Bitcoin 2026: Klimakiller oder grüne Kryptowährung?

von | 29.04.2024 | Digital

Bitcoin, Ethereum, Dogecoin: Kryptowährungen sind 2026 beliebter denn je. Doch während die Kurse durch die Decke gehen, wächst auch die Kritik am enormen Energieverbrauch. Wie klimaschädlich sind Kryptowährungen wirklich?

Der Bitcoin-Kurs hat die 100.000-Dollar-Marke längst geknackt, institutionelle Anleger steigen massiv ein und sogar Staaten bauen Bitcoin-Reserven auf. Gleichzeitig wird die Debatte um den Klimaimpact immer heftiger diskutiert.

Viele fragen sich: Soll ich da einsteigen? Wie sind die Risiken – und was ist eigentlich mit den Folgen für die Umwelt? Die Antworten sind komplexer geworden.

Bitcoin 2026: Der Energiehunger bleibt groß

Kryptowährungen brauchen keine Geldscheine oder Münzen – alles läuft digital. Trotzdem verbraucht das Bitcoin-Netzwerk 2026 geschätzte 150 Terawattstunden (TWh) pro Jahr. Das entspricht etwa 0,7% des weltweiten Stromverbrauchs – mehr als Länder wie Argentinien oder die Niederlande.

Das Bitcoin-Mining – das Schürfen neuer Coins und die Absicherung des Netzwerks – erfordert immer mehr Rechenpower. Je höher der Bitcoin-Kurs, desto mehr Miner steigen ein, desto höher wird der Energieverbrauch.

Eine einzelne Bitcoin-Transaktion verbraucht statistisch etwa 2.000 kWh Strom. Damit könnte ein durchschnittlicher deutscher Haushalt fast fünf Monate lang mit Energie versorgt werden.

Mehr Nutzer, mehr Verbrauch

2026 gibt es weltweit über 130 Millionen Bitcoin-Wallets – fast doppelt so viele wie 2022. Die wachsende Akzeptanz durch Unternehmen wie Tesla, MicroStrategy und sogar Nationalstaaten wie El Salvador treibt die Nachfrage.

Bitcoin-ETFs sind mittlerweile in vielen Ländern zugelassen, was institutionellen Anlegern den Einstieg erleichtert. Das alles sorgt für mehr Transaktionen und höheren Energiebedarf.

Der Bitcoin funktioniert wie digitales Gold: begrenzte Menge (maximal 21 Millionen Coins), hohe Wertschwankungen, aber keine regelmäßigen Erträge wie Dividenden. Mittlerweile sind bereits über 19,8 Millionen Bitcoin im Umlauf.

CO2-Bilanz: Besser, aber noch nicht gut

Immerhin: Der Anteil erneuerbarer Energien beim Bitcoin-Mining ist gestiegen. 2026 stammen schätzungsweise 58% der Mining-Energie aus nachhaltigen Quellen – 2020 waren es noch unter 40%.

Trotzdem produziert das Bitcoin-Netzwerk jährlich etwa 70 Megatonnen CO2 – so viel wie ein mittelgroßes europäisches Land. Eine einzelne Bitcoin-Transaktion verursacht rund 800 kg CO2-Emissionen, vergleichbar mit einem Flug von Berlin nach New York.

Viele Mining-Farmen nutzen mittlerweile Solarenergie oder Wasserkraft, aber der absolute Energieverbrauch steigt trotzdem weiter.

Das Elektroschrott-Problem wird größer

Bitcoin-Mining läuft auf hochspezialisierten ASIC-Chips, die nur eines können: Bitcoin-Berechnungen. Diese Hardware ist nach durchschnittlich 15 Monaten obsolet und landet auf dem Müll – etwa 350 Gramm Elektroschrott pro Bitcoin-Transaktion.

2026 produziert das Bitcoin-Netzwerk jährlich geschätzte 45.000 Tonnen Elektroschrott. Das entspricht dem Gewicht von etwa 300 Jumbo-Jets, die jedes Jahr entsorgt werden müssen.

Anders als normale Computer können diese Mining-Geräte nicht anderweitig genutzt werden – sie sind zu spezialisiert und landen direkt im Elektromüll.

Ethereum zeigt: Es geht auch anders

Ethereum bewies 2022 mit dem „Merge“ auf Proof-of-Stake, dass es anders geht. Der Energieverbrauch sank um über 99% – von geschätzten 100 TWh auf unter 0,1 TWh pro Jahr.

Eine Ethereum-Transaktion verbraucht heute nur noch etwa 0,02 kWh statt früher 62 kWh. Andere moderne Kryptowährungen wie Cardano, Solana oder Avalanche setzen von Anfang an auf energieeffiziente Mechanismen.

Nur Bitcoin hält stur am energieintensiven Proof-of-Work fest – aus ideologischen Gründen und weil eine Umstellung bei der Größe des Netzwerks extrem schwierig wäre.

Vergleich mit dem klassischen Finanzsystem

Das traditionelle Bankensystem verbraucht jährlich etwa 260 TWh – deutlich mehr als Bitcoin. Allerdings bedient es auch 8 Milliarden Menschen täglich, während Bitcoin hauptsächlich zur Spekulation genutzt wird.

Pro Transaktion ist Bitcoin um Faktoren ineffizienter: Eine SEPA-Überweisung verbraucht etwa 1,5 Wattstunden, eine Bitcoin-Transaktion 2.000 kWh – über eine Million Mal mehr.

Würde Bitcoin das gesamte Weltfinanzsystem ersetzen, wäre der Energieverbrauch astronomisch hoch. Glücklicherweise ist das unrealistisch – Bitcoin funktioniert nicht als alltägliches Zahlungsmittel.

Neue Entwicklungen 2026

Das Lightning Network hat sich als Bitcoin-Layer-2-Lösung etabliert und ermöglicht schnellere, energieeffizientere Mikrotransaktionen. Trotzdem läuft die Hauptblockchain weiter mit vollem Energiehunger.

Einige Länder haben Mining-Verbote verhängt oder hohe Steuern auf energieintensives Mining eingeführt. China bleibt bei seinem Verbot, andere Länder denken über ähnliche Schritte nach.

Gleichzeitig locken Staaten wie Island oder Norwegen Miner mit billigem, grünem Strom an. Das verbessert die CO2-Bilanz, löst aber nicht das grundsätzliche Effizienzproblem.

Fazit: Grüne Anlage oder Klimakiller?

Bitcoin bleibt 2026 die klimaschädlichste Kryptowährung. Wer Wert auf nachhaltige Investments legt, sollte andere Optionen wählen: grüne ETFs, Kryptowährungen mit Proof-of-Stake oder gar kein Krypto.

Das Risikoprofil ist unverändert hoch: Kursschwankungen von 50% in wenigen Wochen sind normal. Der Bitcoin kann von 100.000 auf 50.000 Dollar fallen – oder auf 200.000 steigen. Niemand weiß es.

Wer trotz Klimabedenken investieren will, sollte maximal einen kleinen Anteil des Portfolios in Bitcoin stecken. Alternativen wie Ethereum oder Solana haben eine deutlich bessere Umweltbilanz bei ähnlichen Renditemöglichkeiten.

Unterm Strich: Bitcoin ist 2026 ein reines Spekulationsobjekt mit enormen Umweltkosten. Für die allermeisten gibt es bessere Alternativen – sowohl fürs Klima als auch fürs Portfolio.

Zuletzt aktualisiert am 16.02.2026