Für die meisten Anwender reichen die Möglichkeiten, die die kostenlose Fotos-App von Windows bietet. Allerdings gibt es Funktionen, die Fotos nicht bietet, die aber für die Weiterverwendung von Bildern wichtig sind. Dazu müsst ihr keine teure Zusatzsoftware kaufen. Das kostenlose Programm GIMP ist hier eine leistungsfähige Alternative!
GIMP (GNU Image Manipulation Program) hat sich über die Jahre zu einem echten Photoshop-Konkurrenten entwickelt – und das völlig kostenlos. Die aktuelle Version 2.10.38 bietet professionelle Bildbearbeitung für jeden, der mehr als nur Grundfunktionen braucht. Während Windows Photos oder die Mac Fotos-App bei einfachen Korrekturen gut funktionieren, stößt ihr bei anspruchsvolleren Projekten schnell an Grenzen.
Mit GIMP könnt ihr beispielsweise Ebenen anlegen und damit Objekte aus Bildern in anderen Bildern einfügen und verschieben. Das gibt euch die Möglichkeit, Kollagen zu erstellen, Personen und Gegenstände zu einem Bild hinzuzufügen, die in Wirklichkeit gar nicht darauf waren. Die Ebenen-Funktion ist dabei genauso mächtig wie in Adobe Photoshop – ihr könnt Transparenzen einstellen, Mischmodi verwenden und komplexe Kompositionen erstellen.
Besonders praktisch: GIMP unterstützt mittlerweile auch KI-basierte Features. Mit Plugins wie „GIMP-ML“ könnt ihr moderne Funktionen wie automatisches Freistellen von Objekten oder Bildverbesserung durch maschinelles Lernen nutzen. Das macht die Software noch attraktiver für anspruchsvolle Projekte.
Eine wichtige Funktion, die die Fotos-App nicht bietet, ist das präzise Skalieren von Bildern: Die Bilder einer modernen Digitalkamera oder Smartphone-Kamera haben oft Auflösungen von 20, 50 oder sogar 100 Megapixeln. Das ist zum Beschneiden und für hochwertige Ausdrucke fantastisch, aber für viele andere Anwendungen völlig überdimensioniert. Für soziale Medien wie Instagram, TikTok oder LinkedIn, für Webseiten oder zum Einbetten in Dokumente sind solche Riesen-Dateien unpraktisch und verschwenden Speicherplatz.

Um ein Bild zu verkleinern, klickt ihr in GIMP auf Bild > Bild skalieren. Die App zeigt euch jetzt die aktuelle Breite und Höhe des Bildes in Pixeln (px) an. Im Standard sind die Breite und die Höhe miteinander verkettet: Ändert ihr den einen Wert, wird der andere automatisch entsprechend angepasst. Als Beispiel: Hat das Bild eine Breite von 6000 und eine Höhe von 4000 Pixeln und ihr ändert die Breite auf 1500, dann passt GIMP die Höhe automatisch auf 1000 an.
Wenn ihr das nicht wollt, klickt ihr auf das Kettensymbol zwischen den beiden Werten. Das führt allerdings dazu, dass die Bilder verzerrt werden können. Idealerweise solltet ihr also nur bei besonderen Anforderungen vom ursprünglichen Seitenverhältnis abweichen.
Tipp für optimale Ergebnisse: GIMP bietet verschiedene Interpolationsmethoden beim Skalieren. Für Fotos funktioniert „Kubisch“ am besten, während „Keine (Schnellste)“ nur für Grafiken mit wenigen Farben geeignet ist. Die Option „NoHalo“ liefert besonders scharfe Ergebnisse bei der Verkleinerung.
Weitere nützliche GIMP-Features, die Standard-Apps fehlen:
Farb- und Tonwertkorrektur: Mit Kurven, Levels und Farbbalance könnt ihr eure Bilder professionell optimieren. Die Werkzeuge sind genauso präzise wie in teurer Software.
Retusche-Werkzeuge: Störende Objekte entfernen, Hautunreinheiten korrigieren oder unerwünschte Personen aus Bildern „wegzaubern“ – GIMP macht’s möglich.
Filter und Effekte: Hunderte von Filtern für künstlerische Effekte, Unschärfen, Verzeichnungskorrekturen und vieles mehr stehen zur Verfügung.
Batch-Verarbeitung: Mit Skripten könnt ihr wiederkehrende Aufgaben automatisieren und hunderte Bilder in einem Rutsch bearbeiten.
RAW-Unterstützung: Über das Plugin „RawTherapee“ oder „darktable“ könnt ihr auch RAW-Dateien direkt in GIMP öffnen und bearbeiten.
Der einzige Nachteil: GIMP hat eine etwas steilere Lernkurve als einfache Foto-Apps. Aber dafür bekommt ihr professionelle Bildbearbeitung völlig kostenlos – und das auf Windows, Mac und Linux. Für alle, die regelmäßig Bilder bearbeiten und mehr als nur Grundfunktionen brauchen, ist GIMP eine echte Alternative zu teurer Commercial-Software.
Übrigens: Die GIMP-Community ist sehr aktiv. Auf YouTube findet ihr unzählige Tutorials, und die offizielle Dokumentation wurde in den letzten Jahren deutlich verbessert. Der Einstieg ist also einfacher geworden.
Zuletzt aktualisiert am 24.02.2026





