Die Zeiten, in denen Microsoft nur für Windows entwickelte, sind längst vorbei. Der Konzern aus Redmond hat seinen Fokus auf plattformübergreifende Services und KI-gestützte Apps erweitert. Ein perfektes Beispiel dafür war Pix – eine innovative Foto-App für iOS, die 2016 zeigte, wohin die Reise bei der Smartphone-Fotografie geht.

Pix war seiner Zeit voraus
Die kostenlose Pix-App war ein Forschungsprojekt von Microsoft Research, das Künstliche Intelligenz für bessere Smartphone-Fotos einsetzte. Was damals revolutionär war, ist heute Standard: Die App analysierte Aufnahmen in Echtzeit, erkannte Gesichter automatisch und optimierte Fotos vollautomatisch.
Das Besondere: Pix nahm unbemerkt eine ganze Fotoserie auf – sogar schon vor dem eigentlichen Auslösen – und wählte automatisch die beste Aufnahme aus. Bewegungsunschärfe und verpasste Momente gehörten damit der Vergangenheit an. Eine Funktion, die Apple später in ähnlicher Form in die native Kamera-App integrierte.
Von Pix zur heutigen KI-Fotografie
Was Microsoft mit Pix begann, ist heute in praktisch jedem Smartphone Standard. Die Technologien, die Pix 2016 pioniert hat, finden sich jetzt überall:
Computational Photography: Moderne iPhones, Samsung Galaxy-Geräte und Google Pixel nutzen alle Multiple-Frame-Techniken. Sie nehmen mehrere Bilder gleichzeitig auf und rechnen sie zu einem optimalen Ergebnis zusammen.
KI-basierte Optimierung: Was Pix manuell machte, läuft heute vollautomatisch. HDR+, Nachtmodus, Portrait-Features – alles basiert auf den Grundprinzipien, die Apps wie Pix etablierten.
Echtzeit-Analyse: Gesichtserkennung, Objektverfolgung und Szenen-Optimierung passieren heute in Millisekunden, direkt beim Fotografieren.
Microsofts heutige Foto-KI
Obwohl Pix 2018 eingestellt wurde, lebt die Technologie in anderen Microsoft-Produkten weiter. In Microsoft Photos für Windows 11 stecken ähnliche KI-Algorithmen. Die App kann automatisch die besten Fotos aus einer Serie auswählen, Duplikate entfernen und sogar automatische Alben erstellen.
Besonders spannend: Microsoft Designer und Copilot nutzen heute fortgeschrittene KI, um aus einfachen Beschreibungen fotorealistische Bilder zu generieren. Was früher Optimierung bestehender Fotos war, ist heute komplette Bilderzeugung.
Die heutige Konkurrenz
Während Pix Geschichte ist, haben andere die Fackel übernommen:
Google Kamera: Der Nachtmodus und Magic Eraser zeigen, was heute möglich ist. Objekte verschwinden per KI, Belichtung wird über mehrere Frames optimiert.
Adobe Lightroom Mobile: Bietet KI-basierte Automatikkorrekturen, die weit über das hinausgehen, was Pix konnte.
VSCO und Snapseed: Kombinieren manuelle Kontrolle mit intelligenten Vorschlägen.
Native Kamera-Apps: iPhone 15 Pro, Samsung Galaxy S24 und Google Pixel 8 haben KI-Features direkt eingebaut, die Pix in den Schatten stellen.
Was wir von Pix gelernt haben
Pix war ein wichtiger Meilenstein, der zeigte: Die Zukunft der Fotografie liegt nicht in besseren Sensoren, sondern in intelligenter Software. Die App bewies, dass auch ältere Smartphones mit der richtigen KI deutlich bessere Bilder machen können.
Heute ist diese Erkenntnis Realität. Jedes moderne Smartphone nutzt Computational Photography. Multiple Frames, KI-Optimierung und automatische Verbesserungen sind Standard geworden.
Für Hobbyfotografen bedeutet das: Ihr müsst weniger über Technik nachdenken und könnt euch aufs Motiv konzentrieren. Die KI kümmert sich um Belichtung, Schärfe und Farben.
Ausblick: Wohin geht die Reise?
Die nächste Generation der KI-Fotografie steht bereits in den Startlöchern. Echtzeit-Objektaustausch, KI-generierte Hintergründe und vollautomatische Bildkomposition sind nicht mehr Science Fiction.
Microsoft arbeitet an Integration von Copilot in die Foto-Workflows. Bald könnt ihr per Sprache sagen: „Mach das Foto heller und entferne die Person im Hintergrund“ – und die KI erledigt das sofort.
Pix mag Geschichte sein, aber die Vision lebt weiter: Bessere Fotos durch intelligente Software, ohne dass ihr Experten sein müsst.
Zuletzt aktualisiert am 07.04.2026
