellungen (oder Systemeinstellungen in älteren Versionen) aus dem Drop-Down-Menü. Je nach macOS-Version findet ihr die entsprechende Option unter Benutzer & Gruppen (ältere Versionen) oder Allgemein > Anmeldeobjekte (macOS Ventura und neuer).

Für neuere macOS-Versionen (Ventura, Sonoma, Sequoia): Geht zu Systemeinstellungen > Allgemein > Anmeldeobjekte. Dort seht ihr zwei Bereiche: „Bei Anmeldung öffnen“ für eure manuell hinzugefügten Apps und „Im Hintergrund zulassen“ für Apps, die Hintergrundaktivitäten ausführen dürfen.

Für ältere Versionen: Wählt Benutzer & Gruppen und dann euren Account aus der Liste links. Falls ihr der einzige Nutzer seid, entfällt dieser Schritt. Klickt auf den Reiter Anmeldeobjekte.

Um eine App hinzuzufügen, klickt auf das „+“-Symbol, wählt die gewünschte Anwendung aus und bestätigt mit Hinzufügen. Zum Entfernen markiert ihr die entsprechende App und klickt auf das „-„-Symbol.

Moderne Alternativen und erweiterte Kontrolle

Seit macOS Big Sur hat Apple die Kontrolle über Autostart-Apps deutlich verfeinert. Apps können nicht mehr einfach ungefragt beim Start mitlaufen – ein Segen für die Performance und Akkulaufzeit. Das System fragt jetzt explizit nach, wenn eine App sich beim Autostart eintragen möchte.

Besonders praktisch: Die neue Kategorie „Im Hintergrund zulassen“ zeigt Apps, die Hintergrundprozesse ausführen, ohne ein Fenster zu öffnen. Hier könnt ihr granular steuern, welche Apps wirklich im Hintergrund aktiv sein dürfen. Das ist vor allem bei ressourcenhungrigen Apps wie Backup-Software, Cloud-Sync-Diensten oder Monitoring-Tools wichtig.

Terminal-Power für Profis

Wer es technischer mag, kann auch über das Terminal arbeiten. Mit dem Befehl launchctl list | grep -v com.apple seht ihr alle aktiven Launch-Agents, die nicht von Apple stammen. Launch-Agents sind die technische Basis für Autostart-Programme unter macOS.

Mit launchctl remove [Name] könnt ihr diese temporär deaktivieren, allerdings starten sie beim nächsten Boot wieder. Für permanente Änderungen müsst ihr in die entsprechenden Ordner unter ~/Library/LaunchAgents/ oder /Library/LaunchAgents/.

Performance-Tipps für den Autostart

Nicht jede App, die sich beim Start eintragen möchte, solltet ihr auch zulassen. Besonders bei älteren Macs oder MacBooks kann ein überladener Autostart den Systemstart erheblich verlangsamen. Als Faustregel gilt: Nur Apps aktivieren, die ihr wirklich täglich braucht.

Cloud-Dienste wie Dropbox, Google Drive oder OneDrive sind klassische Kandidaten für den Autostart. Auch Sicherheits-Software, Passwort-Manager oder Kommunikations-Apps wie Slack oder Teams machen Sinn.

Vermeiden solltet ihr dagegen schwere Creative-Apps wie Adobe Photoshop oder Final Cut Pro im Autostart, es sei denn, ihr arbeitet ausschließlich damit. Diese fressen unnötig RAM und CPU-Power.

Versteckte Apps und Batterielaufzeit

Die Option „Ausblenden“ funktioniert nach wie vor: Apps starten automatisch, öffnen aber kein sichtbares Fenster. Das ist praktisch für Tools wie Backup-Software oder Systemmonitoring, die einfach nur im Hintergrund laufen sollen.

Bei MacBooks solltet ihr besonders auf die Batterielaufzeit achten. Apps im Autostart können den Akku auch dann belasten, wenn ihr sie gar nicht aktiv nutzt. In den Systemeinstellungen > Batterie > Batterienutzung seht ihr, welche Apps wie viel Energie verbrauchen.

Troubleshooting bei Problemen

Falls euer Mac plötzlich langsam startet oder sich Apps nicht richtig verhalten, kann ein überladener Autostart die Ursache sein. Deaktiviert testweise alle Autostart-Apps und aktiviert sie dann schrittweise wieder, um den Verursacher zu identifizieren.

Manchmal haken sich auch Apps im Autostart fest, die längst deinstalliert sind. Ein Blick in die Anmeldeobjekte zeigt dann leere Einträge oder Apps mit Fragezeichen-Icon. Diese könnt ihr bedenkenlos entfernen.

Zuletzt aktualisiert am 01.04.2026